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| Henrik Freischlader
Recorded By Martin Meinschäfer, Cable Car Records, 2009 |
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| Henrik Freischlader | Vocals, Backing Vocals, Guitars, Bass, Drums, Percussion, Hammond Organ |
| Produziert von: Henrik Freischlader |
Länge: 74 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| 01. I | 08. Cry Again |
| 02. Got It Made (Like This) | 09. The Wrong Way |
| 03. So Damn Cool | 10. Never Be True |
| 04. You Will Come | 11. Desert Love |
| 05. Breakout | 12. Bad Dreams |
| 06. In Your Arms | 13. Your Love Of Mine |
| 07. The Bridge | |
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Wirklich, mit einem Henrik Freischlader Soloalbum habe ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt gerechnet. Ein paar Jahre ist der Wuppertaler
Bluesgitarrist und Sänger erst im Business, veröffentlichte grad mal 2 Studioalben und ein 3-stöckiges Livealbum, sowie eine Kollaboration mit seinen Kumpels von 5
LIVE, da kommt er mit der doch recht waghalsigen Idee, ein waschechtes Soloalbum einzuspielen. Solo im wahrsten Sinne des Wortes, denn
Freischlader spielt sämtliche Instrumente eigenhändig, macht überall eine sehr gute bis passable Figur, kennt keinerlei Berührungsängste mit
schwierigen Instrumenten wie Schlagzeug oder Hammondorgel, streichelt und zupft den Bass so souverän als sei es für ihn eine
Selbstverständlichkeit und wagt sich sogar an diverse Percussioninstrumente.
Für Henrik, der ja schon als Kind mit Schlagzeug- und Klavierunterricht seine musikalischen Wurzeln festigte und erst als 14-jähriger zu seinem
jetzigen Instrument fand, geriet alles zu einem einzigen Experiment und grandiosen Abenteuer. Wie man in seinem sehr aufschlussreichen
filmischen Studiotagebuch erfährt, hat Freischlader vor knapp 10 Jahren, als 16-jähriger Bengel, auf bescheidener Ebene
einen ähnlichen Versuch gestartet und entschloss sich nun, mit seiner inzwischen größeren Erfahrung und vor alle Dingen ordentlichem
Studioequipment einen erneuten Versuch zu starten.
Eines vorweg, liebe Freunde, rein klanglich hat Freischlader mit der Wahl des Studios (Megaphon Studios in Arnsberg) und seines technischen
Kompagnon schon mal ins Schwarze getroffen. Das Album heißt nicht umsonst "Recorded by Martin Meinschäfer" - was ungewöhnlich genug
anmutet - sondern beruft sich auf eine tiefe Dankbarkeit Freischladers an seinen fabelhaften Soundingenieur. Die Platte klingt tief und satt, analog
im besten Sinne des Wortes. Mich persönlich fasziniert neben Henriks tollem Gitarrensound vor allem der gewaltige naturgetreue
Schlagzeugsound.
Ganz nebenbei bemerkt, weil es gerne auch mal vergessen wird, überzeugt dieses Werk auch mit einer wunderbaren Ausstattung (fold out
digipack) und sehr gelungenem Artwork, sprich tollen Fotos von Timo Wilke.
Wo liegt nun der Unterschied zu Freischladers bisherigem Schaffen? Ganz abgesehen davon, dass er alles alleine spielt und etwaige Defizite in
der Instrumentenbehandlung einkalkuliert wurden, sicherlich in der Verbesserung seines Gesangs. Freischladers Stimme klingt erwachsener und
reifer und überzeugender als je zuvor. Er versucht sich erfolgreich an mehrstimmigen Backing-Vocals und bringt somit eine gewisse soulige Note
ins Gesamtklangbild. Überraschenderweise klingt Henrik auf den wolkenweich dahinschwebenden Balladen wie In your arms und Desert
love wie das deutsche Pendant zu John Mayer, dem er einige Harmoniewendungen entlehnt zu haben scheint.
Kommen wir zu Freischladers Hauptinstrument, der Gitarre. Er bedient natürlich ein ganzes Arsenal von Klampfen, variiert klanglich zwischen
scharfen Stratocasters und eher milden Gibson ES-345 oder Les Paul Tönen, sowie Dobro und simpler Akustikgitarre. Alles zu seiner Zeit und
ideal in Balladen, straighten Blues-Rocknummern und swingendem Chicago-Blues umgesetzt. Seine flinken Finger, sein überaus versiertes Spiel
sind nun schon seit einigen Jährchen bekannt, jedoch sein Talent die Gitarre schreien, heulen und weinen zu lassen wird auf "Recorded By Martin
Meinschäfer" mehr als deutlich herausgekehrt. Manchmal scheint es fast, als versuche er ein wildes Pferd zu zähmen, seinen druckvollen und
heißblütigen Sound so gerade eben unterm dampfenden Kessel zu halten, nur um eine Explosion zu verhindern. Wohlbemerkt, eine Explosion, die
niemand überleben würde... Im Schlusssolo von Desert love steckt z.B. so viel ungezügelte Energie, da schießen die lang gezogenen Töne
wie glühende Pfeile durch den Wind. Das hat Stil!
Alles in allem ist Henrik Freischlader mit seinem Soloalbum ein wahrer Glücksgriff gelungen. Das hätte auch schief gehen können, hätte
uninteressant oder langweilig werden können, bleibt aber meistenteils verdammt spannend und unterhaltsam. Gut, es hätten vielleicht auch 10 oder
11 Titel gereicht, um dem Album noch mehr Stringenz zu schenken, doch dies ist wirklich Nörgeln auf hohem Niveau. Mit dieser Platte kann man
wirklich absolut zufrieden sein. Für die Zukunft dürfen wir von Henrik Freischlader wohl noch einiges erwarten.
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