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Live In Anaheim
Live In Anaheim, Edel Records, 2008
Ian Gillan Vocals
Joe Mennonna Keyboards, Sax
Rodney Appleby Bass
Randy Cooke Drums, Percussion
Michael Lee Jackson Guitar
Dean Howard Guitar
Produziert von Nick Blagona Total: 102 Min 26 Sek Medium: DCD
CD 1 (48:33)
01. Second Sight06. Wasted Sunsets
02. No Laughing In Heaven07. Not Responsible
03. Into The Fire08. No Worries
04. Hang Me Out To Dry09. Rivers Of Chocolate (Band Jam)
05. Have Love Will Travel10. Unchain Your Brain
CD 2 (53:53)
01. Bluesy Blue Sea06. Men Of War
02. Moonshine07. Drum Solo
03. Texas State Of Mind08. Smoke On The Water
04. Sugar Plum09. Trouble
05. When A Blind Man Cries10. Knocking At Your Back Door

Laut Ian Gillan ist "Live In Anaheim" seine liebste Live Aufnahme von sich selbst, seit "Made In Japan". Nun sind solche Aussagen natürlich immer zu relativieren, ich habe selten von einem Musiker etwas anderes zu seinem neuen Album sagen hören. In diesem Falle könnte man Mr. Gillan aber durchaus beipflichten, denn zumindest während seiner Solokarriere ist meines Erachtens kaum ein besseres Live-Album erschienen.

Als treuer PURPLE-Fan hab ich diese natürlich auch verfolgt und brav die Alben gekauft, bin aber z. B. mit der fusionlastigen IAN GILLAN BAND nie richtig warm geworden, insofern mir auch das an sich nicht schlechte "LIVE AT THE BUDOKAN" aus der Ära nicht sonderlich gefällt. In der Zeit habe ich die Band auch mehrfach Live gesehen und muss sagen, so richtig Stimmung kam damals meistens erst bei den diversen PURPLE-Klassikern auf, die selbstverständlich zum Pflichtprogramm gehörten.

Das sahen viele Fans anscheinend auch nicht viel anders und da sich offensichtlich Ende der 70er mit derartiger Mucke kein Blumentopf mehr gewinnen lassen konnte, sprang Gillan, wie auch fortan die Band heißen sollte, auf die neue Welle des britischen Heavy Metals auf (was war eigentlich die Alte?).
"Mr. Universe" (1979) schlug ein, wie eine Bombe und fortan sollte, GILLAN neben PRIEST und MAIDEN bis 1983 eine der Speerspitzen des NWOBHM bilden.

Nach einem kurzen Intermezzo bei BLACK SABBATH gab es dann 1984 mit dem respektablen "Perfect Strangers"-Album die latent drohende PURPLE Reunion, die bis heute Bestand hat.
2006 nahm Ian sich ein Jahr PURPLE-Pause um sein 40-jähriges Bühnenjubiläum mit der CD/DVD Party "Gillan's Inn" zu feiern und danach in einer kurzen Tour auch live einzufangen, wovon "Live In Anaheim" Zeugnis gibt.
Eine Reihe seiner "Gillan's Inn" Gäste kamen auch auf der Tour zu Besuch wie z. B. Jeff Healy in Toronto, Dio in L.A., Lars Ulrich in Frisco oder Roger Glover in NYC. In Anaheim gastierte Michael Bradford, seines Zeichens Produzent von DEEP PURPLE, bei einigen Songs.

Das Album umfasst den kompletten Gig vom 14.9.2006 aus dem Anaheim House Of Blues und wurde in HD Qualität von Westwood One sowohl audio wie video aufgezeichnet. Die Setlist besteht hauptsächlich aus der "Gillan's Inn" Zusammenstellung der metallischen GILLAN Ära und selten oder nie live aufgeführten PURPLE-Klassikern sowie einigen Songs aus dem Solo-Repertoire des Gitarristen Michael Lee Jackson, dessen Album, wie der Name bereits vermuten lässt, speziell für Southern-Rocker interessant sein dürfte, wenn man z. B. Texas State Of Mind mit seinem LYNYRD SKYNYRD Piano und Gitarrensoli als Maßstab nimmt.

Derart frisch von der Leber weg rockend hat man Gillan solo wohl in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr erleben können, wenn überhaupt und insofern hat sein eingangs erwähntes Statement tatsächlich etwas für sich (auch wenn er sich bei den ganz hohen Tönen doch ein wenig mühen muss). Vom Band Jam und dem überflüssigen Drum Solo einmal abgesehen, geht das Doppel-Album ab wie Schmitz Katze. Bei einigen Songs brandet unvermittelt Applaus auf, welches sich dem Hörer allerdings nicht erschließt und wozu es wohl der DVD bedarf.
In diesem Sinne.

Ralf Frank, (Artikelliste), 19.04.2008