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Cemetery Junction
Cemetery Junction, A Minor Records, 2008
The CrushVocals
Tommy ZacGuitar
Marshall T. H. BeggRhythm Guitar
David YoungerBass, Guitar & Vocals
Gereon HomannDrums
Produziert von: Michael Voss Länge: 46 Min 18 Sek Medium: CD
01. Beacon (Song For Vladimir Konarov)07. Ashes
02. British Underground08. June 30th At The City Of Manchester Stadium
03. Ride On09. Break The Chains
04. It's A Shame10. Walk On
05. Hell Of A Guy11. I Am A Rock
06. Coalmine

Irgendwie finde ich es etwas verdächtig, wenn eine Geschichte rund um eine Band so oft erzählt wird, dass sie die Frage nach der Art und Qualität der musikalischen Darbietung regelrecht überdeckt. Also, die Geschichte von CRUSH, ZAC, BEGG AND A FRIEND wird einem wieder und wieder erzählt: Auf der Innenseite des Albumcovers, natürlich im Promotext und sicherlich auch in jeder Rezension des Albums. Um auch die Leser von Hooked On Music nicht im Unklaren zu lassen, hier die Kurzversion: The Crush und Tommy Zac, eigentlich aus Berlin stammend, beschließen 2005 in Manchester, gemeinsam musikalisch etwas auf die Beine zu stellen, schreiben einige Songs und spielen zusammen mit Zacs altem Kumpel T.H. Begg ein paar Demos ein. Produzent Michael Voss ist begeistert von dem Material und gemeinsam mit Bassist und Sänger David Younger nimmt man in dessen Studios in Deutschland die Songs von "Cemetery Junction" (und noch ein paar mehr) auf. Am letzten Abend vor Fertigstellung des Albums verschwand Younger ohne Vorwarnung und ward seitdem nicht mehr gesehen. Frustriert und verärgert ließen die restlichen Musiker die Aufnahmen unvollendet und trennten sich. Nach zwei Jahren wurde bei Renovierungsmaßnahmen im Studio von Voss das Material wieder ausgegraben, man raufte sich wieder zusammen, um nun "Cemetery Junction" zu veröffentlichen.

Tja, klingt ja ganz spannend (auch wenn ich jetzt nicht unbedingt gleich einen Film daraus machen würde), man kann heutzutage auch niemand verübeln, wenn er sich ein wenig interessant darstellen möchte, um sich aus der Masse der Neuveröffentlichungen herauszuheben. Aber hält die Musik diesem ganzen Aufhebens stand? In erster Linie gibt es auf "Cemetery Junction" Alternative Rock mit deutlicher Songwriter-Prägung. Mal mit einem Schuss Roots Rock versehen (Beacon (Song For Vladimir Konarov); Ride On), mal als Rock 'N' Roll (British Underground), dann wieder möchte man wetten, dass die Jungs mit dem Werk von LEE CLAYTON gut vertraut sind (Coalmine). Andererseits besteht aber auch eine große Affinität zum Britpop im Allgemeinen und OASIS im Speziellen (June 30th At the City Of Manchester Stadium). Dadurch wirkt jedoch vieles unausgegoren, unentschlossen und nicht wirklich zwingend.

Schon optisch etwas befremdlich wirkend (Zac als Paul-Young-Double, die Gitarre mit einem Union Jack versehen, Begg als amerikanischer Roots-Rocker mit Holzfällerhemd und Crush wie ein Truck fahrender Redneck), ist auch die Musik alles andere als mit einem durchgängigen roten Faden versehen. So etwas kann gelegentlich funktionieren und erhält dann das Prädikat "vielseitig und abwechslungsreich", aber hier wirkt es eher wie ein etwas willkürlicher Genremix. Nicht richtig Fisch, noch Fleisch, kein Indie Pop, für Singer-/Songwriter-Stoff zu wenig überzeugende Kompositionen, für die Rockfraktion zu wenig Testosteron. Auch die Stimme von The Crush bleibt eher blass. Und manche Songideen nerven sogar ein wenig (das wirre Abjubeln auf Hell Of A Guy). Ok, ich habe schon weitaus Schlimmeres gehört, aber zu überzeugen vermag mich das gesamte Paket dieser überaus bemüht wirkenden Band (was sich ja auch schon im Namen niederschlägt) nicht.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 30.06.2008