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River, Bear Your Bones
River, Bear Your Bones, Rise Above Records, 2008
Kevin WilliamsGuitar
Dean BerryBass
Nathan PerrierDrums
Produziert von: Capricorns Länge: 58 Min 12 Sek Medium: CD
01. Broken Coffin Of The Venerable King05. Owing To The Fogs
02. Seventh Child Of A Seventh Child06. The Bells Rang Backwards
03. Tempered With The Blood Of Beasts07. A Savage Race By Shipwrecks Fed
04. November Suicides08. Drinking Water From The Skull Of A Hanged Man

"River, Bear Your Bones" ist (zumindest laut der Aussage der Band im Albumtext) ein Konzeptalbum über den Fluss Themse und die sich um ihn ansiedelnde, wie ein Krebsgeschwür ausbreitende Stadt London. Das erklärt vielleicht das etwas krude, jedenfalls ziemlich ungewöhnlich Coverartwork mit der sezierten Ratte, in jedem Falle erklärt es die extrem düstere Grundstimmung. In die rein instrumentalen Doom-Gebilde mischen sich immer wieder Elemente eines dunkel verhangenen Prog.

Wenn ich hier "Prog" anspreche, meine ich hier aber keine trickreichen rhythmischen Wendungen und kein Gefrickel, es ist eher die stark in den 70ern fussende Herangehensweise, das langsame Entwickeln der Songs, die stark imaginativ sind, ohne auf plakative Eingängigkeit zurückzugreifen. Jedes Stück will erarbeitet werden, man durchforscht dunkle Abgründe und entdeckt dabei immer wieder kleine Veränderungen und Verästelungen, die der Scheibe eine hohe Haltbarkeitsdauer verschaffen. Trotz des massigen Sounds suhlt man bei CAPRICORNS nicht in einem undfinierbarne Sumpf, sondern entwcielt groovende, treibende Momente, die oftmals den Grenzbereich des Math- und Postrock streifen (November Suicides; The Bells Rang Backwards).

Majestätische Stonerpassagen treffen auf finstere Psychedelia und, stellenweise etwas zerfaserte Jams (Drinking Water From The Skull Of A Hanged Man). Das alles ist nicht leicht zugänglich, aber das hat diese Londoner Querköpfe auch noch nie sonderlich gekümmert. Druckvoll, dunkel und mit stoischem Durchhaltevermögen gehen sie ihren Weg abseits der ausgetretenen Pfade. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen Hörerlebnis belohnt. Ein Album, das nicht auf kurze Shots und schnelle Kicks setzt, das hart und schwer verdaulich, aber auch von ungeheurer, dunkler Faszination ist.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 18.08.2008