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Shark Records
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Woodhouse Studio
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Mattias Noren
Begins
...begins, Shark Records, 2007
Tanja Maul Vocals
Veith Offenbächer Guitars, Backing Vocals
Jens Faber Guitars, Bass, Backing Vocals
Ansgar Ludwig Drums
Dirk Raczkiewicz Keyboards
Produziert von: Axel Thubeauville Länge: 59 Min 22 Sek Medium: CD
01. Waiting (The Opening) (01:17)07. Another Fallen Angel (04:33)
02. Healing Touch (04:20)08. Flying Away (04:32)
03. Condemnation (06:40)09. Torture Room (03:55)
04. All Those Lies (06:31)10. Alone At Night (05:11)
05. Break The Silence (04:11)11. D.O.D. (06:25)
06. Coldest Night (04:41)12. Place In Heaven (06:57)

Über die Herkunft von DAWN OF DESTINY ist man sich in Pressekreisen uneins, für die einen entstammen sie der "Einöde des bergischen Landes", die anderen haben von Essen über Bochum bis Schwelm das Raster recht großzügig angelegt. Richtig ist, dass die Mitglieder überwiegend aus dem nördlichen Ruhrgebiet kommen und zwei von ihnen zur Zeit in Schwelm leben. Egal in welchem Wohnzimmer also jetzt im März 2005 der Gründungsakt vollzogen wurde, nennen wir sie eben eine Ruhrpott-Band.

Während der Recording-Sessions im bekannten Hagener "Woodhouse-Studio" (u.a. KREATOR, Dave Lombardo, Mike Terrana) drehte sich noch einmal das Besetzungskarussell, und Veith Offenbächer (geb. 14.07.1976 / ex-EDEN) gesellte sich im Oktober 2006 zur Band, während die Position von Basser Tappe von Jens Faber übernommen wurde. Ende des Jahres wurden erste Kostproben der Aufnahmen an interessierte Kreise verschickt, und das Ergebnis war derart überzeugend, dass man zwischen diversen Plattendeals auswählen konnte und sich letztendlich für das legendäre Essener Label SHARK RECORDS (u.a. ELEGY, VIRGIN STEELE, STRATOVARIUS) entschied.

Das Gründungsquintett bestand ursprünglich aus Tanja Maul (geb. 18.05.79 / ex-EMERALD EDGE) , Jens Faber (geb. 24.7.79 / ex-BLACK HORIZONS), Dirk Raczkiewicz (geb. 29.08.1967 / ex-TUFF E' NUFF), Christian Tappe (Bass) und Ansgar Ludwig (17.08.1979 / ex-SUPREMACY, alles gestandene Hard Rocker und Power Metaller. Mit diesem Background und einer stimmgewaltigen Frontfrau war eine gemeinsame Richtung schnell gefunden und bereits nach den ersten Takten ist klar, wo die Reise hingeht: Melodic-Power-Metal mit einem Hauch von Bombast und Prog aber mit deutlichem Schwerpunkt auf Power (manchmal sogar etwas thrashig).

Eisenhartes Riffing gepaart mit eingängigen Refrains und Hooklines, sowie einer Vokalistin, nach der sich NIGHWISH nach dem Abgang von Tarja und dem meines Erachtens doch recht dürftigen Ersatz, alle Finger lecken würden. So, jetzt ist der Name gefallen, NIGHTWISH und wenn man in der ersten Liga der - Female Fronted - Metal Bands mitspielen will, wird man auf Dauer um einen Vergleich mit den einstigen Spitzenreitern nicht herum kommen. Und siehe da, man schlägt sich erstaunlich wacker. Bereits das Ende 2005 selbst produzierte 4 Track-Demo ließ in dieser Hinsicht einige Ohren spitz werden und der jetzt vorliegende, brandneue Longplayer übertrifft alle Erwartungen, und zwar nicht nur in Punkto Coverart, die von dem bekannten, schwedischen Künstler Mattias Noren (u.a. DEREK SHERINIAN, PLANET X, STAR ONE) gestaltet wurde.

Wie bekannte Axel Rudi Pell kürzlich: "Keine Scheibe ohne Intro" und dies trifft natürlich auch für "...begins" zu, passend betitelt Waiting (The Opening) bevor es dann mit den, vom Demo bekannten Songs Healing Touch und Condemnation mächtig in die Vollen geht. Mit einem 08/15 Sänger wären solche Songs wie auch das folgende All those Lies nur halb so stark, aber mit der ausdrucksvollen Stimme von Tanja bekommen sie eine besondere und eigenständige Vielschichtigkeit, besonders in den harmonischen Refrains, als Kontrastprogramm dient dann ab und an ein eingestreutes Growling, welches für mich überraschenderweise sogar überwiegend funktioniert, denn im Grunde kann ich mit Grunzgesang sonst nix anfangen (zum Glück (IMHO) wird dieser hier auch nur recht sparsam eingesetzt).

Auf halber Strecke legt man mit der epischen, piano-getragenen Ballade Coldest Night eine kurze Ruhepause ein um danach den Spannungsbogen mit neuem Elan wieder fett anzukurbeln. Kennt noch jemand die Essener Thrasher CHAINSAW? Der Riff von Another Fallen Angel erinnert mich jedenfalls extrem an die alten Kameraden und auch die bereits angesprochenen, hier wiederkehrenden Grunzintermezzi passen wie Faust aufs Auge bis dann Tanja den Vergleich und die Härte ein wenig entschärft, die Soli erledigen dann den Rest.

Die folgenden Songs legen besonders in Punkto Songwriting noch mal eine Schüppe drauf, sehr intelligent und abwechslungsreich wird zwischen Speed, Power und Epic Metal hin und her geschaltet, wenn man glaubt, hey, klingt irgendwie nach METALLICA, bekommt man im nächsten Moment gleich eine erfrischende Prog-Dusche und umgekehrt. Alone At Night und besonders das namensgebende Opus D.O.D., beide wieder vom Demo, belegen, warum dieses entsprechend zu überzeugen wusste und die unter professionellen Bedingungen neu eingespielten Versionen haben darüber hinaus noch ihren besonderen Reiz.

Zum Abschluss zeigen DAWN OF DESTINY mit Place In Heaven auch noch mal BLACKMORE's NIGHT, wo der Hammer hängt, die Double Bass Drums und die satten Riffs lassen aber erst gar keine Verwechslungsgefahr aufkommen, der Refrain (inkl. Kanon) könnte aber auch durchaus einer Candice Night gut zu Gesicht stehen.

Fazit: Ein Debüt, das auf ganzer Linie zu überzeugen vermag und für die Zukunft noch einiges in Petto hält. Da dürfen sich einige "Alt-Internationale" warm anziehen.
In diesem Sinne!

Ralf Frank, (Artikelliste), 16.08.2007