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Lost In Retrospect
Brave
Lost In Retrospect, Femme Metal Records, 2009
Michelle LooseVocals & Keyboards
Scott LooseGuitar
Matt KozarGuitar
Suvo SurViolin
Ben KellyBass & Keyboards
Trevor SchrotzDrums
Produziert von: Brave Länge: 69 Min 32 Sek Medium: CD
01. Something To This08. Dark Waters
02. Driven09. To Dream Again
03. Hold On10. Surrender
04. Words11. To Dance By Moonlight
05. Before Nightfall12. Remember The Stars
06. Trapped Inside13. Blue Skies
07. Candle In The Dark14. Passages

Eine etwas ungewöhnlich Scheibe liegt da in meinem Player, was aber nicht unbedingt auf die Musik zurückzuführen ist. Aber der Reihe nach: Mit Femme Metal will sich ein neues Label etablieren, das sich, wie der Name schon ganz zart andeutet, metallisch angehauchten Bands widmet, die zumindest teilweise, weibliche Mitglieder vorzuweisen haben. Bei BRAVE ist dies, auch noch nicht ganz ungewöhnlich, mit Michelle Loose die Sängerin. Ungewöhnlich ist dann schon eher, dass die inzwischen zum Sextett angewachsene Band als Einstiegsveröffentlichung, da man gerade auch das zehnjährige Jubiläum gefeiert hat, mit “Lost In Retrospect“ eine Art Best Of- Werkschau gewählt hat. Dazu kommt dann noch, dass die Kompilation rückwärts chronologisch angeordnet ist und auch noch vier Songs (Surrender, To Dance By Moonlight, Remember The Stars und Blue Skies) der Vorgängerformation ARISE FROM THORNS aufweist.

Weitaus weniger kurios ist dann zunächst einmal die Musik: eingängiger, melodischer relativ zielführend ausgerichteter Female Fronted Rock der Preisklasse LACUNA COIL oder EPICA bestimmt die ersten (also aktuelleren Songs) auf dem Silberling. Die älteren Stücke sind dann ausladender, komplexer und vielfältiger (Trapped Inside, Passages), hier schimmert deutlicher die progressive der Musiker durch, die allesamt Bands wie OPETH, DREAM THEATER oder PINK FLOYD als Einflüsse benennen. Besonders reizvoll wird es, wenn die Violine von Suvo Sur mit ins Spiel kommt (Words), der dem Ganzen noch eine interessante Einfärbung verleiht.

Durchaus gelungen sind auch die ruhigeren, teilweise akustisch gehaltenen, fast schon im Folk verwurzelten Candle In The Dark, Before Nightfall oder das balladeske Surrender, spannender jedoch die in sich steigernden To Dance By Moonlight und Dark Waters. Hier gibt es also sowohl das Drei-Minuten-NIGHTWISH-Format mit kompakten, griffigen Songs als auch die epischen Prog-Kanten sowie die introvertierte unplugged Ausgabe von BRAVE. Negativ könnte man sagen, dieser Ansammlung von Stücken mangelt es etwas an einem roten Faden, positiv ausgedrückt kann man resümieren, dass man alle Facetten einer bisher hierzulande noch zu Unrecht unbekannten Band kennen lernt, zusammengehalten von dem unaffektierten, lyrischen, aber in den passenden Momenten kraftvollen Gesang von Michelle Loose. Auf jeden Fall hörenswert.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 30.03.2009