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Greatest Hits
Black Sabbath
Greatest Hits, Universal Music, 2009
Ozzy OsbourneVocals
Tony IommiGuitar
Geezer ButlerBass
Bill WardDrums
Produziert von: Länge: 73 Min 23 Sek Medium: CD
01. Paranoid08. The Wizard
02. Iron Man09. Snowblind
03. Changes10. Sweet Leaf
04. Fairies Wear Boots11. Evil Woman (Don't Play Your Games With Me)
05. War Pigs12. Sabbath Bloody Sabbath
06. Never Say Die13. Black Sabbath
07. Children Of The Grave14. N.I.B.

Ja, es gibt sie vermutlich noch: Die “Greatest Hits – Käufer”. Bei gestandenen (Rock-) Musikhörern ist ja so etwas eher verpönt. Und das zurecht, denn wie oft wurde einem schon das „Essenzielle“ vorgegaukelt und dabei manch wichtiger Song vorenthalten.
Aber natürlich kann man nicht von jedem den Kauf des gesamten Backkataloges jeder Band erwarten. Also doch her mit der Zusammenstellung, auch wenn es die in ähnlicher Form schon einige Male gab. Die aktuellste Variante beschäftigt sich - wie unschwer zu erwarten – mit der legendären Ur- und einzig wahren Formation. Himmel und Hölle noch mal!
Über die Songs braucht man eigentlich nicht viel Worte verlieren, denn die sind praktisch durchwegs Bodensatz jeder halbwegs vernünftigen Heavy-Kappelle, bzw. jedes Hard-Rock-Fans mit einem Mindestmaß an Anstand.
Und trotzdem: Wenn man sich diese Songs wieder mal genauer anhört, freut man sich auch bald 40 Jahre nach ihrer Entstehung darüber. Dazu klingen sie hier auch soundmäßig recht frisch. Paranoid wurde von BLACK SABBATH, ähnlich wie All Right Now von FREE, weniger aus der Inspiration heraus geboren, denn aus Notstand hingerotzt und wurde doch – wie bei FREE – ihr größter Hit. Wegweißender für die Musik und die Fans war da schon das abgrundtiefe Riff – von der noch tiefer gelegenen Eröffnungsstimme ganz abgesehen – von Iron Man. Changes hätte ich, nach dem schwülstigen Neuaufguss von vor ein paar Jahren, fast übersprungen, um dann doch festzustellen, welch außergewöhnliche Pianoballade der Song ist und was für ein Sänger Ozzy damals noch war.
Die psychedelischen Einflüsse kommen vor allem in den frühen Songs noch äußerst deutlich durch, wie Fairies Wear Boots überdeutlich macht. Da sind ja richtige Blues Rock-Anleihen drin. Man kann aber auch wunderbar hören, wie solche Rhythmen und Sounds Jahrzehnte später bei Bands wie z.B. POTHEAD wieder richtig aktuell wurden.

War Pigs natürlich! Die Übernummer! Klingt irgendwas geiler, als das Intro zu diesem Song? Die Sirenen sind da bloß noch das i-Tüpfelchen. Den Song kann und braucht man nicht erklären, den muss man hören.
Bei Never Say Die meint man fast einen Heavy Metal-Vorläufer von The Boys Are Back In Town zu hören. Richtig geil ist auch das Mundharmonikaspiel in The Wizard. Klingt klasse und pusht den, eigentlich recht banalen, Song endlos.
Anstatt manches anderen Songs hätte ich etwa ein Rock'n'Roll Doctor lieber gehört, aber richtige Ausfälle gibt’s hier natürlich nicht. Außer vielleicht den albernen Huster, zu Beginn von Sweet Leaf? Der Song ist - oder war - trotzdem, allein schon wegen seinem höllentiefen Sound, wegweisend.
Stark in den 60ern verwurzelte Titel wie Evil Woman könnte man sich ähnlich auch von den EASYBEATS vorstellen. Ja, SABBATH hat schon viele Stile im Topf gehabt. Und Hymnen! Wie Sabbath Bloody Sabbath etwa! Noch Fragen? Nun gut, da hab ich erstmals einen "metallischeren" Sound im Ohr, aber eigentlich gefällt es mir doch besser, wie es hier klingt.
Zwei Kracher noch zum Schluss: Black Sabbath, welches ganz offensichtlich etliche spätere Ozzy Osbourne Songs beeinflusst hat. Dieses Lied laut genug gehört und möglichst wenig Beleuchtung und die Schauer laufen einem über den Körper.
Keine Ahnung, wie Geezer Butler auf das Vorspiel zu N:I:B. gekommen ist, aber es leitet einen weiteren Heavy-Klassiker ein, der durchaus von CREAMs Sunshine Of Your Love beeinflusst sein könnte und mit "my name is Lucifer, please take my hand" auch an Ozzys Mythos gestrickt hat.
Im Prinzip also doch eine runde Sache (was auch sonst?) und man sich so etwas Heavy Metal Geschichte im Schnelldurchlauf verabreichen. Fürs "tiefer schürfen" ist ja weiteres Material ausreichend vorhanden.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 27.07.2009