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Blues Blast
Blues Blast, Telarc, 2007
Debbie Davies Guitar, Vocals
Tab Benoit Guitar, Vocals
Coco Montoya Guitar
Charlie Musselwhite Vocals, Harmonica
Bruce Katz B3 Organ
Rod Carey Bass
Per Hanson Drums
Produziert von: Randy Labbe Länge: 53 Min 50 Sek Medium: CD
1. A.C. Strut6. Howlin' For My Darlin'
2. My Time After Awhile7. Like You Was Gone
3. Sittin' And Cryin'8. Where The Blues Come To Die
4. Movin' & Groovin'9. Sonoma Sunset
5. Crawling King Snake

Da kann man doch mal wieder sehen, was so eine Kritik bewirken kann: Kaum habe ich in meinem Review zu ihrem Album "All I Found" über ihre Frisur gelästert, schon erscheint Debbie Davies auf dem Cover ihres neuen Longplayers "Blues Blast" mit schmucker, verhüllender, Kappe. Und dazu grinst sie, als wollte sie sagen: "Na, Epi, gefällt dir das besser?". Also bitte, meine Dame, so dramatisch war das ja auch wieder nicht und an ihren gitarristischen Fähigkeiten hatte ich wirklich nichts zu bemängeln. Es wäre also gar nicht nötig gewesen, sich Tab Benoit und Coco Montoya als Unterstützung ins Studio zu holen. Reizvoll kann so eine Zusammenkunft natürlich schon sein und gerade mit Letzterem verbindet Frau Davies ja eine tiefe Verehrung für die Blues Legende Albert Collins. Das drückt sich im eröffnenden Instrumental A.C. Strut unüberhörbar aus. Einige der Trademark-Licks und -Bendings des "Ice-Man" häufen sich da gekonnt an. Ja, auch ein Gary Moore versicherte sich für sein "Still Got The Blues" Album der Dienste dieses Mannes.
Aber bleiben wir bei der Frau, um die es hier geht. Bei My Time After Awhile steigt stimmlich mit ein. Wie gehabt, keine schwarze Blues-Röhre, aber absolut geeignet, um solch einen getragenen Song, voller aufpeppender Gitarren-Einwürfe, zu transportieren. Kennt man zur Genüge, aber in der richtigen Stimmung, ist das der perfekt passende Song.
Wenngleich immer wieder erfrischend, ist so hoppelnder Blues-Boogie wie Sittin' And Cryin' an und für sich nix Spektakuläres, wenn aber die Mundharmonikakoryphäe Charlie Musselwhite da mit eingreift, kommt doch einiges an zusätzlichem Schwung und Spaß auf. So nimmt man sich als Folgendes auch gleich einen der Klassiker von Herrn Musselwhite vor: Movin' & Groovin'.
Da kehrt sich das Ganze dann um: Hier liefert die Gitarre von Debbie der sonst - naturgemäß - Harmonika-lastigen Angelegenheit die richtige Dosis Saitenarbeit und entlockt auch Charlie ein paar bewundernde Zurufe. Die Beiden ergänzen sich hervorragend und es swingt und groovt wie die Hölle!

Für John Lee Hookers Crwaling King Snake greift dann Tab Benoit ins Geschehen ein - und in die Saiten und den Gesang übernimmt er auch - und zusammen werden sie der Vorlage des Boogie-Man sehr gut gerecht. Die haben ihre Lektionen gut gelernt.
Und wo man schon bei den Bluesgrößen ist, schiebt man gleich noch ein Howlin' For My Darlin' - von Chester Burnett aka Howlin' Wolf und Willie Dixon - hinterher. Wieder mit Herrn Benoit wird da ordentlich und anschaulich gefiedelt. Lediglich von der Rhythmusfraktion hätte ich mir da etwas mehr Pep gewünscht. Der Gesang von Mrs. Davies passt jedenfalls bestens und erinnert streckenweise sogar etwas an Candye Kane.
Für das gemächlichere Like You Was Gone finden sich dann alle Vier zusammen ein und schunkeln sich bluesig Richtung Feierabend. Hat eigentlich nix Mitreißendes und doch hört man da einfach gern zu.
When The Blues Come To Die soll nicht heißen, die hätten Selbigen zu Tode geschaukelt, sondern bringt eher wieder neuen - leicht funkigen - Schwung in diese Geschichte. Coco Montoya ist hier wieder beteiligt und sorgt mit dafür, dass diese Nummer sehr unterhaltsam gerät. Macht schon Laune, wenn sich die Beiden austauschen und ergänzen. Am Schluss gibt's erneut ein Stelldichein, wenn sich alle für zehn Minuten dem Sanoma Sunset widmen. Als Slow-Blues angelegt, schleppt sich das halt schon etwas langatmig dahin. Wenn man die Zeit hat, entpuppen sich da jedoch ganz interessante Zwiegespräche, denen man gespannt folgt.
Es braucht eventuell ein paar Durchläufe, bis man sich so recht an diesem Album erfreuen kann. Es bietet nun mal nichts "Besonderes", aber die zutage tretenden Qualitäten setzen sich schließlich doch durch und verschaffen einem einen fast einstündigen "Blues Blast", der besseren Sorte.
Wenn Frau Davies ihren gewohnten zweijährigen Rhythmus einhält, beschert sie uns in zwei Jahren erneut ein ansprechendes Album. Für meinen Geschmack, darf sie das dann auch ruhig wieder alleine bestreiten und wieder mehr eigene Songs beisteuern.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 15.12.2007