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Smoke And Mirrors
Lynch Mob
Smoke And Mirrors, Frontiers Records, 2009
Oni LoganVocals
George LynchGuitars
Marco MendozaBass
Scott CooganDrums
Produziert von: George Lynch Länge: 61 Min 01 Sek Medium: CD
01. 21st Century Man 4:5508. The Phacist 4:10
02. Smoke And Mirrors 5:0009. Where Do You Sleep At Night 3:50
03. Lucky Man 4:2910. Madly Backwards 4:12
04. My Kind Of Healer 3:3311. We Will Remain 4:37
05. Time Keepers 6:5412. Before I Close My Eyes 4:43
06. Revolution Heros 4:0113. Mansions In The Sky (Bonus) 4:19
07. Let The Music Be Your Master 6:19

Logo Lynch Mob

George Lynch wurde bereits am Anfang seiner Karriere sowohl von Fachleuten wie Fans in die Riege der "Gitarrengötter" erhoben, was möglicherweise mit ein Grund dafür war, sich trotz des Höhenfluges von DOKKEN zum Ende der 80's von der Band abzunabeln. Die Entscheidung war für alle Beteiligten nicht sonderlich förderlich, denn Lynch teilt im Prinzip das Schicksal Vieler seiner Zunft, als Techniker genial, aber als Songwriter nur Durchschnitt, sodass auch seine Solopfade diesem Muster folgen sollten.

Auch Don Dokken war nach dem Split lange nicht mehr so erfolgreich, doch als beide ihre Fehler gezwungenermaßen einsahen und sich 1994 wieder zusammen rauften, war der Zug längst abgefahren, drei Jahre später wurde das erneute Kapitel nach mäßiger Resonanz wieder geschlossen und Mangels Alternativen ein neues Kapitel LYNCH MOB geöffnet.
Das Debut "Wicked Sensation" hatte in 1990 zwar respektable Verkaufszahlen eingefahren, annähernd eine halbe Million klingt ja erst mal nicht so schlecht, doch wenn man den Hype bedenkt, der damals um die Band entstand und die Umsätze auf dem US-Markt aus der Zeit zur Rate zieht, war das Ergebnis doch eher bescheiden und weder eines der folgenden "Mobster" Alben noch seine Solowerke sollten jemals an die gute alte Zeit anknüpfen können.

Zur Jahrtausendwende erschien "Will Play for Food", ein für schwächelnde Karrieren typisches Coveralbum allerdings mit einem richtungsweisenden Titel, der zumindest von einer gehörigen Portion Selbstironie zeugt und das Album dadurch fast schon wieder liebenswert macht, die Songauswahl ist zumindest nicht uninteressant.
Aber auch das nächste Solo-Album bestand wiederum nur aus Coversongs und auch das Nächste und das Übernächste, unterbrochen nur von einer "Best of..." Compilation, einer Weihnachtssingle, einem Live Album sowie einem "LYNCH MOB covert LYNCH MOB und DOKKEN" Cover-Album, Gastspiele bei irgendwelchen Pop-Starlets und so weiter und so fort, "Will Play For Food" trifft es daher leider ziemlich genau.
In diesem eher uninspirierten Reigen gibt es immerhin zwei halbwegs erwähnenswerte Ausnahmen (ok, die Cover Alben sind nicht wirklich schlecht, bloß irgendwie überflüssig), einmal die Wiedervereinigung mit seinem kongenialen Partner aus DOKKEN Tagen Jeff Pilson sowie das kürzlich erschienene SOULS OF WE Bandprojekt, welches eigentlich recht vielversprechend war, sodass ein weiteres LYNCH MOB Album zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich überraschend kam.

Auf "Smoke And Mirrors" finden wir neben Ur-LYNCH MOB Frontman Oni Logan den umtriebigen Marco Mendoza (WHITESNAKE, THIN LIZZY) am Bass sowie Scott Coogan (BRIDES OF DESTRUCTION, ACE FREHLEY) am Schlagzeug (der kurzfristig für den indisponierten Tommy Aldridge einsprang).
Hinkte Lynch bisher mit seinem Songwriting jeweils dem Zeitgeist um ein paar Jährchen hinterher, so könnte ihm gerade dadurch diesmal der große Wurf gelingen, denn mit seinem old school Hard bzw. Blues Rock und Hair Metal passt er haargenau in eine grassierende Retro-Bewegung (siehe z. B. auch MACHINES OF GRACE).

"Wir waren uns nicht sicher, was passieren würde" erinnert sich George, "aber sobald ich die ersten Ideen von Oni zu hören bekam, wusste ich, dass die alte Chemie immer noch da war. Wir verbrachten einige Monate um Songs zu schreiben. Der erste Rutsch hatte beinahe einen Hauch von Southern Rock und dann war da ein bisschen Akustik und Slide in Arbeit. Außerdem war da eine richtige 70's Stimmung.
Diese ersten Songs hatten Elemente, die an FLEETWOOD MAC, ZEPPELIN, BLACK CROWES oder die STONES erinnerten und es war alles sehr bluesig. Wir ließen die Songs eine Weile wirken und dann nahmen wir sie uns ein zweites Mal vor.
In der Zwischenzeit waren wir als Band enger zusammen gewachsen, nachdem wir den ganzen Sommer über auf Tour waren und wir schrieben neues Material bewusst mit dem "Wicked Sensation" Album im Hinterkopf. Wir aktualisierten die früheren Songs ein wenig und schrieben noch ein paar etwas mehr "gewagtere" Stücke und dann gingen wir ins Studio.
"Smoke And Mirrors" ist das Album, welches wir eigentlich als Nachfolger von “Wicked Sensation” hätten machen sollen... aber besser spät als nie".

Das Album wird in Deutschland am 18. September und in den USA am 13. Oktober erscheinen und die Band steht in den Startlöchern, um auf eine weltweite Promotion-Tour zu gehen, die sie als Support eines (noch nicht näher bezeichneten) Headliners auch nach Europa führen soll.
"Es ist viel zu lange her, dass ich in Europa gespielt habe und deshalb brauchen wir dort unbedingt eine ausgiebige Tour ... zuletzt war LYNCH MOB dort mit QUEENSRŸCHE... und ich denke, das war 1991!" folgert George Lynch.

Fazit: Wer LYNCH MOB 1990 als einen halb garen DOKKEN Ableger verschmäht haben sollte und auch die diversen Werke der Zwischenzeit links liegen ließ, sollte jetzt aber unbedingt mal reinhören, dies gilt natürlich für alle treuen Anhänger umso mehr und allen Ted Nugent Fans sei nebenbei Let The Music Be Your Master ans Herz gelegt (ihr werdet es schon merken, wieso).
In diesem Sinne:
Will Play for Food!

P.S.: Hatte ich eigentlich die Udo Lindenberg Anekdote erwähnt, Nein? ;-)

Ralf Frank, (Artikelliste), 28.07.2009