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Fearless Love
Melissa Etheridge
Fearless Love, Island Records, 2010
Melissa EtheridgeVocals, Acoustic Guitar & Mando Guitars
John ShanksAcoustic & Electric Guitars
Victor IndrizzoDrums
Sean HurleyBass
John MuhoberacKeyboards
Natasha Bedingfield, Joss StoneBackground Vocals on We Are The Ones
Produziert von: John Shanks Länge: 56 Min 35 Sek Medium: CD
01. Fearless Love07. Nervous
02. The Wanting Of You08. Heavon On Earth
03. Company09. We Are The Ones
04. Miss California10. Only Love
05. Drag Me Away11. To Be Loved
06. Indiana12. Gently We Row

Da war sie uns zuletzt doch etwas zu ruhig geworden die gute Melissa Etheridge. Ja, diverse "Mutterfreuden" und Harmonie, aber auch Scheidung und Brustkrebserkrankung rütteln vielleicht nicht unbedingt den Rock'n'Roller wach, aber lieb gewonnen war sie uns doch als "Rockröhre".
Für ihr aktuelles Album "Fearless Love" hat sie sich wieder auf einen weitaus rockigeren Pfad begeben und sich mit John Shanks auch gleich den passenden Gitarristen und Produzenten geholt. Immerhin hat der sogar BON JOVI wieder halbwegs in die Spur verholfen.
Entsprechend sind da auch durchaus Ähnlichkeiten zu finden, aber, mal ehrlich: mit einer Stimme wie der von Melissa Etheridge kann man eigentlich fast nix verkehrt machen.
Mich reißt der Titelsong noch nicht so sehr vom Hocker. Zu indifferent klingt mir die Musik, kaum sind Gitarren - oder überhaupt einzelne Instrumente - in diesem kompakten Mix zu orten und zu bombastisch schraubt sich das nach oben. Dynamisch aufgebaut ist es sicherlich und die Stimme ist klasse wie eh und je.
Auch The Wanting Of You klingt noch zu konstruiert, mehr nach Drumcomputer und "zusammengebaut" aus verschiedensten Spuren. Der Refrain geht natürlich ins Ohr im Radio schaltet man das, auch als Rocker, wohl nicht aus, aber da ist noch Raum für mehr.
Company erinnert, mit seinen Eröffnungsakkorden, ein bisschen an Jenseits von Eden, tatsächlich schlägt der Song dann aber ganz stark in die BON JOVI Ecke und weißt große Verwandtschaft zu I'll Be There For You auf. Was ich ja eigentlich gar nicht so schlecht finde. Ist schließlich auch schon bald ein Vierteljahrhundert her. Jedenfalls eine schöne Powerballade mit ebenso schönem Gitarrensolo.
Und tatsächlich kommt beim nächstem Song, Miss California, auch deutlichere Gitarren in diesem funky Song zum Einsatz. Mick Jagger hatte vor Jahren, mit der Unterstützung von Lenny Kravitz mal einen Song gemacht - Use Me, auf seinem unbestreitbar besten Soloalbum "Wandering Spirit" - der auch in diese Richtung ging. Obwohl das hier deutlich mehr rockt. Ja, die Lady kommt anscheinend in Schwung und der Sound passt sich ihrem rauen Gesang an. Nein, sagt nichts, ja, auch der Beginn von Drag Me Away könnte bei Jon Boy in ähnlicher Form schon einmal existiert haben (inkl. dem "Come on, come on, come on"). Trotzdem, Melissa bringt den balladesken Song in durchaus ansprechende Bahnen und auch mit - oder sogar wegen? - den Streichern wird es eine recht spannende Angelegenheit.

Hitsingle Nummer Eins, ist für mich Indiana. Herrlich aufgebaut. Soft, zu Pianoklängen, aufgebaut, hört man schon bei den ersten Zeilen, dass es sich hier um einen echten Ohrwurm handelt. Der Song steigert sich, wie ein guter Film, immer mehr und wird uns sicher mindestens diesen Sommer begleiten. Und noch einige Jahre dazu. Das ist die Art von Song, wo man sich ein Cabrio mit offenem Verdeck wünscht und vor sich nichts als den freien Highway.
Ein bisschen auf Texas-Boogie schielt Nervous und rockt entsprechend gut. Da dürfte es live richtig geil abgehen und die Nackenmuskeln Arbeit bekommen. Rockt richtig geil, sodass man die Lautstärke nach oben fahren sollte.
Mit Heaven On Earth folgt ein mehr folkiger Song ohne großartige Höhen. Die Stimme macht's halt. Bei We Are The Ones klingen, neben ein paar indischen Elementen, einiges an Bekanntem mit rein. Das, wie ein Mantra wiederholte, "Wer are the ones" schraubt sich unnachgiebig in die Gehörgänge und dürfte den Hörer ebenfalls über einen längeren Zeitraum verfolgen. Wirklich schöne Nummer.
Da gönnt man ihr auch mal ein ruhigeres, nahezu akustisches, fast sphärisches Intermezzo, wie Only Love.
Wenige Interpreten - männlich oder weiblich - könnten einen eigentlich spartanischen Song, wie To Be Loved, zu so einem mitreißenden Orkan aufblähen. Seinen Teil trägt natürlich das Neil Young-Gewitter bei, aber natürlich auch diese Ausnahmestimme. Großes Kino.
Es geht aber auch ohne die "Big Rock Vocals", und trotzdem lauscht - und schunkelt man vielleicht - gern zu den folkigen Klängen von Gently We Row, mit leicht irischem Touch. Ein schöner Ausklang für ein gutes Album, dass einiges zu bieten hat und dem man mit "kurz reinhören" unmöglich gerecht werden kann.
Nur keine Angst, dann könnte euch "Fearless Love" eine ganze Weile begleiten und sehr oft wieder gern gehört werden.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 01.05.2010