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Dylan & The Dead
Bob Dylan
Dylan & The Dead, Columbia Records, 2009 (1989)
Bob DylanVocals, Guitar, Harmonica
Jerry GarciaGuitar, Vocals
Mickey HartDrums
Bill KreutzmannDrums
Phil LeshBass, Vocals
Brent MydlandKeyboards
Bob WeirGuitar, Vocals
Produziert von: Jerry Garcia & John Cutler Länge: 44 Min 05 Sek Medium: CD
01. Slow Train05. Joey
02. I Want You06. All Along The Watchtower
03. You Gotta Serve Somebody07. Knockin' On Heaven's Door
04. Queen Jane Approximately

Ich bin kein sonderlicher Fan von den GRATEFUL DEAD. Als ich vielleicht ein bisschen Interesse für die Band hätte entwickeln können, da haben sie sich - oder mich - nächtens wieder einmal zu Tode gestimmt. Und mit dem, was zwischendurch kann, war ich auch kaum noch wach zu bringen. Damals, beim Rockpalastkonzert mit THE WHO.
So hab ich kein Ohr mehr übermäßig lange an die Band verschwendet und das Einzige, das mich ansprach, war TESLAs Version von Truckin', auf ihrem "Five Men Acoustical Jam" Album. Wenn sich da, Ende der 80er, ein Robert Zimmerman mit diesen Grasköpfen einlässt, konnte mich das - abgesehen vom schönen Cover - auch nicht sonderlich locken. Wenn nun das Teil in der "Bob Dylan Remastered" Reihe neu aufgelegt wird, lausch ich halt doch noch mal hin.
War ja nur eine einfache LP und somit kommt das Teil nur auf eine knappe ĺ Stunde. Auch jetzt noch, denn mit Bonustracks wird hier nicht aufgewartet. Dafür gibtís einen sehr guten Sound, bei dem man den einzelnen Beiträgen ziemlich gut folgen kann. Sonderlich aufgeregt gehtís natürlich nicht zu, aber es ist doch gar nicht mal so übel, was die Herren da für einen Groove bei Slow Train zusammenschustern. Das sollte für ein erstes Abheben beim Publikum gereicht haben. Und auch I Want You lassen sie in einen schönen California-Highway locker einbiegen und munter vor sich hinshuffeln. Dylan singt recht inspiriert und seine Mitstreiter machen das, was sie immer machen: Locker vor sich hindudeln. Allerdings - vielleicht liegt's am unkaputtbaren Dylan-Material - ist das über weiteste Strecken durchaus erträglich und wenn sie ja mal den Faden verlieren, setzt His Bobness rechtzeitig wieder ein und bringt das Schiff in den Hafen.
Weil sich die Herren Garcia, Lesh, Weir und Kollegen so gerne in einen psychedelischen Groove reinspielen, kommt ihnen eine Nummer wie Gotta Serve Somebody gerade recht und so wissen sie auch hier mit einem ansteckenden Gebräu aufzuwarten, welchem man sich ganz gut hingeben kann. Aber ohne Hast!

Immer funktioniert so etwas aber nicht und bei Queen Jane Approximately verliert sich die "Magie" etwas. Der manchmal schräge Gesang hat noch einen gewissen Reiz, aber ansonsten plätschert mir das doch etwas zu beliebig dahin. Das zu später Stunde und man nickt leicht weg.
Joeys Anfang erinnert mich etwas die STONES-Version It's All Over Now und macht so Hoffnung, aber spätestens beim Refrain schwächelt mir das zu sehr ab und man möchte ihnen direkt helfen ...
Immerhin finden sie bei All Along The Watchtower wieder in die Spur und wenn auch nicht die volle Eruption stattfindet, so wippt man hier doch gern im Sessel mit. Recht häufig sind sogar die Leadguitar-Beiträge gut zu ertragen, ja verblüffen hier und da sogar. Was da wohl im Spiel war?
Ja, und am Schluss weiß auch Knockin' On Heaven's Door sich des Hinhörens würdig zu erweisen. Auch wenn mich der Elan, mit dem der "Background-Chor" singt, etwas an die deutsche Version dieses Songs - war's jetzt Jürgen von der Lippe oder Mike Krüger? - erinnert, wenn sich alle im Refrain zu einem "nack-nack-nackich vor der Himmelstür" zusammen fanden.
Es hätte durchaus schlimmer kommen können und über die Hälfte des Albums ist mehr als in Ordnung. Trotzdem werde ich bei Dylan live weiterhin lieber zu "Before The Flood" greifen und mich da besser aufgehoben fühlen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.04.2009