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Tales Of The Magician
Tales Of The Magician, Dockyard1, 2008
Dan RubinVocals
Renato OsorioGuitars
Christiano SchmittGuitars
Elizandro MaxBass
Zé BocchiDrums
Produziert von: Renato Osorio & Elizandro Max Länge: 55 Min 59 Sek Medium: CD
Intro: Let The Spell BeginDark Ritual (Hear Your Master's Call)
Prime EvilMinstrel's Domain
Underworld TerrorSiege Of Zelgian
SandstormCrossing The Last Gate
Terminal DayLet The Harmony Endure

Brasilien ist in Metal-Hinsicht ein wirkliches Phänomen. Mussten sich die Metalheads noch während der Zeit der Militärdiktatur quasi im Untergrund verstecken, so explodierte die Szene nach 1985 regelrecht und brachte nicht nur der Fanszene explosionsartige Zuwächse, auch landeseigene Bands wuchsen fortan wie Pilze aus der Erde.

Die Saat, die SEPULTURA, ANGRA und SOULFLY einst säten, wird nun zunehmend auch von anderen brasilianischen Nachwuchsbands auf dem europäischen Kontinent geerntet.
Gut verstreut über verschiedene Plattenlabels haben im letzten Jahr zum Beispiel Acts wie THESSERA und TORTURE SQUAD ihre Aufnahmen an den Mann bringen können.

Auch MAGICIAN haben acht Jahre nach ihrer Gründung den Schritt geschafft, ihr Debut hierzulande auf den Markt werfen zu können.
Mit Dockyard1 werden die fünf Jungs aus Porto Alegre dabei durch ein aufstrebendes Label und mit SPV durch einen renomierten Vertrieb unterstützt.
Und die Unterstützung aus den teutonischen Landen war noch weitergehend, denn obwohl "Tales Of The Magician" in Brasilien aufgenommen wurde, fand die abschließende Soundveredelung des Silberlings fast ausschließlich in der schönsten Stadt der Welt statt - Hamburg !
Den Endmix und das Mastering des Albums erledigten nämlich Kai Hansen und Dirk Schlächter, die Wegbereiter dafür waren, dass seit Mitte der 80er Jahre die Power-Metal- Szene stetig angewachsen ist. Unterstützt wurden sie dabei von Arne Lakenmacher, der u.a. schon KREATOR, DESTRUCTION, GAMMA RAY und M.O.D. ins Studio begleitete.

Letztendlich passt diese Prominenz auch wie die Faust auf's Auge zur musikalischen Ausrichtung MAGICIANs, denn MAGICIAN spielen (fast) lupenreinen Power Metal.
Dass brasilianische Bands dabei eher verspielt zu Werke gehen, das bemerkt man schon beim Intro, bei dem gesanglich kleinere Ausflüge in die Operette unternommen werden.
Der Abwechselungsreichtum setzt sich dann in den kommenden 50 Minuten weiter fort. Im Gegensatz zu manchen Kollegen setzten MAGICIAN nicht nur auf genretypische Double-Bass-Refrains sondern auch das ein oder andere Mal auf ruhigere Töne.
Besonders deutlich wird dies auf dem Track Minstrel's Domain, der zu weiten Teilen von akustischen Gitarren und Flötentönen getragen wird.

Außerdem blitzen hier und da immer mal wieder progressive Elemente durch, die zeitweise ein wenig an DREAM THEATER erinnern.
Neben all diesen positiven Elementen möchte ich auch den Gesang von Dan Rubin heraustellen, der für ein brasilianisches Produkt angenehm akzentfrei ist.

Abschließend kann ich sagen, dass mich MAGICIAN durchaus überrascht haben. Ich hatte wirklich Lust, immer mal wieder in das Album hineinzuhören, obwohl ich ansonsten relativ wenig Power Metal höre.
Die Platte bleibt auch nach mehreren Durchgängen immer spannend und nervt vor allen Dingen nicht durch Eunuchengesang oder ähnlichen Ausprägungen männlichen Chauvinismus', die oftmals in dieser Musikrichtung zu finden sind.

Weiter so, Jungs !

Kay Markschies, (Artikelliste), 24.09.2008