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Pressefotos: Joseph Quever (www.nilslofgren.com)
Live At Rockpalast
Nils Lofgren
Live At Rockpalast, Eagle Vision, 2010

1976:
Nils LofgrenVocals, Guitar, Piano
Tom LofgrenGuitar, Keyboards, Vocals
Bobby ManriquezGuitar, Vocals
Scott BallBass, Vocals
Mike ZackDrums
1979:
Nils LofgrenVocals, Guitar, Piano
Tom LofgrenGuitar, Piano, Organ, Vocals
Tommy ThomasKeyboards, Vocals
Wornell JonesBass, Vocals
Mike ZackDrums
1991:
Nils LofgrenVocals, Guitar, Piano
Tom LofgrenGuitar, Keyboards, Vocals
Larry CraggGuitar, Keyboards
Ronnie NewmyerBass, Vocals
Johnny 'Bee' BadanjekDrums
Produziert von: WDR Länge: 267 Min 00 Sek Medium: DVD
WDR Studio L, Köln, 1976:
01. Cry Tough06. Jailbait
02. It's Not A Crime07. Like Rain
03. Keith Don't Go08. Rock'n'Roll Crook
04. Going Back09. Back It Up
05. Share A Little
Grugahalle, Essen, 1979:
01. Keith Don't Go09. Going Back
02. A Fool Like Me10. You're So Easy
03. Beggar's Day11. I Came To Dance
04. No Mercy12. Incidentally... It's Over
05. It's Not A Crime13. Back It Up
06. Like Rain14. Moon Tears
07. Heart On Fire15. Soft Fun
08. Cry Tough
Live Music Hall, Köln, 1991:
01. Sticks And Stones14. Walkin' Nerve
02. Keith Don't Go15. Gun And Run
03. Rock 'n' Roll Crook16. No Mercy
04. Cry Tough17. Back It Up
05. Trouble's Back18. Shine Silently
06. Delivery Night19. See What A Love Can Do
07. Bein' Angry20. I Came To Dance
08. Moon TearsBonus Tracks:
09. Girl In Motion21. I Don't Want To Talk
10. Valentine22. About It
11. Sun Hasn't Set23. Anytime At All
12. Across The Tracks24. Hang On Sloopy
13. Silver Lining

Hört man den Namen Nils Lofgren, weiß der kundige Rock-Fan: ein einzigartiger Künstler mit ganz persönlichem Stil , sowohl als Songwriter, Gitarrist und Sänger, und schließlich auch als einer der letzten Verfechter eines hippieesken Outfits samt aller Bändchen, Stirnbänder und Tücher an Hosen und Gitarren .
Lofgrens Gesang wird sicher nicht jedermanns Sache sein, aber unverkennbar bleibt diese hohe und etwas dünne Tenorstimme dennoch. Lofgrens Gitarrenstil, mal ganz davon abgesehen das er ohne Plektrum spielt, dafür aber häufig mit Daumen-Pick und sämtlichen Fingern, und insbesondere sein ganz spezieller Stratocaster-Ton sind seit jeher unnachahmlich und absolutes Lofgren-Trademark. Ganz so viele Songwriter und Gitarristen können das nicht von sich behaupten. Lofgren ist und bleibt jemand der heraussticht, wie auch immer. Es gibt zweifelsohne auch genügend Nörgler, die seinen Stil nicht gerade sehr einnehmend bzw. prickelnd finden.
Mich allerdings hat der Mann von Tag Eins an begeistert. Damals, im Mai 1976 (der Rezensent noch als junger Teenager), als Nils mit seiner Combo im 'Studio L' des WDR auftrat, setzte er bereits aufreizende Duftmarken.

Seine beiden Rockpalast-Gigs aus den Jahren '76 und '79 wurden vor 5 Jahren eingehend von mir rezensiert, denn seinerzeit erschien über in-akustik schon mal eine Einzel-DVD mit eben jenen beiden Konzerten aus dem kleinen 'Studio L' und dem europäischen Streifzug durch die Rockpalast-Nacht aus der ungleich größeren Grugahalle in Essen.

Jetzt erscheint aktuell eine neue Doppel-DVD bei Eagle Vision, die die beiden Siebziger Jahre Gigs mit einem Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1991 vereint.
Nils hatte inzwischen seine nie richtig in Gang gekommene Solokarriere ad acta gelegt und mehr als sechs Jahre als Sidekick des Weltstars Bruce Springsteen verbracht, eine Offerte, die er angesichts seiner versickernden Karriere damals wohl kaum ablehnen konnte. Ein Angebot, in der E-Street Band zu spielen kommt schließlich nicht alle Tage rein .

Nun startete Lofgren also anno '91 sein Solo-Comeback mit einer recht ausgewogenen und ansprechenden Rock-Scheibe namens "Silver Lining", von der in diesem Kölner Live-Music Hall Gig auch einige Tracks zu hören sind: Stick and stones, Trouble's back, Bein' angry, Gun and Run und natürlich der Titeltrack Silver lining.
Neben diesen neuen Songs hatte Nils auch eine frische Band rekrutiert. Außer seinem langjährigen Weggefährten und Bruder Tom Lofgren an Keyboards und Gitarren, spielen hier völlig andere Jungs. Als da wären: Johhny 'Bee' Badanjek, der alte Drummer aus Mitch Ryders Detroit Wheels Zeiten und ebenso Sidekick namhafter Acts wie Edgar Winter, Alice Cooper, Dr. John, Bob Seger und Ronnie Montrose. Als weiteren Gitarristen und Keyboarder lud sich Nils den langjährigen Gitarrentechniker und Neil Young Tour-Mitstreiter Larry Cragg ein und als Bassisten die Washingtoner Szenegröße Ronnie Newmyer. Sicherlich eine gute Band, aber mit einem völlig anderen Groove und Zuschnitt als die guten alten Siebziger Jahre Cracks. Alle, bis auf den wuchtigen Drummer Badanjek, agieren recht unauffällig und unspektakulär, bieten Mr. Lofgren jedoch genügend Raum und Luft für seine nach wie vor relativ ausufernden Soli (die manches Mal etwas ermüdend wirken).
Die 1991er Setlist setzt sich ansonsten aus den typischen Lofgren Klassikern wie Keith don't go (in neuem Arrangement), Rock'n'Roll Crook, Cry Tough, Back it up, Moon Tears, No mercy, I came to dance und einem glücklicherweise etwas entschlackten und entsülzten Shine silently zusammen. Erfreulich auch die vollwertige Ausgrabung eines hochbetagten GRIN-Klassikers aus den frühen Siebzigern: das charmante The sun hasn't set on this boy yet. Große Freude.

Wer es schafft, alle drei Gigs in einem Rutsch anzuschauen/anzuhören, wird wohl etwas von Lofgrens Gitarrenexzessen erschlagen sein, aber in gut dosierten Einzelhäppchen macht diese wunderbare DVD durchaus Spaß, weil die unterschiedlichen Line-Ups stets variabel agieren und großes Unterhaltungspotenzial liefern und weil solche Top-Songs wie die oben gelisteten Lofgren-Klassiker einfach unverwüstlich bleiben. Eine empfehlenswerte DVD, auch wenn die alten Rockpalast-Mixes aus den Seventies soundtechnisch immer noch etwas angestaubt wirken.

Frank Ipach, (Artikelliste), 08.08.2010


Vielleicht einer der am meisten unterschätzten, auf jeden Fall aber einer der vielseitigsten, sportlichsten und sympathischsten Gitarrenhelden ist NILS LOFGREN. Nun bekommt man endlich die optische und akustische Vollbedienung mit sämtlichen Rockpalast-Auftritten des Mannes aus Chicago, der immerhin auch im nächsten Jahr seinen sechzigsten feiern wird. Die erste DVD beinhaltet den Auftritt in Köln aus dem Jahre 1991. Die E-Street-Band hatte sich gerade von BRUCE SPRINGSTEEN getrennt und in ihre Bestandteile aufgelöst, so dass LOFGREN, der ja auch ein jahrelanger musikalischer Wegbegleiter von NEIL YOUNG, Zeit hatte, bei der RINGO STARR ALL STAR BAND mitzuwirken und sich um seine etwas brachliegende Solokarriere zu kümmern. Der Gig ist dann auch so eine Art "Welcome back" Auftritt für seine treuen deutschen Fans (die er spätestens seit 1979 hatte, doch dazu später mehr) und beinhaltet reichlich Material von seinem damals aktuellen Album "Silver Lining". Darüber hinaus gibt es ein pralles Best-Of-Programm mit einer gut gelaunten Band (bei der übrigens Johnny Badanjek, der langjährige Drummer von MITCH RYDER - wieder ein Bezug zur legendären Essener Nacht von 1979 - mit dabei ist) und einer Setlist zwischen Entspannung (Keith Don't Go in akustisch) und Energie.

Die zweite DVD beinhaltet einen Auftritt in einem WDR-Fernsehstudio von 1976, der schon wegen der Frisuren und Klamotten sehenswert ist und einen noch etwas schüchtern wirkenden NILS LOFGREN samt prächtig funktionierender Band (schon damals mit seinem Bruder Tommy als Ruhepol) zeigt. Und dann natürlich, für jeden meiner Generation, der emotionale Höhepunkt: Der Rockpalast-Gig aus der Essener Grugahalle von 1979. Ich als damals junger und dummer Nichtswisser (in bezug auf NILS LOFGREN) staunte jedenfalls Bauklötze über den kleinen Großen an der Gitarre, seinem furiosen Spiel auf der Stratocaster, den auch einen mehrminütigen Ausfall bei Back It Up nicht aus der Bahn warf und natürlich den Trampolinsprung. Sofern man ihn bis dato noch nicht kannte, war er spätestens nach diesem unvergesslichen Auftritt hierzulande in aller Munde. Und auch wenn er in der Folgezeit überwiegend als Sideman (wenn auch natürlich bei Mega-Acts wie SPRINGSTEEN und auch wieder YOUNG) "abtauchte" hat sich dieses Konzert jedem, der es miterlebt hat, unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt.

Klanglich und optisch sind die Aufnahmen von 1991 deutlich besser auf der Höhe, während der Gitarrenton der 70er Jahre Mitschnitte doch in Volumen und Tiefen etwas zu wünschen lässt. Aber, wie erwähnt, hier zählen auch andere Qualitäten. Schön jedenfalls, dass man jetzt die Rockpalast-Gigs von LOFGREN kompakt mit dieser 2-DVD-Box erwerben kann und damit eine angemessene Würdigung seiner Künste und umfassende Werkschau seines Schaffens erhält. Wie sagte doch kein anderer als der "Boss" BRUCE SPRINGSTEEN so schön über NILS LOFGREN: "The most over-qualified second Guitarist in show business".

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 10.08.2010


Wenn ich eine Liste meiner absoluten Favoriten unter den Rockgitarristen erstellen sollte, dann wäre dieser Amerikaner garantiert auf einem der ersten fünf Plätze dabei. Gemeint ist niemand anderer als Nils Lofgren. Es ist schon faszinierend. Einerseits konnte er sich von Ende der 1960er bis zu Beginn der 1970er als Chef seiner eigenen Formation GRIN, immer noch aktueller Teamplayer bei der legendären E STREET BAND vom Boss Bruce Springsteen und früheres Mitglied von Neil Youngs Begleittruppe CRAZY HORSE einen sensationellen Ruf erarbeiten und genießt andererseits eine gigantische Reputation als Solomusiker. Dieser zweiten Seite seiner Karriere widmet sich die aktuelle Doppel-DVD aus der inzwischen sehr umfangreichen Rockpalast-Reihe mit dem beinahe schon zwangsläufigen Titel Nils Lofgren-Live at Rockpalast'.

Der erste Bild- und Tonträger zeigt einen mehr als zweistündigen, Auftritt vom 25.07.1991 in der Kölner Live Music Hall. Die gar nicht mal so kleine Location ist voller gut gelaunter Leute, die dem Star des Abends einen netten Empfang bereiten. Zunächst kommt Mr. Lofgren alleine mit seiner akustischen Gitarre auf die Bühne und eröffnet die Show mit Sticks And Stones und lässt dann gleich Keith Don't Go, in dessen Verlauf die vierköpfige Band dazukommt und in Song und Set einsteigt, folgen. Der quasi hyperaktive, weil ständig in Bewegung befindliche Meistergitarrist und seine Mannschaft bilden eine extrem gut aufeinander abgestimmte Einheit. Da passt kein Blatt Papier zwischen. Obwohl es keinen Zweifel daran geben kann, wer hier im Mittelpunkt des Interesses steht, muss man dem Vollprofi, der ab und an den Weg direkt zum Publikum sucht, bei seinen immer wieder ausufernden Solovorführungen, wobei seine Mitmusiker ihre Fähigkeiten ausführlich beweisen dürfen (siehe z.B. Drum- und Basssolo) völlige Allürenfreiheit bescheinigen. Er hat ganz einfach jede Menge Spaß bei dem was er da tut. Dank seiner immensen Fähigkeiten kann er von derb, über filigran bis hin zu artistisch (mit der Zunge) alles mit unvergleichlich traumwandlerischer Sicherheit spielen. Es rockt und es rollt, aber es gibt ebenso ruhige und entspannte, balladeske und sogar jazzige Momente. So ganz nebenbei wird dem Zuschauer dann auch noch deutlich, dass sein Held nicht nur ein Ass an der Gitarre, sondern außerdem ein respektabler Sänger und recht guter Tasteninstrumentalist ist.
Es überrascht also nicht wirklich, dass die Stimmung in der Halle während des fortschreitenden Gigs immer besser und euphorischer wird. Die Besucher nutzen gerne jede ihnen gebotene Gelegenheit mitzuklatschen und mitzusingen. Am Ende sind alle glücklich. Musiker und Zuschauer. Was bitte kann und will man mehr verlangen?
Meine Lieblingsnummern sind Keith Don't Go, Cry Tough, Girl In Motion, Valentine, Silver Lining, No Mercy, Shine Silently und I Came To Dance, I Don't Want To Talk About It, Any Time At All und Hang On Sloopy. Aber eigentlich sind alle hier vertretenen Tracks toll. Nils Lofgren kann meiner Ansicht nach ja gar keine schlechten Songs schreiben oder miese Coverversionen abliefern. Was der Mann anfasst klingt halt einfach gut.

Die zweite DVD führt uns in die 1970er Jahre zurück. Zuerst wird ein mit ca. fünfzig Minuten ziemlich kurzes Konzert vom 18. Mai 1976 im Studio L des WDR in Köln geboten. Hier sind relativ wenige Leute anwesend, die von Anfang bis Ende überwiegend stur auf ihren Plätzen sitzen bleiben und teilweise nicht wirklich mitgehen. Von Konzertatmosphäre kann zumindest von daher nicht wirklich die Rede sein. Insgesamt erscheint diese Show im Vergleich zu der bereits gesehenen von 1991 schon etwas weniger energiegeladen. Auch hier sind Rock, Rock'n'Roll, Singer-Songwriter-Stoff und Jazz zu erleben. Die Stücke kommen zu einem guten Teil jedoch irgendwie gezähmter und gebremster rüber. Nichts desto trotz brillieren Herr Lofgren und seine Band auch diesmal wieder von Beginn an und lassen bis zum Schluss nicht in ihrem Bemühen nach, allen Anwesenden Freude zu bereiten. Die dann doch noch zum Ausdruck kommende Begeisterung aus den Zuschauerreihen bestätigt sie darin.
Mir gefallen besonders Cry Tough, Keith Don't Go, Going Back, Rock'n'Roll Crook und Back It Up.
Der dritte und letzte Film zeigt einen Auftritt in der Essener Grugahalle in der Nacht vom 06. Oktober auf den 07. Oktober 1979 mit ca. 1 1/2 Stunden Dauer. Schon die ersten Eindrücke lassen erahnen, dass hier ein denkwürdiger Rockpalast seinen Anfang nimmt. Die Leute sind total auf Rock, speziell den von Nils Lofgren eingestellt und entsprechend voller Vorfreude auf das zu Erwartende. Kaum nachdem Albrecht Metzger den Act auf seine so typische Art angekündigt hat, geht es in die Vollen. Mit einer saustarken Version von Keith Don't Go erwischen die Künstler einen Start nach Maß. Die gesamte Zeit über halten sie ein beispielhaft hohes Niveau aufrecht. Die Gitarrenarbeit des Hauptdarstellers, egal ob solo (mit allen Schikanen wie Hinterkopf- und Zungenspiel) oder im Gruppenkontext, ist virtuos wie immer. Auch die vier Mitglieder seines Quartetts wissen zu überzeugen und erhalten ihre Rampenlichtaugenblicke (so übernimmt Bassist Wornell Jones z.B. die Leadvocals bei Heart On Fire). Da gibt es nicht die geringste Qualitätsschwankung in der Darbietung. Neben der musikalischen Seite, spielt auch die Bühnenshow natürlich eine wichtige Rolle. Der bodenständige Lofgren zeigt sich als wahres Energiebündel. So turnt er immer wieder auf dem mitgebrachten Trampolin herum, tanzt und verrenkt sich ständig irgendwie. Seine Band lässt sich davon immerhin zeitweise anstecken und tanzt mit. Auch das Publikum wird mit eingebunden. Der Frontmann geht zu den Leuten hin und lässt sie fleißig klatschen und singen. Schlussendlich haben alle ihren Spaß und lassen die Sau raus. Kein unzufriedenes Gesicht weit und breit. So muss das sein.
Ich finde Keith Don't Go, Beggar's Day, No Mercy, Cry Tough, Going Back und I Came To Dance genial.

Bild und Ton sind von unterschiedlicher Qualität. Die Show aus dem Jahre 1991 kann in beiderlei Hinsicht absolut überzeugen. Das Bild des Gigs von 1976 ist in Ordnung. Der Klang ist zwar auch als gut zu bezeichnen, wirkt jedoch stellenweise etwas undifferenziert. Das kann aber auch am Alter des Filmmaterials liegen. Die 1979er Aufnahmen bieten guten Sound und ebensolche Bilder.
Interessant ist, dass man den Musikern in extremen Nahaufnahmen wirklich auf die Finger schauen kann und dadurch mitkriegt, was die da mit ihren Instrumenten so alles anstellen. Die Totalen fangen die Stimmung auf der Bühne und im Auditorium ein und lassen sie in authentischer Weise beim Betrachter ankommen.

Es ist schön, Nils Lofgren mal wieder als Hauptfigur einer DVD bei mir zuhause begrüßen zu können. Mein erklärter Liebling ist die 1979er Dokumentation. Da spürt man eben nur pure, entfesselte und positive Energie.
Dass ein Teil des Materials bereits anderweitig veröffentlicht wurde, kommt mir persönlich jetzt nicht so schlimm vor, da ich bisher ohnehin noch keinen der hier enthaltenen Mitschnitte im Regal stehen hatte.

Michael Koenig, (Artikelliste), 15.08.2010


Als Altmetaller der Pre-NWOBHM Ära tangierte mich der kleine Nils damals eher peripher, seine Hits empfand ich jedoch nie als unangenehm, obwohl sie ja oft recht seicht daher kamen, als Essener Jung waren die "Rockpalastnächte" in der altehrwürdigen Grugahalle natürlich Pflicht, oft live in der Halle, gerne für lau zum zweiten Gig oder aber gemütlich zu Hause vor der Glotze, damals noch in Mono, weswegen die Stereo Beschallung aus dem WDR synchron zugeschaltet und selbstverständlich auch auf Tonband oder Compact Cassette mitgeschnitten wurde. Video gehörte zu der Zeit noch lange nicht zu jedermanns Grundausstattung und so musste man Jahrzehnte auf eine TV-Wiederholung warten, auf VHS Kaufkassetten oder gar DVDs, wagte man erst gar nicht zu hoffen.
Die 5. Rockpalastnacht vom 6./7.10.79 mit Southside Johnny, Nils Lofgren und insbesondere Mitch Ryder ging als "Magic-Night" in die Analen ein, die Gründe kann man u.a. HIER sowie im Rockpalastarchiv nachlesen oder sich die DVDs anschauen.
Den Southside Johnny habe ich damals verpasst, aber Nils Lofgren war live eine Wucht, kein Vergleich mit besagten Radiohits, obwohl auch diese dargeboten und vom Publikum gebührend gefeiert wurden. Joe Satriani oder Steve Vai waren als Solokünstler noch unbekannt, aber aus heutiger Sicht nahm Nils Lofgren bereits einige Aspekte vorweg, die moderne Gitarrenvirtuosen heutzutage auszeichnen, die überbordende Agilität und besonders die Trampolinsalti vorwärts und rückwärts mit gleichzeitigem Gitarrenspiel machen ihm aber so leicht keiner nach.
Der Gig aus der Grugahalle samt dem 76er Vorspiel im WDR Studio L wurde bereits 2005 veröffentlich und erscheint nun als Doppel-DVD zusammen mit einem etwas jüngeren Konzert vom 25.07.1991 aus der Kölner Live Music Hall. Bild und Ton sind naturgemäß klar besser aber ansonsten gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, diese Neuveröffentlichung zu erwerben, wenn man die Vorherige bereits besitzt, denn den Kultstatus des 79er Auftrittes kann die neue Performance nicht toppen, für alle anderen heißt es natürlich zugreifen, zumal das aktuelle Release sogar günstiger zu bekommen ist und Disk 1 natürlich vom Umfang her (24 Tracks inkl. Bonus) sogar ein eigenes Release rechtfertigen würde, zusammen auf jeden Fall unschlagbar.

Ralf Frank, (Artikelliste), 16.08.2010