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The Best Of The Johnny Cash TV Show
The Best Of The Johnny Cash TV Show, Sony BMG, 2007
Johnny Cash, Tammy Wynette, George Jones, Lynn Anderson, Bobby Bare, Ray Charles, Derek And The Dominos, Kris Kristofferson, Roy Orbison, The Carter Family, The Statler Brothers, Waylon Jennings, Joni Mitchell, James Taylor, Carl Perkins, The Tennessee Three,
Produziert von: Lou Robin and John Carter Cash Länge: 51 Min 17 Sek Medium: CD
01. The Johnny Cash Show Opening / I Walk The Line - Johnny Cash09. Loving Her Was Easier (Than Anything I'll Ever Do Again) - Kris Kristofferson
02. Flesh And Blood - Johnny Cash10. Medley: Only The Lonely / Oh, Pretty Woman - Roy Orbison
03. Stand By Your Man - Tammy Wynette11. Belshazzar - Johnny Cash w/ The Carter Family and The Statler Brothers
04. Medley: She Thinks I Still Care / Love Bug / The Race Is On - George Jones12. Brown Eyed Handsome Man - Waylon Jennings
05. I've Been Everywhere - Johnny Cash and Lynn Anderson13. Girl From The North Country - Johnny Cash and Joni Mitchell
06. Detroit City - Bobby Bare14. Fire And Rain - James Taylor
07. Ring Of Fire - Ray Charles15. Daddy Sang Bass - Johnny Cash, The Carter Family, The Statler Brothers, Carl Perkins and The Tennessee Three
08. It's Too Late - Derek And The Dominos16. I Walk The Line (Reprise) / Closing Monologue - Johnny Cash

Jeder Idiot kann heutzutage eine Fernsehshow bekommen. Und kriegt sie auch. Selbst wenn sie nach der ersten Ausstrahlung schon wieder abgesetzt wird. Kein Problem bei Hunderten von Kanälen, die man empfangen kann.
1969 sah das, sogar in den USA, anders aus. Gerade mal drei Sender "bestrahlten" das Land und trotzdem bekam Johnny Cash, zur besten Wochenendsendezeit diese Plattform kredenzt. Es führte, zu diesem Zeitpunkt - und nach dem Riesenerfolg der seiner Schallplatten - kaum ein Weg an dem Country-Star vorbei.
Ende letzten Jahres hab ich mich bereits der Doppel-DVD gewidmet, die endlich auch uns Deutsche einige der Highlights der Show auf den Bildschirm brachte.
Da durfte wohl die Audio-CD nicht fehlen, auf der allerdings - bei knapp über 50 Minuten Spielzeit - auch noch Platz für ein paar zusätzliche Songs gewesen wäre. Ich sag's auch gleich: Holt euch die DVD, dann könnt ihr euch die CD sparen.
Wer allerdings keinen DVD-Player hat, keine Zeit vor der "Kiste" zu sitzen oder auch im Auto, Garten, etc., der Show lauschen möchte..., warum nicht.
Weil man ohne die zugehörigen Bilder wohl besser hinhört, ist das sogar gar nicht so schlecht. Sogar richtig witzig, wenn beim Intro Folsom Prison Blues von einer Blaskappelle angespielt wird. Das obligatorische "Hello, I'm Johnny Cash" folgt und das frenetisch begrüßte I Walk The Line. Ein bestens gelaunter Johnny Cash streut zwischendurch immer mal ein paar Begrüßungen und "Whoo's" ein und sorgt so umgehend für Stimmung.

Die Ansagen von Cash sind nahezu genauso unterhaltsam und interessant, wie die Songs, von denen sein Flesh And Blood sogar nur hier enthalten ist. Ein großer Song!
Nachdem ja alles live eingespielt wurde, ist es toll, welche Leistungen da vollbracht wurden. Ein - trotz der süß-schmierigen Streicher - ergreifendes Stand By Your Man von Tammy Wynette. Klasse, das "Classic-Country"-Medley von George Jones. Den muss man aber eigentlich sehen. Wie kann man singen, ohne die Zähne auseinander zu bringen? Der schafft das und wer wissen will, woher die BOTTLE ROCKETS große musikalische Einflüsse bezogen, der hört hier mal hin.
Grandios natürlich auch das rasante I've Been Everywhere-Duett von Johnny Cash und Lynn Anderson. Da kriegt man ja beim Zuhören Atemnot. Country at it's best!
Der altbekannte Klassiker Detroit City ("I wanna go home...") ist vielleicht nur noch in Bobby Bares Version erträglich, aber dann singt man auch fast schon mit. Die Streicher sind auch hier wieder etwas nervig...
Absolutes Highlight ist Ray Charles' Soul/R&B-Version von Ring Of Fire. Erkennt man eigentlich nur am Text, ist aber eine geniale Interpretation!
Ebenfalls herausragend Eric Clapton mit DEREK AND THE DOMINOES und It's Too Late, von Blues und R&B durchtränkt, mit tollem Backgroundgesang.
Das trifft auch auf Kris Kristoffersons Loving Her Was Easier... zu. Kein anderer Songwriter schafft es einen Refrain so lange zurückzuhalten, dass er schließlich wie eine Erlösung über einen kommt. Behaupte ich.
Roy Orbison muss man nicht unbedingt sehen, aber trotz allem Schmalz kann ich mich der Faszination von Only The Lonely nicht erwehren. Aber Pretty Woman macht trotzdem mehr Spaß!

Ganz weit zurück, geht Cash mit dem ersten Song, den er damals Sam Philips bei Sun Records vorspielte: Belshazzar. Vielleicht hat da noch der mächtige Backgroundgesang gefehlt. Ein mitreißender Song muss es damals schon gewesen sein, wenn auch nicht zeitgemäß.
Cashs alter Kumpel Waylon Jennings ist der perfekte Partner für einige Sticheleien zwischen den Beiden. Und ein beeindruckender Interpret von Chuck Berrys Brown Eyed Handsome Man im Countryrock-Stil.
Gibt's eine bessere und passendere Partnerin für Girl From The North Country als Joni Mitchell? Schwerlich. Übrigens: Sind euch mal die textlichen Parallelen zu Simon & Garfunkels Scarborough Fair aufgefallen? "Remember me to the one who lives there, she once was a true love of mine...", sag ich da nur.
Wie schon auf der DVD, kommt mir James Taylors Fire And Rain wie die reinste Offenbarung vor. Was für eines Stimme!!
Über Daddy Sang Bass vom Flottenverband Johnny Cash, Carter Family, Statler Brothers, Carl Perkins und den Tennessee Three vorgetragen, braucht man keine Worte mehr verlieren. Nur noch Mitklatschen und Mitsingen.
Ein ordentlicher Gentleman verabschiedet sich und bedankt sich, wie es Cash hier macht. Auch wenn mancher der dabei erwähnten auf diesem Album leider vermisst wird. Eine Doppel-CD wäre wohl angebrachter gewesen. Oder doch die DVD? Eure Wahl.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 10.05.2008