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Smoke On The Water: The Metropolis Sessions
Rock Aid Armenia
Smoke On The Water: The Metropolis Sessions, earMUSIC/Edel, 2010
Ritchie Blackmore, David Gilmore, Tony Iommi, Alex Lifeson, Brian May, Geoff BeauchampGuitars
Chris SquireBass
Bryan Adams, Bruce Dickinson, Ian Gillan, Paul RodgersVocals
Geoff Downes, Keith EmersonKeyboards
Roger Taylor
Produziert von: Gary Langan & Geoff Downes Länge: 69 Min 02 Sek Medium: CD & DVD
CDca. 19min
01. Smoke On The Water(2010 Wermut & Dee Remix)
02. Smoke On The Water(1989 Original Mix)
03. Smoke On The Water(1990 Radio Mix)
04. Smoke On The Water(1989 Ian Gillan vocal sessions)
Bonus DVDca. 50min
01. The Making Of Smoke On The Water(Documentary) 42min
02. Videoclip6min
03. Where the money's going2min

Es war die Zeit von AIDS, nein, ich meine jetzt nicht diese Seuche, sondern die andere, diese Mega-Marketing-Events wie BAND AID, LIVE AID, FARM AID, FERRY AID, (Swedish) METAL AID, HEAR 'N AID oder ROCK AID (Armenia), all jene wohl meinenden Benefizveranstaltungen der 80er, bei denen die Teilnahme für Bands und Künstler einem Ritterschlag gleichkamen und sich demnach Hinz und Kunz dafür ein Bein ausriss, um dabei sein zu dürfen, und falls es dann doch mal nicht geklappt haben sollte, konnte man immer noch ein eigenes Hilfsprojekt starten.

Bei allem Respekt für die gute Sache, aber die Frage nach dem Sinn und Unsinn muss auch gestattet sein, bzw. ob und wie die Projekte tatsächlich irgendetwas bewirkt haben, außer sich selbst zu feiern und sicherlich gelungenen Mammut-Festivals der Superlative, mit Satellitenkonferenzen weltweit und zeitgleich abgehalten und zu Millionen von Zuschauern übertragen, tollen CD-Samplern, sensationellen Tributsongs und DVD Editionen sowie damals einmaligen Reunions von BEATLES bis LED ZEPPELIN.

Ein gutes, weil überschaubares Beispiel ist ROCK AID ARMENIA, nicht zuletzt, weil sich das Projekt gerade wieder durch eine Neuauflage ins Gespräch zu bringen sucht.
Damals zerstörte ein furchtbares Erdbeben ganze Gemeinden und deren Infrastruktur im Nordwesten Armeniens. Zehntausende Menschen starben und Hunderttausende wurden obdachlos. Der australische Journalist Jon Dee, der im Auftrag der US-Regierung vor Ort Material für Fernsehen und Radio zusammentragen sollte, war derart betroffen, dass er irgendwie helfen wollte. Er hatte die Idee, den DEEP PURPLE Klassiker Smoke On The Water mit Hilfe von renommierten Künstlern aus Rock- und Metal neu aufzunehmen und auf verschiedene Weise zu vermarkten, alle Einnahmen sowie Spenden sollten den Erdbebenopfern zugute kommen. Als ersten Mitstreiter konnte er David Gilmore von PINK FLOYD gewinnen und mit diesem Pfund wuchern, Ian Gillan kam dazu und brachte gleich seinen Manager mit ein, der das Projekt professionell vorantrieb, danach fügte sich eins zum anderen.

Zu dem Zeitpunkt, als der Song im Kasten war, hatten sich namhafte Künstler und Bands von Weltrang dem Projekt angeschlossen und sich nicht nur an den Aufnahmen beteiligt, sondern auch klangvolle Hits zu dem Sampler "The Earthquake Album" beigesteuert, die Liste liest sich wie das Who's who der Billboard Charts: QUEEN, FREE, RUSH, RAINBOW, BLACK SABBATH, GENESIS, YES, ELP, WHITESNAKE, ASIA, STARSHIP, FOREIGNER, IRON MAIDEN, DEEP PURPLE oder MIKE AND THE MECHANICS und natürlich nicht zu vergessen das Remake von Smoke On The Water.

Das Album ist ein prima Fetensampler und stieg sogar in die Top 40 der UK-Hits ein, Smoke On The Water ist in der Neufassung absolut hörenswert aber insgesamt brachte das Projekt bis heute kaum mehr als 100.000 Dollar ein, über 20 Jahre später ist das Gebiet immer noch nicht vollständig wieder aufgebaut, insofern ist eine Neuauflage, deren Einnahmen in den Wiederaufbau der Kinder Musikschule in Gümri fließen sollen, sicherlich aller Ehren wert, ob man mit dem Content dieses Sets jedoch ein glückliches Händchen hatte, muss sich erst noch zeigen.

Die CD-Maxi-Single mit den ähnlich klingenden Smoke On The Water Mixes ist wohl kaum ein Kaufanreiz, die Bonus DVD dagegen schon eher, vor allem das etwa 42-minütige "Making Of .." mit seinen interessanten Einblicken in das Miteinander der Weltstars in relativ entspannter Atmosphäre, insbesondere wie z. B. Ritchie Blackmore mit seinen Kollegen interagiert (oder eben auch nicht).
Das Ganze wird im schicken 3-Panel-Digipak präsentiert und ich würde dem Projekt größtmöglichen Erfolg wünschen, allein mir fehlt der Glaube, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, die Kinder Musikschule in Gümri würde sich jedenfalls sehr freuen.
In diesem Sinne:
Rock helfe Armenien!

Ralf Frank, (Artikelliste), 20.11.2010