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Frontiers Records
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Soul Food
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Back To The Rhythm
Back To The Rhythm, Frontiers Records / Soul Food, 2007
Jack Russell Lead Vocals
Mark Kendall Lead Guitars, Vocals
Michael Lardie Rhythm Guitar, Keyboards, Vocals
Sean McNabb Bass, Vocals
Audie Desbrow Drums
Produziert von: Michael Lardie Länge: 55 Min 04 Sek Medium: CD
01. Back to the rhythm [4:14]07. Still hungry [5:01]
02. Here goes my head again [4:29]08. Standin' on the edge [4:05]
03. Take me down [4:31]09. How far is Heaven? [4:50]
04. Play on [3:53]10. Neighborhood [4:31]
05. Was it the night? [5:20]11. 30 days in the hole [4:52]
06. I'm alive [5:22]12. Just yesterday [4:39]

1981 in der Stadt der Engel gegründet, konnten GREAT WHITE bereits ein Jahr später mit ihrem selbstfinanzierten Mini-Album "Out Of The Night" Akzente setzen. Das Album, produziert von Don Dokken und Michael Wagener (ACCEPT), wurde auf beiden Seiten mit den selben fünf Songs bepresst und entwickelte sich bei uns rasch zum Sammlerstück und die Band zum Geheimtipp unter Heavy Metal Fans obwohl sie eigentlich nie eine typische Heavy Metal Band amerikanischer Prägung waren, sondern eher im klassischen Blues-Hard-Rock der 70er verwurzelt sind.

Von "Out Of The Night" wurde angeblich an die 20.000 Stück verkauft und brachte der Band einen kurzfristigen Major-Deal bei EMI Amerika und damit 1984 den eigentlichen Karrierestart. Die erste Europa-Tournee mit WHITESNAKE und danach eine fünfmonatige US-Tour mit JUDAS PRIEST sollten das neue, gleichnamige Album (auch bekannt als "Stick It") promoten, aber die Verkaufserfolge blieben aus, so dass G.W. bald wieder ohne Vertrag dastanden.
Ein Grund für die Kaufverweigerung mag gewesen sein, dass man die Band der falschen Zielgruppe als Heavy Metal verkaufen wollte, was sie ja, wie gesagt, nicht waren und die Fans von damals reagierten in solchen Dingen sehr empfindlich.

Mit der nächsten Eigenproduktion "Shot In The Dark" fand man den Weg zu Capitol Records, die das Album international auf den Markt brachten. Mit den neuen Leuten Audie Desbrow und Michael Lardie (hinter den Kulissen eigentlich immer schon dabei) bekam die Band ihr nachhaltiges Gesicht, welches sich quasi bis heute erhalten hat.
In den Folgejahren fand sich die Band im Zenit ihres Schaffens, erntete Grammy Nominierungen und Platin-Alben am laufenden Meter, tourte mehrfach rund um die Welt mit allem was damals Rang und Namen hatte (z.B. RATT, TESLA) und verkaufte weltweit über sechs Millionen Alben.
Mitte der 90er begann der Heavy Metal Boom zu schwächeln und GREAT WHITE waren eine Band unter vielen, deren Stern zu sinken drohte. Man wechselte von einer Plattenfirma zur anderen, konnte aber den Niedergang nur verzögern, nicht aufhalten. Die einstigen Arena-Superstars wurden zur Club-Band, die sich, wenn man es sehr böse formulieren will, als LED ZEPPELIN Coverband noch einigermaßen im Geschäft halten konnte, aber Ende 2001 sollte dann endgültig ein Schlussstrich gezogen werden.

Jack Russel und Mark Kendall hielten das Fähnlein eine Weile alleine aufrecht aber eine Reunion war von Anfang an eigentlich nur eine Frage der Zeit. Die Brandkatastrophe von Rhode Island im Februar 2003 (bei einem Gig kamen um die 100 Personen, darunter auch Gitarrist Ty Longley, durch ein Feuer ums Leben) schien das endgültige Aus der Band zu bedeuten. Fast vier Jahre hat es danach gedauert, bis man sich aus Anlass eines Benefiz-Konzertes im Januar dieses Jahres wieder zusammenfand.
"Es ist fast wie in alten Zeiten", freut sich Leadsänger Jack Russell. "Manchmal entwickelt sich eine ganz spezielle Verbindung zwischen Menschen". "Ich habe meine Freunde sehr vermisst", führt er aus und was lag da näher, als das gemeinsam Erlebte in einem neuen Album zu verarbeiten.

"Die neuen Songs klingen ziemlich frisch, klassisch GREAT WHITE, aber mit einem Schritt in Richtung Live-Performance", erklärt Michael Lardie. "Kendall und ich hatten viel Spaß dabei, unsere STONES Wurzeln auszuloten und uns gegenseitig in guter alter Richards/Woods Tradition auszuspielen", und das kann man auch auf dem neuen Album, neben diverser anderer, hinlänglich bekannter, Einflüsse der Band, an allen Ecken und Enden spüren. In einigen Songs wird, wie zu erwarten war, der schwere Schicksalsschlag verarbeitet aber die Grundstimmung des Albums ist überwiegend positiv, locker und gelöst, wie man es eigentlich von sonnenverwöhnten Westküstenbewohnern gewohnt ist, teilweise erinnert "Back To The Rhythm" ein bisschen an die jüngeren Outputs des Wahlmexikaners Sammy Hagar.

Im Grunde eine sehr entspannte Scheibe, mit viel Stones-, etwas Zeppelin- und ein paar Ratt-Attitüden, den unausweichlichen Balladen und ab und an wird auch fast richtig gerockt. Die-Hard-Fans werden sowieso zugreifen und auch sicher nicht enttäuscht, aber als neutraler Hard-Rocker, der es überwiegend knackig mag, ist man hier falsch.

Wenn man die diversen Ruhezeiten in der Bandgeschichte mit einbezieht, kommt man Pi mal Daumen auf 25 Jahre und somit gilt 2007 als Jubiläumsjahr, hoffentlich ein gutes Omen für Reunion und neues Album, der sympathischen Band wäre es zu wünschen.

Ralf Frank, (Artikelliste), 20.07.2007