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Bite The Bullet
Bite The Bullet, Black Lodge / Rough Trade, 2008
Hell HoferVocals
Hampus KlangLead Guitar
Erik AlmströmLead Guitar
Adam HectorBass
Gustav HjortsjöDrums
Produziert von: Carl Johan Erlandsson & David Persson Länge: 41 Min 40 Sek Medium: CD
01. Pay The Price07. Waste My Time
02. Roadking08. Rock'n'Roll Remedy
03. Bite The Bullet09. Rock Us Tonight
04. Dusk Til Dawn10. Wheels Keep On Turning
05. Nailed To The Ground11. The Rebels Return
06. City Of Sins

November 1981. SAXON gastieren in der halbleeren Essener Grugahalle mit den beiden Vorgruppen MORE und der aufstrebenden deutschen Hoffnung BULLET. Letztere dürfen den Vorturner machen und legen mit Execution ein Wahnsinns-Intro hin. Die Mischung aus NWOBHM und AC/DC haut den Rezensenten regelrecht aus den Stiefeln.
Wenig später ist die Begeisterung wieder erloschen. BULLETs Album "Execution", produziert von Dieter Dierks, dem damaligen Knöpfchendreher der SCORPIONS, hat bis auf den Titelsong wenig zu bieten. Ein Album ("No Mercy") weiter ist die Band quasi Geschichte ...

Nun also wieder BULLET. Dieses Mal aus Schweden. Und siehe da, musikalisch scheint sich nicht viel geändert zu haben. Statt vier Germanen sind es nun fünf Wikinger, welche sich an der anfangs erwähnten Hard'n'Heavy-Mischung versuchen.
Der Opener Pay The Price geht mit seinem Intro glatt als Hommage an Atze/Detzes For Those About To Rock (1981) durch. Mit dem Einsatz von Hell Hofers Vocals ist die australische Herrlichkeit durch, der Mann könnte auch in einer ACCEPT-Coverband auftreten. Doch die Mischung stimmt, "Bite The Bullet" macht einfach gute Laune. Spätestens beim zweiten Track Roadking, welcher einen unweigerlich ins Regal zum KROKUS-Longplayer "Once Vice At A Time" (1982) schielen und glauben läßt, ein zweites, genial groovendes Bad Boys, Rag Dolls zu hören, reißt es den Metal-Maniac aus dem Sessel. Vorausgesetzt, old-school Metal gehört zu seinen Vorlieben ...
Numero drei, der Titelsong Bite The Bullet, lässt die seligen, glorreichen Headbanger-Zeiten um 1980 herum wieder aufleben. Leider aber auch mit ihren zuweilen übertriebenen Hymnen und ACCEPT-Chorussen (Dusk Til Dawn).

Wer sind denn jetzt eigentlich diese "neuen" BULLET? Zu spät Geborene, jenen heutzutage zuweilen verklärten Zeiten nachtrauernd, als man selber noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum lief?
Gegen Jahresende 2001 befanden Udo, sorry, Hell Hofer und sein Kumpel Hampus Klang die Entwicklung innerhalb des Heavy-Genres für enttäuschend. Man beschloss, sich auf die Suche nach Gleichgesinnten zu begeben und fand bald darauf in den jungen, talentierten Musikern Erik Almström und Gustav Hjortsjö weitere Mitstreiter. Die Richtung stand von Beginn an fest: Heavy Metal - Back to the Roots!!
Komplettiert wurde das Line-Up schließlich durch Fourstringer Lenny Blade, der nicht nur die nötige "Kick Ass"-Einstellung besaß, sondern auch bereits langjährige Erfahrungen in der Szene gesammelt hatte. Im Sommer 2002 entstand innerhalb von zwei Tagen das Demo "Heavy Metal Highway", mit dem man im metallischen Untergrund für einiges Aufsehen sorgen konnte.
Im Frühjahr 2003 starteten BULLET dann mit der exzellenten Mini-LP "Speeding In The Night" durch. Dem folgten zahlreiche Konzerte und eine wachsende Fangemeinde, was zur Gründung des BULLET "Bastard" Fan Club führte.
Obwohl das schwedische Label Black Lodge bereits früh von den Bandaktivitäten angetan schien, dauerte es dennoch bis 2005, bevor ein Plattenvertrag zustande kam. Mit "Heading For The Top" erschien im folgenden Jahr der erste vollständige Longplayer, welcher zumeist positive Kritiken ernten und sich in den Genre-Charts platzieren konnte. BULLET etablierten sich mittlerweile in ganz Europa als hart arbeitende Metaller und gelten in Szenekreisen als einer der besten schwedischen Live-Acts.
Ende 2007 verließ Bassist Lenny Blade aufgrund eines Wohnortwechsels nach Thailand die Band und wurde durch einen ihrer Roadies und gleichzeitigem Leiter des Fan Clubs, Adam Hector, ersetzt. BULLET zeigten sich anschließend stärker denn je und konnten sogar HELLACOPTER Tausendsassa Nicke Andersson für den Mix des aktuellen Album "Bite The Bullet" gewinnen.

Der Mann hat einen guten Job abgeliefert. Ein 08/15-Rocker wie Nailed To The Ground steigt in der Notenskala alleine durch seinen fetten Sound. Der folgende Up-Tempo Rocker City Of Sins wiederum wird durch den starken Mix zu einer Dampfwalze, welche livehaftig wohl alles zermalmen dürfte.
Selten hat mich ein Metal Debut seit 1980 auf Anhieb so überzeugt wie "Bite The Bullet". 1980? Das Jahr des Erscheinens von "Breaker", mit dem ACCEPT seinerzeit ihren Durchbruch erzielten. "Bite ..." besitzt alle Eigenschaften, um als würdiger Nachfolger durchzugehen. Nicht jeder Track auf gleich hohem Niveau, aber die Einstellung stimmt einfach. Rasiermesser-scharfe Leads, fette Rhythmen, polternde straighte Drums und ein Shouter wie "uns" Udo.
Die Scheibe findet in Wheels Keep On Turning einen ihrer Höhepunkte. Bei dieser Granate dürfte heftigstes Mattenschütteln angesagt sein. Wie so häufig auf dem Album beweist auch Wheels ..., das die Stärken von BULLET besonders in fetten, treibenden und mittelschnellen Rockern liegen.
Princess Of The Dawn? No way, das hymnenhafte The Rebels Return schlägt nach einer runden Minute in die gleiche Kerbe wie der vorherige Track und versorgt den zutiefst begeisternden Rezensenten mit allem, was er momentan nur noch hören will ... Metal, Metal, Metal!!

(Mitte Oktober touren BULLET im Vorprogramm der Rotz Rocker BACKYARD BABIES durch unsere Breitengrade - wie immer an dieser Stelle ... ohne Gewähr!! -. Den Schwedenhappen sollte man sich nicht entgehen lassen.)

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 08.09.08