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Rock'n'Roll Radio
Rock'n'Roll Radio, ASR Records, 2008
Michael Treska Vocals
Frank Seefeldt Saxes
Golo Sturm Guitars
Didi Beck Upright Bass
Thomas Weiser Drums
Produziert von: Di Lorenzo Länge: 54 Min 47 Sek Medium: CD
01. Blitzkrieg Bop10. I Can't Dance
02. Radio Day11. King Of Bongo
03. Radio12. Tanke Me Away
04. Boulevard Of Broken Dreams13. Rockin' Rollin' Stone
05. Hold On14. Trouble
06. Ridin' On A Bullet15. I Do
07. Thirteen Bloodhounds16. Army Of Rock'n'Roll
08. Hand In Hand17. Fools Fall In Love
09. Dismissed Man

It's 'American Grafitti' time again, Ladies and Gentleman! Also heraus mit den Motorrollern, zurück mit den Haaren und die Filterlosenpackung unter den T-Shirtärmel gekrempelt. Und, natürlich, das Radio aufgedreht!
Heutzutage gibt's ja Internetradio, aber das ist wenig portabel und im Auto hör ich praktisch keinen Unterschied zwischen den Sendern. So könnte ein "Rock'n'Roll Radio" schon Sinn machen. Das von BOPPIN' B läuft fast eine Stunde lang und hält den Hörer in dieser Zeit nahezu durchgehend in Schwung.
Dabei sind Unterfranken ja nicht als die Temperamentsbolzen verschrien, aber als 'Aschebercher' ('Aschaffenburger', für die Preußen) Band sind sie praktisch schon halbe 'Hesseköpp'. Die Band besteht seit bald einem Vierteljahrhundert - 23 Jahre um genau zu sein - und da sie nahezu ständig touren, sind nunmehr neun Tonträger auch recht beachtlich. Auf eben jenem neunten Werk sorgt das RAMONES-Cover Blitzkrieg Bop - wie könnte es anders sein - für einen Kickdown, der den Hörer sofort in Fahrt bringt. Kennen wir natürlich schon vom Modern & Cover Rock'n'Roll-Sampler.
Dann wird erst richtig am Radio geschraubt und heraus schält sich Radio Day mit starkem STRAY CATS / Brian SetzerRockabilly-Touch. Eine sehr feine Eigenkomposition, wie auch das folgende Radio. Das geht dann deutlich mehr in die Country-Ecke und - ich kann mir nicht helfen - erinnert mich irgendwie an TEXAS LIGHTNING. Nur: Das hier ist der bessere Song! Der hohe Pop-Faktor irritiert zunächst aber schon bald wird man diesen Ohrwurm nicht mehr los. Eigentlich fehlt jetzt nur noch ein Fernsehprominenter und die Teilnahme am Grand Prix wäre gesichert. Aus der Region böte sich vielleicht Urban Priol an?
GREEN DAYs Boulevard Of Broken Dreams im Rockabilly-Korsett? Funktioniert bestens! Treten sie näher und grooven sie sich ein.

Irgendwo hab ich das Intro zu Hold On schon mal gehört, aber die Jungs behaupten es selbst verfasst zu haben und ich will ihnen mal glauben. Eine richtig schöne Schnulzennummer - nicht zu langsam - zu der Sandy und Danny am Strand spazieren gehen ..., oder man wegträumen kann, wenn man mal wieder auf der A3 im Stau steht.
Wenn's dann wieder läuft, kann man sich mit Ridin' On A Bullet wieder in bester STRAY CATS - Manier auf die Überholspur beamen.
Mehr an nächtliche Hinterhöfe und Backstreets erinnert der dunkle Rockabilly Thirteen Bloodhounds aus dem besonders Frank Seefeldts Sax-Solo hervor sticht und auch im folgenden Hand In Hand (im Original von den BEATSTEAKS) setzt er die entscheidenden Akzente. Ansonsten steht Golo Sturms Gitarre im Vordergrund, wie man z. B. in Dismissed Man deutlich hört. Hier sind wir back im 50's Rock'n'Roll und Rockabilly a la Gene Vincent. Ein weiterer Hit auf diese Scheibe und Fans freuen sich sicherlich schon, die Typen bei diesem Song über die Bühne toben zu sehen.
Beim Bass-Intro vom nächsten Song schnippt man unwillkürlich mit und bereitet sich schon gefühlsmäßig auf Elvis' Fever vor als Sänger Michael Treska denn Text von GENESIS' I Can't Dance darüber singt. Ist ganz witzig gemacht, aber ich käme wohl auch ohne den Song aus. Die eigenen Nummern sind stark genug. Zunächst aber noch King Of Bongo - von MANO CHAO - als Ska-Stück. Auch da bin ich zunächst zurückhaltend, aber irgendwann kann man diesem Bongo-Kongo-Rhythmus nicht mehr widerstehen.
Richtig gut gefällt mir dann wieder Rockin' Rollin' Stones, das gut treibt und irgendwo zwischen Elvis und Jerry Lee Lewis angesiedelt ist.
Nachdem mit Trouble noch mal Gas gegeben wurde, kommt die Ballade I Do gerade recht. Einen Moment will mir ein "Donna" über die Lippen und kurz wird's mir auch fast zu schmalzig. Jedoch hat die Stimme von Sänger Michael Treska genug Tiefe und Charisma, um den Song nicht abdriften zu lassen. Perfekt für die sentimentaleren Phasen im "Rock'n'Roll Radio".
Aber zurück zum Rockabilly und wieder deutlich von streunenden Katzen vorgelegten Spuren folgend, mit der Army Of Rock'n'Roll. Die mit gesprochenem Text übermalte Leiber/Stoller-Nummer Fools Fall In Love (gefällt mir jetzt nicht so toll) bildet den Abschluss dieses "Radio-Programms". Welches aber bald in tausenden Empfängern wiederholt werden dürfte. Also schalten sie bald wieder ein.
"Oder der Wolfman kommt und holt dich, baby!"

Epi Schmidt, (Artikelliste), 17.03.2008