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Iron Pages Books
Whole Lotta Led
Whole Lotta Led – Unsere Reise mit Led Zeppelin, Iron Pages Books, 2007
ISBN: 978-3-931624-34-7
Umfang: 256 Seiten
Preis: 19,90 € zzgl. Versandkosten

Am 10. Dezember 2007 war es endlich soweit: Eine der vermeintlich größten Rockbands aller Zeiten enterte die Bühne der O2-Arena in London, um ihren ersten Volle-Länge-Gig seit 1980 zu spielen. LED ZEPPELIN, in den glorreichen Siebziger Jahren unstrittiger Wegbereiter des bluesbetonten Hard-Rock, verkauften seit 1969 an die 300 Millionen Alben und dienten Heerscharen von Rockbands als Impulsgeber und Vorbild.
LED ZEP's Geschichte, die einerseits von immensen Erfolgen, aber auch von bitteren Rückschlägen gekennzeichnet war, wurde oft genug dokumentiert und die vier Original-Mitglieder, Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham wurden von ihren Fans an die Spitze des Rock-Olymps katapultiert und verwalten im Glanze ihres leuchtenden Heiligenscheins das ruhmreiche Band-Erbe.

Zwei dieser hingebungsvollen LED ZEP-Fans haben sich nun also aufgemacht, ihre lebhaften Erinnerungen in Form eines Buches namens "Whole Lotta Led" der Nachwelt zu vererben. Die beiden kalifornischen Autoren Ralph Hulett und Jerry Prochnicky, die ihrerseits einiges an Erfahrung in Sachen Rockjournalismus vorzuweisen haben - so veröffentlichte Hulett seine Artikel u.a. in Magazinen wie 'Relix' und 'Goldmine' und Prochnicky verantwortete sich als Co-Autor eines Buches über Jim Morrisson - zeichnen allerdings ein verdammt bemühtes, rockmusikalisches Bild der Legende LED ZEPPELIN. Der einigermaßen mit der Historie der Band vertraute Rockfan erfährt hier nichts wesentlich Neues, sondern muß sich immer und immer wieder mit verblendeten, und sich im Wortlaut ständig wiederholenden Schilderungen über diverse LED ZEPPELIN-Gigs in den Siebzigern langweilen, bzw. sich die euphorischen Lobgesänge der damals noch recht jungen Autoren über die jeweiligen ZEPPELIN-Alben anhören. Das mag eine Zeit lang einen gewissen Unterhaltungswert besitzen, gerät aber auf Dauer und erst recht über die Länge eines fast 250 Seiten starken Buches zu einem rechten Langweiler.

Natürlich, dies ist ein aus der Sicht brennender Fans geschriebenes Buch, doch die devote Haltung der Autoren, die völlig kritikfreie und selten einmal sachlich reflektierte Haltung ihren glorifizierten Helden gegenüber, verursacht im Laufe der Zeit nur noch saures Aufstoßen. Zu allem Überdruss gesellt sich schließlich noch der Unmut über eine mehr als schluderige Übersetzung, die sich als hölzern, eckig und kantig herausstellt und jegliche sprachliche Eleganz vermissen lässt. Ich habe keine Ahnung, ob das amerikanische Original ein wenig gefälliger klingt und über den Status eilig notierter Tagebucheintragungen hinauskommt, doch die deutsche Übersetzung erweckt den Eindruck, als habe sich ein Oberstufenschüler mit dem Dictionary hingesetzt, um sich mit dem Honorar für die Übertragung aus dem Amerikanischen sein zukünftiges Englischstudium zu finanzieren. Die Lektüre dieses Buches wird somit keineswegs zum Genuss, sondern entpuppt sich für den Rezensenten als lästige Pflichtübung. Aufmachung, Inhalt und Preis dieser Lektüre verbieten eine weitere Empfehlung.

Frank Ipach, (Artikelliste), 06.01.2008