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Weary And Wired
Weary And Wired, Provogue, 2007
Marc Ford Vocals and Guitars
Muddy Bass, Background Vocals
Doni Gray Drums, Backgorund Vocals
Additional Musicians:
Elijah Ford Bass on Featherweight Dreamland, 2nd Guitar on 1000 Ways, Background Vocals
Mike Malone Hammond Organ and Piano
Afton Organ on Smoke Signals
Aaron West Sax
Will Artope Trumpet
Chris Lizotte, Kirsten Ford, Scott Owen, Joel Owen Background Vocals
Produziert von: Marc Ford Länge: 65 Min 14 Sek Medium: CD
1. Featherweight Dreamland9. Currents
2. Don't Come Around10. Just Take The Money
3. It'll Be Over Soon11. Medicine Time
4. Dirty Girl12. The Same Thing
5. The Other Side13. Running Man Blues
6. 1000 Ways14. Bye Bye Suzy
7. Smoke Signals15. The Big Callback
8. Greazy Chicken

"Weary" sieht er ja schon aus, auf dem Cover seiner aktuellen CD, aber die Verwirrung bei den Fans ist mit Sicherheit auch nicht gerade gering. Hat man sich doch vor nicht allzu langer Zeit noch über die Rückkehr Marc Fords in den Schoß der BLACK CROWES und das Live-Album "Freak'n'Roll" gefreut, hat man sich auch schon wieder getrennt. Ach, es ist ein Jammer, aber immerhin wurde uns mit "It's About Time", während der letzten Auszeit, doch ein Ford'sches Soloalbum beschert - welches den Kollegen Domrath zu regelrechten Lobpreisungen hinriss.
Rein optisch würde den Marc heute kaum einer erkennen, wenn er ihm auf der Straße begegnete, aber sein Gitarrenspiel ist signifikant und hervorragend, wie gewohnt. Schon bei Featherweight Dreamland fühlt man sich sofort an die Crowes erinnert und die Slidegitarre ist da nur ein typisches Element. Da kommt gleich Schwung in die Bude. Wenn Marc, zu Beginn von Don't Come Around, ein paar Mal über die abgedämpften Saiten schrubbt, klingt es würde sofort das Riff aus Sting Me hinterher krabbeln. Der Song klingt dann mehr nach Neil Young, bzw. CRAZY HORSE und hat viel von einem rauen Are You Ready For The Country. Auch Marcs Stimme klingt recht rau und er scheint sich mittlerweile einiges von Chris Robinsons Gesangsstil angeeignet zu haben. Was sehr gut kommt!

Und wenn er schein bereit für 'Country' ist, dann widmet sich der Gitarrist mit dem folgenden It'll Be Over Soon dementsprechend dem Country-Rock, wie die THE BYRDS und Konsorten in den 60ern zelebrierten und wie ihn ein Neal Casal. Da ist der Schritt zu Tom Petty nicht allzu groß und wenn Tom seine Mary Jane zum letzten Tanz bittet, dann schnappt sich Marc eben sein Dirty Girl. Tja, so einen Song wünschte sich mancher mal wieder aus dem Hause Petty.
1000 Ways pendelt wundervoll zwischen einem funky Groove und Southern-Soul und bringt die Hüften unwiderstehlich zum Mitschwingen. Dazwischen haut Marc immer mal eines seiner bewährten Solo-Licks. Richtig klasse wird's aber mit Smoke Signals. Gott! Das ist die beste Ballade, die die BLACK CROWES seit Wiser Time nicht gemacht haben! Wie gesagt, ähnelt der Gesang von Marc, wenn es sein muss, verblüffend dem von seinem Ex-Chef - besonders im Ohrschmeichel-Refrain - und im Soloteil bedient sich Mr. Ford trefflich bei den Feedback-Vorlagen von Mr. Neil Young. Geil! Also wenn das keine "Rauchzeichen" (man beachte die Doppeldeutigkeit) Richtung der "Krähen" sind!
Bläserunterstützter Soul-Swamp-Groove lädt im Instrumental Greazy Chicken zum Vodoo-Dance ein, wonach man sich dann gern erschöpft in die Arme der Ballade Currents, die irgendwo zwischen späten BEATLES und mittlerem Neil Young ("Zuma"-Zeiten) hängt, gleiten lässt.

Zu Zeiten seines Pre-Crowes Trios BURNING TREE klang Marc weit mehr nach Hendrix, aber das hat er natürlich auch heute noch drauf. Also, jedenfalls in dem Maße, wie ich mir den Jimi noch anhören kann. Das zeigt sich sowohl in Just Take The Money als auch in dem funkigen Medicine Time.
Obwohl durchaus ansprechend gemacht und sowohl die Gitarren-, als auch die Hammond-Soli kommen schon geil, nimmt mir Willie Dixons The Same Thing hier doch etwas den Drive heraus. Für sich genommen klasse gemacht, aber mehr Stimmung kommt doch beim folgenden flotten Running Man Blues auf und erst recht bei Bye Bye Suzy. Hier könnte man das 'Suzy' ruhig durch 'Johnny' ersetzen, denn in bester Chuck Berry-Manier rockt das großteils. Dazu klingt dann noch etwas Chris Spedding a la Motor Bikin' mit rein. Rockt prima.
Abschließend ergeht man sich noch mal in einem New Orleans jazzy-groove Instrumental, natürlich mit reichlich Blech.
"Weary And Wired" klingt vielleicht nicht auf Anhieb so homogen und augenblicklich vereinnehmend wie sein Vorgänger, aber es finden sich zahllose grandiose Momente und etliche hervorragende Songs und Sounds auf diesem Album, die es für Fans der Black Crowes, und von Marc sowieso, zum Pflichtteil machen. Da müssen die Gebrüder Robinson erst mal nachlegen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 18.11.2007