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Mercury Records
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Tubular Bells
Mike Oldfield
Tubular Bells, Mercury/Universal, 2009
Mike OldfieldKeyboards, Guitars, Bass, Glockenspiel, Percussion, Flageolet, Timpani, Tubular Bells, Mandolin u. a.
Vivian StanshallMaster of Ceremonies
Jon FieldFlutes
Steve BroughtonDrums
Sally Oldfield, Mundy EllisVoices
Produziert von: Mike Oldfield Länge: 56 Min 04 Sek Medium: CD
1. Tubular Bells (Part One) 25:583. Mike Oldfield's Single 3:53
2. Tubular Bells (Part Two) 23:204. Sailor's Hornpipe 2:48

Frage: Wie viele Versionen von "Tubular Bells" braucht ein Mensch bzw. kann man ertragen? Antwort: Kommt drauf an!

Vermutlich gibt es 'die hard' Fans, die wirklich absolut jede Edition im Schrank haben müssen, genauso wie es bestimmt Puristen gibt, die nur die UK Vinyl Erstausgabe gelten lassen. Andere bevorzugen die Orchester Version oder die remasterte Vinyl-Box in Quadrofonie oder deren digitale Pendants. Doch auch davon gibt es wieder zahlreiche remasterte Versionen, darüber hinaus auch eine komplett neu eingespielte Version von 2003, die aber wegen ihrer klinischen Perfektion von manchen Fans und sogar vom Meister selbst nicht unbedingt geliebt wird.

All diese Versionen haben eins gemeinsam, die Rechte lagen bis dato bei Virgin Records und ermöglichten "Sir" Richard Branson ein sorgenfreies Leben, denn mit dem ersten Deal, den der frühere Legastheniker und Steuersünder 1972 für sein frisch gegründetes Label an Land zog, tat er den Glücksgriff seines Lebens. Die Platte verkaufte sich wie geschnitten Brot, sodass Branson mit dem Nachpressen kaum nachkam.

Oldfield selbst, damals gerade neunzehn Jahre alt, war dem plötzlichen Erfolg nicht gewachsen und bekam psychische Probleme, im Laufe der Zeit überwarf er sich später mit Branson und bezeugte dies stilvoll auf dem 1990er Album "Amarok", wo er ab Minute 48 einen Morsecode einfügte, der „fuck off r b“ bedeutete.

Insofern war es Oldfield spätestens von da an immer ein Dorn im Auge, dass jedes verkaufte Exemplar von "Tubular Bells" auch dem Virgin Boss zugute kam und er wollte unbedingt die Rechte an seinem bahnbrechenden Erstling zurückhaben. 2009 wurde dieser Wunsch schließlich wahr und er konnte sich endlich der lang ersehnten Überarbeitung der original Aufnahmen widmen. Dabei sollte der Charme und der Charakter des Originals vollständig erhalten bleiben und nur diverse technische Unzulänglichkeiten bereinigt werden. Bis auf eine klitzekleine Änderung beim Übergang von Bagpipe Guitars zu Caveman im 2. Teil des Albums, wurden den selbst gesetzten Vorgaben auch entsprochen und das Ergebnis ist wirklich beeindruckend geworden, was mich zurück zu meiner eingangs gestellten Frage bringt. Antwort: Eine, und zwar diese hier!

Natürlich ist die Entscheidung nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint, denn von der Neuauflage gibt es sage und schreibe fünf verschiedene physische Editionen (inkl. Vinyl) sowie drei digitale Versionen!!!
Alle Editionen werden das neue Stereo Mix beinhalten. Bei der Deluxe Edition gibt es zusätzlich das Original aus dem Jahre 1973 sowie eine DVD mit einem 5.1. Mix und Videomaterial, während die Ultimative Edition neben genanntem Inhalt, einem 60-seitigen Buch mit Vorwort von Mike Oldfield, einem Poster, Plektrum und weiteren Tubular-Highlights auch eine noch nie gehörte Demo-Version und Rohmaterial des Albums beinhaltet. Außerdem erscheint eine Doppel-CD-Edition des Albums inklusive einer Bonus Disc mit den größten Hits von Mike Oldfield aus der Zeit zwischen 1974 und 1983. Eine detaillierte Auflistung aller Editionen kann man sich HIER als PDF ansehen.

Fazit: Ein Versions-Overkill, aber einer der Sinn macht. Wer nur das klassische Album in neuer Klangqualität benötigt, kann mit der Standard-Edition seinen Geldbeutel schonen, für Freunde von Superlativen bleiben darüber hinaus jedoch keine Wünsche offen. Bleibt nur noch die Frage, ob das wohl die finale Edition sein wird? Antwort: Kommt drauf an!
In diesem Sinne.

Ralf Frank, (Artikelliste), 20.09.2009