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Love To Beg
Dana Fuchs
Love To Beg, Ruf Records, 2011
Dana FuchsVocals
Jon DiamondGuitars, Harmonica
Whynot JansveldBass
Carter McLeanDrums
Jenny Douglas, Vivian SessomsBackground Vocals
Glenn PatschaHammond Organ, Wurlitzer, Piano
Kenny AaronsonBass on Set It On Fire
Produziert von: Jon Diamond & Dana Fuchs Länge: 50 Min 56 Sek Medium: CD
01. Love To Beg08. Drive
02. Nothing's What I Cry For09. Summersong
03. Golden Eyes10. Pretty Girl
04. Keepsake11. I've Been Loving You Too Long
05. Set It On Fire12. What You See
06. Faster Than We Can13. Superman
07. Keep On Rollin'

Mit reichlich Freude hab ich letze Woche meinen Briefkasten geöffnet, denn zum einen lag darin die neue Dana Fuchs-CD und zum anderen erscheint "Love To Beg" in Deutschland bei RUF Records. Da ist doch zu hoffen und wünschen, dass sich da eine fruchtbare Zusammenarbeit anbahnt.
Aufgenommen wurde allerdings noch unter eigener Regie in New York. Neben Songschreib- und Produktionspartner Jon Diamond standen noch Whynot Jansveld, der schon bei dem beeindruckenden "Live In NYC"-Mitschnitt den Tieftöner spielte, und Carter McLean, bereits auf der letzten Tour dabei, am Schlagzeug, mit im Studio.
Ziel war, wie Dana schreibt, die Energie und Atmosphäre ihrer Konzerte mit ins Studio zu bringen. Wer die Frau schon auf der Bühne erlebt hat, der weiß um dieses an und für sich sinnlose Unterfangen. Nichtsdestotrotz bin ich zu recht gespannt auf das zweite Studioalbum von Dana Fuchs.
Jon Diamonds raue Slide-Gitarre eröffnet Album und Titelsong und man hat sofort die BLACK CROWES vor den Augen. Bis diese fantastische Stimme einsetzt und alle Gedanken an andere Künstler von der Landkarte wischt. Es ist einfach der Wahnsinn, was diese Frau für eine Präsenz hat und welch Volumen aus diesem Körper strömt. Der Janis Joplin-Vergleich muss trotzdem nochmal herhalten, denn die ist einfach die Referenz für so eine Leidenschaft, ja, Besessenheit, wenn es um Gesang geht. Jons Blues-Harp peitscht den Song zusätzlich auf und Dana und Band bringen ihn mit einer tollen Dynamik rüber.
Dass ein Song wie Nothing's What I Cry For "on the road" entstanden sein muss, kann man sich problemlos vorstellen. Wie ein 12-Zylinder rollt der Song im Rockabilly-Stil dahin. Schon das leichte "Grummeln" von Dana im Intro zieht meine Mundwinkel nach hinten. Das Mädel ist einfach nicht zu zähmen. Erinnert ein bisschen an Bible Baby von ihrem Debütalbum. Erwähnt sei hier der tolle, rockige und herrlich "offen" klingende Gitarrensound von Jon Diamond!

Bedrohlich brodelt Golden Eyes vor sich hin, voller düsterer Klänge und dunkler Atmosphäre, um immer beim Refrain in eine kleine Eruption zu münden. Der Schrei im Break ist geeignet Steine zum bersten zu bringen.
Natürlich, und durchaus bekannt, hat Dana auch eine romantisch-melancholische Ader, welche sich in der Folk-Ballade Keepsake zeigt. Auch wenn sich durch diese Stimme immer ein bisschen die Glut im Innern dieser Sängerin Bahn bricht. Wunderschöne Hammond-Orgel im Hintergrund.
Set It On Fire soll, angeblich, als ruhiges Liebeslied an den Start gegangen sein, aber spätnächtens hat sich dann wohl dieser Country-Rock'n'Roll im Stile der STONES und Bob Seger entwickelt. Gut so, denn das wird ein Kracher für die Live-Shows der Band werden!
Wieder in "on the road"-Stimmung - und zwar Richtung "South" - ist die Band bei Faster Than We Can. Wirklich klasse, wie Gitarrist Jon Diamond das Tempo mit seinen Country- und Rockabilly-Licks vorgibt und den Rest mit sich zieht.
Unter Keep On Rollin' vermutet man vielleicht einen schnellen Song, stattdessen wird man von einer Gospel-Ballade voller Soul gefangen genommen. Sparsam instrumentiert und fast nur von den Stimmen und der Orgel getragen.

Besucher der Konzerte von Dana Fuchs wird Drive bekannt vorkommen, denn da wurde der Song praktisch immer gespielt. Eine toll rollende "Road-Nummer", voller Elan, mit effektvollem Harp-Solo und man merkt deutlich, wie sich Dana in diesem Song zu Hause fühlt und sich ausleben kann. Ein weiteres Mal muss an die begnadete Janis erinnert werden. Wird man hoffentlich auch bald wieder live zu hören - und sehen! - bekommen.
Verhältnismäßig derb geht es in Pretty Girl zu, welches fast schon hard-rockig daher kommt und eine weitere perfekte Plattform für die überbrodelnde Stimme von Dana und die zielgenauen Riffs von Jon Diamond bietet.
Ja, ich geb's zu, mich hat die Tatsache, dass Dana Fuchs den nächsten Song singt, so ergriffen, dass ich mir den Song als Erstes auf diesem Album angehört habe. Geschrieben natürlich von Otis Redding, aber mir noch eindrücklich in der Version von Tina Turner, beim Altamont-Konzert der ROLLING STONES, in Erinnerung. Sich an dem Song zu versuchen? Hut ab.
Und tatsächlich meistert Dana das mit einer schier unglaublichen Bravour. Vom ersten Moment an krabbeln kleine Schauer über meinen Rücken, wenn sich die Sängerin durch diesen Soul-Klassiker "arbeitet". Fantastisch! Selbst als Zuhörer ist man hinterher richtig geschafft.
What You See ist deutlich härter, als man es von dieser Band gewohnt ist, ihr aber sehr gut steht. Das hat eine gewisse "Schwere", wie sie viele Hard & Heavy Bands bevorzugen und rockt ungeheuer geil.
Fast wie zum Ausgleich lehnt sich der letzte Song, Superman, wieder mehr zurück und frönt einem Südstaaten-Country-Blues, der einen gemächlich schaukelnd aus diesem Album rausträgt.
... und hin zum nächsten Konzert von Dana Fuchs, denn das ist ihre wahre Heimat, der Ort wo man dieses Girl "erleben" muss. "Love To Beg" erleichtert einem diese Entscheidung nicht nur, sondern nimmt sie einem ab, schürt das Verlangen, schon bald vor Bühnen zur Musik von Dana Fuchs und Band abzutanzen. Pleased to meet you there!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.01.2011