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Bon Jovi - Special Edition
Bon Jovi
Bon Jovi - Special Edition, Universal Music, 2011 (1984)
Jon Bon JoviLead and Backing Vocals, Guitar
David RashbaumKeyboards, Backing Vocals
Richie SamboraLead Guitar, Backing Vocals
Alec John SuchBass, Backing Vocals
Tico Torres ("The Hit Man")Drums
Additional Musicians:
Chuck Burgi, Doug Katsoras, Aldo Nova, Huey McDonald
Runaway recorded with "THE ALL STAR REVIEW":
Tim PierceGuitars
Roy BittanKeyboards
Frankie La RockaDrums
Huey McDonaldBass
Jon Bon JoviLead Vocals and Backing Vocals
David Grahmme, Mick SeeleyBacking Vocals
Produziert von: Larry Quinn & Tony Bongiovi Länge: 63 Min 03 Sek Medium: CD
01. Runanway06. Breakout
02. Roulette07. Burning For Love
03. She Don't Know Me08. Come Back
04. Shot Through The Heart09. Get Ready
05. Love Lies
Bonus Tracks - Previously Unreleased:
10. Runaway (Live)12. Breakout (Live)
11. Roulette (Live)13. Get Ready (Live)

Ich weiß nicht mehr wann und wo ich damals die erste BON JOVI-LP gekauft habe, aber mit ziemlicher Sicherheit dürfte es wegen dem nicht zu entkommenden Single-Hit Runaway gewesen sein. Und mit ziemlicher Sicherheit dürfte das bei 95% der weiteren Käufer der gleiche Grund gewesen sein. Das prägnante Keyboard-Intro wird man heute als billiges 80er-Jahre-Geklimpere abtun, aber damals rissen diese Akkorde regelmäßig zu Jubelschreien und Ansturm auf die Tanzflächen hin.
Der Rest der Songs auf dem Album ging über die Jahre ziemlich in Vergessenheit, aber im Zuge der Wiederveröffentlichung der BON JOVI Alben - als "Special Edition" mit Bonus Tracks - wird einem doch in Erinnerung gebracht, dass auf diesem Debüt noch weitere Songs gar nicht so übel waren. Tatsächlich waren bei der Einspielung von Runaway außer Sänger Jon Bon Jovi ganz andere Musiker beteiligt. Darunter der langjährige Rick Springfield-Sideman Tim Pierce an der Gitarre.
Nachdem man mittels des Titelsongs in die 80er zurück bebeamt wurde, kommt auch Roulette jetzt gar nicht mal übel. Hat natürlich nicht den Killer-Touch der Creme de la Creme der Studioszene, wie beim Opener, aber mit seinem DEF LEPPARD-Charme kommt auch der Song nicht übel.

She Don't Know Me kann allerdings die Klasse nicht halten und nötigt einem doch ein kleines, gequältes, Lächeln ab. Das ist zu billig und beliebig. Shot Through The Heart - ja, ja, das erinnert an einen anderen Song, aber sollte erst zwei Alben später folgen - könnte zu anhand der ersten Töne auch als Bryan Adams Nummer identifiziert werden. Dann hat man aber das Runaway-Muster ganz geschickt adaptiert und bringt den Song einigermaßen passabel über die Runden.
Love Lies ist ein etwas ungelenker Stampfer, dem noch nicht die höheren Songschreibweihen verliehen werden, aber eigentlich - wenn ich so nachdenk' - haben hier selbst die schwächeren Songs hier immerhin Drive und Power, auch wenn die Umsetzung nicht immer so geglückt ist. Wenn ich bedenke, was da ab Mitte der 90er von Band oft veröffentlicht wurde, ist mir hier aber nahezu alles lieber.
Vor allem Breakout. Läuft nach bewährtem Schema ab, inklusive "Whoo-o-whoo-o-oo"-Gesang, aber hat die zweite Seite damals ansprechend eröffnet und auch hier und heute gefällt mir die Nummer gut. Macht prima Stimmung.
Auch Burning For Love schiebt gut. Textzeilen wie "I've been watching you, you want Action, you need love and I need satisfaction" nötigen einen natürlich eher zum Schmunzeln, aber es rockt ziemlich geil.
Schon wieder das gleiche Schema ermüdet bei Come Back letztlich doch etwas, auch wenn sich die Band bei den LEPPARD-Chören reichlich Mühe gibt.
Ha! Kaum startet Get Ready, fällt mir wieder ein, dass ich mir dieses Gitarren-Riff damals draufgeschafft habe! Gar net mal so schwierig. Mein Antrieb war aber zweifellos auch, dass es sich hier um mit den rockigsten Titel handelt. Entkommt dem 80er Gewand nicht, macht aber trotzdem - oder deswegen? - ordentlich Spaß und der effektive (Mitsing-) Break prädestiniert den Song für den Live-Einsatz oder gar als Show-Opener. Jedenfalls bis Let It Rock 1986 auf der Bühne erschien.
Hier beschließt es das ursprüngliche Album und wir widmen uns dem Nachschlag.

Die Keyboards zu Runaway hören sich live noch "billiger" an, wobei Jons Gesang schon eine Spur rockiger kommt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass BON JOVI live immer eine Bank waren und wahrscheinlich auch noch sind. Da war jedenfalls noch jede Menge Attitüde drin und es ging gut ab. Und das auch bei den folgenden Songs. Live erinnert mich das Intro zu Roulette noch mehr an Alice Coopers Poison, welches erst Jahre später folgen sollte und gleich darauf klingt Breakout fast etwas wie der Bad Medicine-Vorläufer. Ja, gerade live schimmerte da ordentlich Potenzial durch.
Wie fast schon erwartet, streckt sich Get Ready live deutlich aus und das Publikum geht offenbar prächtig mit. Der Sound passt bei Studio- wie Live-Aufnahmen absolut und wird ich doch ab und an wieder mal in das Debüt-Album von BON JOVI reinhören und in "alten Zeiten" schwelgen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 26.02.2011