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Jefferson Peppers neuestes Projekt ist eine richtig gute Idee: Die Geschichte der United States Of America mit 50 Songs Revue passieren zu lassen. Den "ersten Teil" hatten wir bereits im März dieses Jahres rezensiert und für gut befunden. Dem "Red Album", wie's der Einfachheit halber auch genannt wurde, folgt nun "American Evolution Vol. 2" oder einfach "The White Album". Als dritter Teil ist Ende des Jahres "The Blue Album" geplant. Red - White - Blue, SKYNYRD war's gar einen Songtitel wert, sind die Farben der us-amerikanischen Nationalflagge: Mit dem entsprechenden Artwork ist's ein trefflicher Titel für solch ein monumentales Werk.
Im ersten Teil wurden die Anfänge der USA, der Bürgerkrieg, die industrielle Revolution, der erste Weltkrieg und die große wirtschaftliche Krise in den 20er und 30er Jahren abgehandelt. Nun beginnt der zweite Teil mit dem Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg, die unrühmliche Mc-Carthy-Aera, Korea, Vietnam, das Civil-Rights-Movement und endet beim Zerfall des "Eisernen Vorhangs" 1989. Wer allerdings eine Auseinandersetzung mit diesem Thema auf intellektuellem Niveau erwartet, könnte leicht enttäuscht werden. Jefferson Pepper verpackt seine Sichtweise der nordamerikanischen Historie in kleine Geschichten, die zwar sehr griffig und plakativ sind, sich aber letztendlich eher als Geschichtsunterricht für einfache Gemüter darstellt.
On And On erzählt die traurige Geschichte eines Jungen, der sich freiwillig zur Armee meldet, um dann während der Invasion am Omaha-Beach zu verbluten. "Die Mutter gab der Nation einen Sohn und erhielt eine Flagge zurück" - naja, diese Lyrik erschließt sich nicht jedem Westeuropäer. Etwas handfester wird's bei Civilized Savior, einer durchaus kritischen Betrachtung des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes. Dieser bezeichnet die korrumpierte Verflechtung von Militär, Industrie und Politik mit verheerenden Folgen für die US-Zivilgesellschaft der 50er Jahre.
Gelegentlich wird Jefferson Pepper persönlich: The Ballad Of Betty Wulfrum ist eine kleine Geschichte für seine Jugendliebe. Doin' It Right hat er für seinen Vater geschrieben. Beide Songs reflektieren mit ihren Texten das kleinbürgerliche Milieu, das so typisch für die us-amerikanische Gesellschaft ist: Einfache Menschen mit simplen Träumen in einem kleinkarierten Leben. Nun kann man berechtigterweise einwenden, dass sei in jedem Land der Welt so. Richtig, mit dem kleinen Unterschied, dass die US-Amis stolz darauf sind und ihren "american way of life" in alle Welt zu exportieren suchen. Jefferson Pepper trifft mit "American Evolution Vol..2" ganz sicher den Nerv seiner us-amerikanischen Zuhörer. Für Menschen, die fest daran glauben, dass die Erde an 6 Werktagen [Gott knipste das Licht an und sagte: Es ist Montag, packen wir's an!!] erschaffen wurde, mag dieser kleine Geschichtsunterricht den intellektuellen Nerv treffen. Dieser Hörerkreis wird sich ganz heftig an "American Evolution" und seiner durchaus kritischen Message reiben. So mag Jefferson Pepper in den US mit seiner Trilogie nicht nur offene Ohren treffen, sondern auch kontroverse Diskussionen anregen. Hierzulande sind wir auf jeden Fall härteren Diskussionsstoff gewöhnt. Ich persönlich hätte mir anstatt der "staubtrockenen" Umsetzung dieses sicherlich wichtigen Themas etwas mehr Witz und vor allem ätzende Ironie gewünscht. Steve Braun, (Artikelliste), 29.07.2008
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