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7800° Fahrenheit
Bon Jovi
7800° Fahrenheit - Special Edition, Universal Music, 2011 (1985)
Jon Bon JoviLead & Backing Vocals, Occasional Noise Guitars
Richie SamboraElectric Guitars, Acoustic 6 & 12 String Guitars, Backing Vocals
David BryanKeyboards, Backing Vocals
Alec John SuchBass, Backing Vocals
Tico "The Hit Man" TorresDrums, Percussion, Backing Vocals
Additional Musician:
Rick Valenti, Jeaanie Brooks, Carol Brooks, Phil HofferBacking Vocals
Tom MandelSynthesizers
Produziert von: Lance Quinn Länge: 73 Min 27 Sek Medium: CD
01. In And Out Of Love06. Tokyo Road
02. The Price Of Love07. The Hardest Part Is The Night
03. Only Lonely08. Always Run To You
04. King Of The Mountain09. To The Fire
05. Silent Night10. Secret Dreams
Bonus Tracks:
11. In And Out Of Love13. Tokyo Road
12. Only Lonely

Noch nicht mal ein Jahr nach dem Debüt rückten BON JOVI mit dem nächsten Album an: 7800° Fahrenheit. Bei der Temperatur schmelzen angeblich Steine, auf Englisch: Rocks. So ganz dahinschmelzend tat die Rockszene bei diesem Album noch nicht gleich, aber immerhin waren deutlich steigende Verkaufszahlen zu verzeichnen.
Der Markt gab es ja auch her und von überall her schossen einem die Alben um die Ohren. MTV, welches diesen Namen damals noch zu Recht trug, hatte da keinen unwesentlichen Anteil daran.
Auch das zweite Album dieser Band gibt als nun als Re-Issue wieder mit zusätzlichen Live-Tracks und, wie beim Erstling, mit der Möglichkeit via Internet zusätzliches Anschaungs- und Hörmaterial zu erhalten.
Die Scheibe startet mit einem echten Hit: In And Out Of Love. Klar, aus heutiger Sicht klingt das nicht so innovativ und das Riff setzt sich aus gut 60% SCORPIONS, 20% MÖTLEY CRUE und 10%, na, sagen wir FOREIGNER zusammen. Geht jedenfalls gut ins Ohr und lädt zum Mitrocken ein.
Hier kann man sehr schön eine Band in der Entwicklung verfolgen, die natürlich auch - und massiv - beeinflusst war von der Musik, den Sounds und Bands der damaligen Mittachtziger-Zeit. Der spätere typische Stil der Band, blitzt nur teilweise auf, aber ein Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger ist deutlich zu hören.

Man war natürlich lyrisch vom Leben "on the road" beeinflusst - "We kiss, than say Goodbye, For the price of love" (The Price of Love) - und auch musikalisch ging es eher nach Vorne. Ellenlange Piano-Balladen waren noch weit entfernt. Gesanglich merkt Jon Boy auch noch Nachholbedarf an, aber der richtig Weg ist offensichtlich eingeschlagen. Only Lonely hätte allerdings auch gut zu Rick Springfield gepasst, wobei der es - zumindest damals - wohl besser gesungen hätte.
Der King Of The Mountain - also quasi "Der König im Affenstall" - war man halt noch nicht, wenngleich man sich mit dem gleichnamigen Stampfer nahe an DEF LEPPARD und .. hm, ok, Billy Squier, bewegte.
Die - damals - A-Seite wird mit … oh Gott, was ist das für ein billiges Keyboard-Geschmiere? Peter Maffay oder was? Dass David Rashbaum seinen wenig glamourhaften Nachnamen zu Bryan geändert hat, hat seinen Sounds nichts gebracht, aber recht schnell haut Mr. Sambora bei Silent Night ein paar derbe Akkorde und ein paar Akustikgitarren dazwischen, sodass man die Weihnachtsnummer noch gerade so über die Ziellinie schiebt. Damals hat man meistens umgedreht und ...

Ja, trotz des etwas albernen, japanischen Intros rockt Tokyo Road doch mit allerbester Power, selbst heute noch und kann locker mit fast jedem anderen BON JOVI Song- davor und danach - mithalten. Sollte eigentlich in jedem Konzert gespielt werden.
Deutlich weniger anmachend ist The Hardest Part Is The Night gestrickt. Liegt an den einfallslosen Keyboards, den uninspirierten Gitarrenparts und dem etwas schwachen Chorus. "Stay alive in the night ..." na ja….
Die allgegenwärtigen damaligen Drum-Effekte machte man sich für Always Run To You zunutze. Der eigentlich nicht so schlechte Song klingt aber letztlich doch ein bisschen wie ein RAINBOW-Ripp Off. Zu Joe Lynn Turner-Zeiten selbstverständlich.
Oh je, die computerisierten Beats zu Beginn von To The Fire hat damals keiner gebraucht und auch heute klingen sie fehl am Platz. Ohne die wäre nämlich mehr in dieser Nummer drin gewesen. Na ja, nimmt man halt so mit, obwohl es nicht so recht aus den Startlöchern kommt.
Erneut nimmt man die Ankunft von Bad Medicine - zwei Alben später - mit der Akkordfolge in Secret Dreams vorweg. Mann, ein Piano anstatt dieser nervigen Keyboards und der Song würde gleich ganz anders rocken! Die "heimlichen Träume" dürften trotzdem damals manches Stadion zum Schlafwandeln gebracht haben.
Auch hier finden sich ein paar zeitnahe Live-Tracks. Bis In And Out Of Love richtig anfängt quält Richie Sambora erst einmal seine Gitarre minutenlang, wodurch Tico Torres angestachelt wird, seinerseits ein mehr oder wenig sinnfreies Getrommel zu beginnen. Bis dann ... ja, ist gut jetzt, Richie! ... der Song doch noch in die Puschen kommt und sich als perfekter "Einpeitscher" erweist.
Only Lonely, wenngleich in einer sympathischen "Probe-Fassung", wird es nicht in meine BON JOVI Top 10 schaffen, aber Tokyo Road ist ein ernsthafter Anwärter. Hätten se sich mal das komische Intro gespart.
Nachdem es das zu einem ansprechenden Preis gibt und wenn man gern nochmal zum Sound von damals abrockt, kann man seiner Vinyl-Scheibe nun endgültig den verdienten Ruhestand gönnen und lauthals mitsingen: "Take me baaaaaa-aaack, to Tokyo Road!". Ein paar Herzen bringt "7800° Fahrenheit" sicher zum Schmelzen..

Epi Schmidt, (Artikelliste), 28.02.2011