Out Of Our Minds
Melissa Auf Der Maur
Out Of Our Minds, Roadrunner Records, 2010
Melissa Auf Der MaurVocals, Bass, Guitar & Keyboards
Jordon ZadoroznyGuitar & Bass
Chris SorensenGuitar
Adam TymnGuitar & Keyboards
Chris GossGuitar & Keyboards
Gavin BrownKeyboards
John StarnierDrums
Vince NudoDrums
Joe McChanDrums
Colin RobinsonDrums
Josh FreeseDrums
Glen DanzigVocals (on Father's Grave)
Produziert von: Alan Moulder, Chris Goss & Mike Fraser Länge: 53 Min 49 Sek Medium: CD
01. The Hunt07. Meet Me On The Dark Side
02. Out Of Our Minds08. This Would Be Paradise
03. Isis Speaks09. Father's Grave
04. Lead Horse10. The Key
05. Follow The Map11. The One
06. 22 Below12. 1000 Years

Bekannt geworden ist die Kanadierin schweizerischer Abstammung und Tochter eines Politikers sowie einer Dramatikerin als Bassistin bei HOLE und den SMASHING PUMPKINS. Aber schon mit ihrem ersten Soloalbum hat sie das in ihr schlummernde Potential aufgezeigt und mit “Out Of Our Minds“ beweist sie, dass sie noch einen Schritt nach vorne gemacht hat. Mit einer bewundernswerten Leichtigkeit verbindet sie ihre in den Neunzigern liegenden Wurzeln mit Elektropop und Industrial, um dann alles in geheimnisvoll dunkel schillernden Farben zu präsentieren.

Es gibt pointierte, eingängige Songs, die die Brücke von HOLE zum Pop schlagen (The One), dunkel gefärbten, eleganten, geheimnisvoll-sirenenhaften Alternative-Rock (das geradezu hypnotische 1000 Years, Out Of Our Minds oder das mächtige Isis Speaks), alles zusammengehalten von einem mitunter mächtig in die Vollen gehenden Bass. Dessen Zuckungen (The Hunt) werden immer wieder konterkariert von der mystischen Stimmung, die nicht zuletzt durch den Gesang herbeigeführt wird. Selbst ein Duett mit dem nicht mehr ganz taufrischen Schinkengott Glenn Danzig (Father’s Grave) gerät da alles andere als peinlich. Selbst auf psychedelischem Parkett rutscht der Rotschopf bei dem rein instrumentalen Lead Horse nicht aus, sondern lässt einen Hauch von Dub vorbeiwehen.

MELISSA AUF DER MAUR präsentiert sich auf “Out Of Our Minds“, das im übrigen gemeinsam mit einem Kurzfilm und einem dazugehörigen Comic als multimediales Gesamtkunstwerk zu sehen ist, als eigenwillige, selbstbewusste und detailversessene Musikerin, die mit Geschmack, einer Vielzahl von Ideen und einer eigenen Handschrift zu überzeugen weiß, wobei sie gerne die etwas dunkleren Ecken ausleuchtet. So ist diese Musik nicht zu sperrig, um den Zugang zu erlangen, aber immer noch geheimnisvoll genug, um sich nicht vollkommen zu offenbaren und damit die Spannung zu erhalten.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 14.04.2010