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Seeing Things
Seeing Things, Sony BMG, 2008
Jakob DylanVocals, Guitar and Bass
David Ferguson, Jason Boesel, Z BergMusicians
Produziert von: Rick Rubin Länge: 38 Min 02 Sek Medium: CD
01. Evil Is Alive And Well06. I Told YouI Couldn't Stop
02. Calley Of The Low Sun07. War Is Kind
03. All Day And All Of The Night08. Something Good This Way Comes
04. Everybody Oays As They Go09. On Up The Mountain
05. Will It Grow10. This End Of The Telescope

Von all den Superstarsprösslingen, zolle ich Jakob Dylan mit am meisten Achtung. Ist mir sehr sympathisch, dass er eigentlich nie den Ruhm seines Vaters auszunutzen versuchte. Jahrelang versteckte er sich ja hinter dem Namen seiner Band THE WALLFLOWERS, erntete nichtsdestotrotz von Kritikern wie Fans einiges an Lorbeeren.
Der ganz große Wurf gelang natürlich nie, aber wie soll das auch gehen, wenn der Daddy immer noch sehr aktiv ist und zusammen mit Leuten wie Tom Petty die vorderen Plätze besetzt hält.
Für seine neue - Solo - Scheibe, hat sich Jakob mit Rick Rubin zusammengetan. Der ist ja eigentlich, mittlerweile, mehr für die Reanimierung älterer Konsorten, wie Neil Diamond, Johnny Cash etc. zuständig, aber warum nicht mal mit dem Nachwuchs. Immerhin ist der Filius da dem Vater voraus. Ja, wartet es nur ab, auch der Bob wird noch beim Rick landen.
Das Muster des "bare to the bone" durchzieht ja praktisch alle Werke des Rick Rubin über die letzten Jahre hinweg und so ist es hier nicht anders. Die sporadischen Begleiter Jakobs auf diesem Album werden gar nicht mit Instrumenten aufgeführt, sondern nur als 'Musicians' geführt.

Die Produktion ist wirklich geil. Da hat der Kollege Frankie Ipach schon recht: Hört euch mal wieder was über Kopfhörer an. Gerade solche Sachen wie das hier kommen da ungeheuer intensiv. Die Akustische scheint die Saiten durch den Kopf gespannt zu haben und Jakobs Stimme sich direkt hinter der Stirn zu entwickeln. Melancholisch, lässig, wie hingestreut und doch faszinierend, wie Evil Is Alive gleich zu Beginn in seinen Bann zieht. Klingt bedrohlich und gleichzeitig bittersüß anziehend.
Zum Glück sind die Texte abgedruckt, denn es macht neben dem Hören auch Sinn mal mitzulesen. Da Wortgewandtheit wurde so einem natürlich in die Wiege gelegt. Valley Of The Low Sun funktioniert, zur Not, auch ohne Musik. Die ist spärlich genug, aber dafür umso präsenter. Oft merke ich erst am Ende eines Liedes, wie wenig Instrumente da verklingen. Bei manchem, wie All Day And All Of The Night (nein, nicht von den KINKS) kommt auch mal ein bisschen Schlagzeug/Percussion hinzu und sorgt so für einen größeren Highway/Railroad-Drive Charakter.
Hin und wieder reihen sich seine Mitstreiter auch zum Harmoniegesang mit ein und das klingt, für mich, wie eine Art Roots-Simon and Garfunkel. Wunderschön.

Auch Will It Grow bringt den Hörer augenblicklich in diese wundervoll-melancholische Stimmung, die aber sehr positiv ausgerichtet ist. Die rauchige Stimme Jakobs macht hier einen Großteil der Anziehungskraft aus und - man kennt das ja - wurde von Rick Rubin auch perfekt in Szene gesetzt.
Man meint also wirklich, dreht man mal etwas lauter, die Jungs sitzen mit im Zimmer. So gesehen wäre dieses Album sogar für Leute ein Tipp, die sonst gar nicht auf Folk,Singer/Songwriter stehen. Einfach wegen seines Klanges.
Etwas Faible für Country erleichtert natürlich den Zugang und ein bisschen Blues-Feeling schadet für Songs wie I Told You Couldn't Stop gewiss nicht.
Das Album dauert kaum über eine halbe Stunde, aber birgt so viel Gefühl und Stimmung, dass auch ein ganzer Tag vergangen sein könnte. Wer weiß?
Jedenfalls eine ganz starke Leistung von allen Beteiligten und ein Album, welches für Sonnen- wie für Regentage taugt und absolut zeitlos seine Runden über Jahre im CD-Player drehen dürfte.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 12.07.2008