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Electronic Sheep
Electronic Sheep, Eigenverlag, 2009
Uwe Cremerdiverse Electronic Programme
Produziert von: Uwe Cremer Länge: 65 Min 37 Sek Medium: CD
1. String Theorie (15:26)4. Dishwasher (10:18)
2. S.E.T.I. (8:44)5. Traumphase (6:08)
3. Elfenstaub (8:21)6. Theta Null (16:31)

He did it again. Level Pi aka Uwe Cremer legt ein Zweitwerk im Alleingang vor. Sein Debut Entrance von 2006 war dem PINK FLOYD'schen Kosmos, ein wenig dem Krautrock und der Electronic zugeneigt. Und für mich ein absolut erstklassiges Werk, durchgängig spannend und gut hörbar.

Auf der brandneuen Electronic Sheep lässt er nun die E-Gitarre im Case liegen und konzentriert sich völlig auf die elektronischen Klänge der von ihm so heißgeliebten 70er Jahre. Klar, dass da als Referenznamen immer TANGERINE DREAM oder auch KLAUS SCHULZE herhalten müssen. Cremer findet aber auch Gefallen an anderen Tönen der elektronischen Pionierjahre und so gibts mit dem Stück Dishwasher eine ganz tolle Klangcollage dessen Inspiration eindeutig CLUSTER geschuldet ist. Nomen est omen - Cremers gesampelte Spülmaschine gibt hier tatsächlich den Grundrhythmus vor. Könnte von mir stammen die Idee, ich höre dem rhythmischen Geräusch der Spülmaschine auch immer besonders gern zu.

Aber von Anfang an. Gleich zu Beginn der CD in Stringtheorie ist ordentlich der große KS drin. Elegische Streicher, zirpender Moog, Sequencer und ein Schlagzeug, das aufs erste Hören glatt live gespielt klingt. Bei solchem Nachwuchs muß KLAUS SCHULZE nicht bange um sein Erbe sein. In Frankreich schwebt wohl Elfenstaub umher, denn ich schwöre, das muß ein unentdeckter JEAN-MICHEL JARRE Song aus den späten 70ern sein. Nachdem die Spülmaschine einen von den Elfen zurück in die Realität der Küche geholt hat, widme ich mich ausgiebig im Lieblingssessel einer Traumphase. Dort grüßt mich MICHAEL ROTHER. Schwebend leicht wie es zum Titel passt, mit einer wunderschön leichten Melodie, herrlich unterlegt mit einer alten scheppernden Drum-Machine.

Beim Tagträumen drifte ich regelmäßig ins Weltall, lässt sich bei nem Science-Fiction Liebhaber wie mir nicht vermeiden. Heute lande ich auf Theta Null und....huch.....bin anscheinend in einem neuen John Carpenter Movie angekommen. The Fog, Halloween, Escape from New York, all diese mystisch geheimnisvoll leicht rhythmisch spannenden Soundtrackmusiken kommen mir sofort in den Sinn bei diesem Stück. Gänsehaut total ! Im weiteren Verlauf sinds aber TANGERINE DREAM in ihrer Mitt-70er Hochphase die hier Pate standen, bevor nach etwas über 13 Minuten die Carpenter-Klänge wieder zurückkommen. Auch hier gibt es extrem gut programmiertes Schlagzeug. Man merkt, dass Uwe Cremer davon ne Menge versteht, im Gegensatz zu so manchem Electronic-Kollegen bei dem die Beats oft sehr nach Rhythmus-Alibi "weil es halt sein muss" klingen.

Stück Nr. 2 fehlt noch. Das konnte ich nicht exakt zuordnen und drum kurz einmal nachgefragt beim Meister selber. Richard Barbieri, der Tastenspezialist von PORCUPINE TREE stand hier als Vorbild im Raum. Nun, die Solowerke Barbieris kenn ich leider nicht, aber diese ruhig blubbernden spacigen Late-Night Klänge gefallen mir ebenfalls sehr gut.

Der Kölner Musiker legt zum zweitenmal eine richtig tolle Scheibe ganz aus eigener Hand vor. Hut ab, das nötigt mir gehörig Respekt ab. Ein sicherer Tip für jeden Electronic-Liebhaber. Electronic Sheep ist eine tolle Hommage an verschiedene Vorbilder des Musikers, es funktioniert wie ein sehr guter Sampler der einen entspannten Abend auf der Couch begleitet, und dabei doch spannend genug ist um konzentriert zuzuhören. Gerade auch die völlige Abwesenheit stupider Einheits-Dosenrhythmen macht das hier so spannend. Aber so war Electronic-Music, bevor der Standard-Technobeat der Kreativität den Garaus gemacht hatte.

Wer also nicht nur seinen Klaus Schulze oder nur seine Tangerine Dream oder nur was auch immer hört, sondern die Ohren gern übergreifend aufsperrt, bitte hier unbedingt zugreifen ! Erhältlich als CD-R mit Cover und Labelaufdruck auf Uwe Cremers Homepage. Die mühsame Suche nach nem passenden Plattenlabel hat er sich nämlich erstmal geschenkt.

Jürgen Gallitz-Duckar, (Artikelliste), 16.01.2009