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Black Sabbath
Black Sabbath
Black Sabbath, Sanctuary Records, 2009 (1970)
Tony IommiLead Guitar
Geezer ButlerBass Guitar
Bill WardDrums
Ossie OsbourneVocals, Harmonica
Produziert von: Rodger Bain (Original Album) Länge: 84 Min 35 Sek Medium: CD
CD 1: Original Album
01. Black Sabbath05. Evil Woman (Don't Play Your Games With Me)
02. The Wizard06. Sleeping Village
03. Behind The Wall Of Sleep07. Warning
04. N.I.B
CD 2: Bonus Tracks
01. Wicked World (B-Side of Evil Woman)06. Behind The Wall Of Sleep (Studio Outtake)
02. Black Sabbath (Studio Outtake)07. Evil Woman (Instrumental)
03. Black Sabbath (Instrumental)08. Sleeping Village (Alternative Version)
04. The Wizard (Studio Outtake)09. Warning - Part 1 (Studio Outtake)
05. Behind The Wall Of Sleep (Studio Outtake)

Aber ja, natürlich kann man "Greatest Hits"Alben kaufen und soll es sogar. Ich bin der festen Überzeugung, dass man von einer Band wie, sagen wir, AMERICA, wirklich nichts anderes braucht. Es gibt aber auch Bands, denen kann man damit unmöglich gerecht werden. Den BEATLES etwa. Oder DEEP PURPLE. Denen wird man mit einer Ansammlung ihrer Gassenhauer einfach nicht gerecht, da kratzt man nur an der Oberfläche herum.
Und mit BLACK SABBATH ist das ähnlich. Die ersten vier Alben sind Stützpfeiler des Heavy Metal. Die muss man ja nicht unbedingt kaufen, aber KENNEN muss man sie!
Soviel dazu. Kennen muss, oder vielmehr: lernt, man auch die Wurzeln der Birminghamer, wenn man sich das erste Album reinzieht, welches hier in einer "Deluxe Edition", mit Bonus-Disc, vorliegt. Die Band hatte sich über Jahre hinweg durch die Clubs, auch mal unter dem Namen EARTH, gespielt. Prägend waren die Engagements im Hamburger Star Club, wo man gezwungen war die Songs durch lange Jams zu erweitern, damit das spärliche Programm für die mehrere Stunden langen Auftritte reichte. Darauf verweist die über zehnminütige Schlussnummer Warning. Ein Hard-Blues-Jam-Song, wie man ihn auch problemlos LED ZEPPELIN zuschieben könnte. Da sind durchaus Parallelen in den Anfangstagen da. SABBATH hatte natürlich den "schwereren" Sound, schon allein Tony Iommis Handicap der zwei fehlenden Fingerkuppen und der daraus resultierenden tiefer gestimmten Gitarre, wodurch die Saiten leichter zu greifen sind.
Die Band jammert ja gerne, dass der ihr anhaftenden Okkultismusvorwurf lediglich auf eine Handvoll Songs, die zudem als Warnung zu verstehen wären, basiert, aber wer so ein Cover entwirft und das Album dann auch noch am Freitag, den 13. veröffentlicht, darf sich nicht beschweren. Auch wenn beides natürlich nicht unbedingt in Händen der Band lag.
Die war schon wieder auf dem Weg zum nächsten Gig, irgendwo in Dänemark, und hatte das Album in gerade mal zwei Tagen (!) eingespielt. Heutzutage hat in der Zeit noch nicht mal der Drummer seinen Soundcheck hinter sich.

Es donnert, es regnet, es blitzt (vermutlich), die Glocken läuten und der Titelsong lässt eine Szenerie erstehen, die manch britischen Musikjournalisten schnell von "Schwarzer Magie" schreiben ließen und den Käufern dringend empfahl sich das Album blos nicht allein anzuhören. Ja, die Kritiker (überwiegend) hassten die Band. Die Eltern hassten die Band. Die verwelkenden Blumenkinder und Hippies hassten die Band. Nur die Kids liebten sie. Und wer hat jetzt Recht gehabt?
Mit The Wizard und Ossie - wie er sich da noch schrieb - Osbournes pumpender Mundharmonika wird ein Donnersturm hinterher geblasen. Drummer Bill Ward ist sicherlich in seinen Fähigkeiten limitiert, aber im Verbund mit den Anderen geht das doch gut ab und Butler und Iommi füllen die Lücken.
Behind The Wall Of Sleep hat massivste Blues-Rock-Wurzeln, mit starken Jazz-Anleihen. N.I.B. beeindruckt auch heute noch mit seinem Sound und dem prägnanten Riff, sowie mit Ozzys fast orientalischem Gesang im Break.
Über Evil Woman hab ich in meinem "Greatest Hits" Review ja schon geschrieben. Der Song, in Amerika von einer Band namens CROW bist auf Platz 19 der Charts gebracht worden, wurde auf der amerikanischen Fassung des Albums durch Wicked World ersetzt.
Sleeping Village und Warning legen dann nochmals deutlich offen, dass ein gehöriger Anteil Jam-Rock zum Bodensatz von BLACK SABBATH gehört.
In diesem kann man dann mittels der Bonus-CD noch etwas herumrühren. Ich finde, mit Wicked World waren die Amis tatsächlich besser bedient, als mit Evil Woman. Schöner Mix aus SABBATH, LED ZEPPELIN und TEN YEARS AFTER, wenngleich Iommi solistisch mit Page und Lee nicht mithalten kann.

Die restlichen Songs sind alles Outtakes oder alternative Versionen der veröffentlichten Nummern. Oft mit nur geringem Unterschied. Was jetzt an der Instrumentalversion von N.I.B. "Instrumental sein soll, erschließt sich mir nicht: Das klingt wie die ganz normale Aufnahme. Also auch mit Gesang. Hat da jemand geschlafen?
Aber egal, solche Zusatzstücke sind sowieso etwas für die beinharten Fans werden im Allgemeinen nicht so oft gehört. Im Gegensatz zur ersten CD, die auch heute noch gut und gern öfter gehört werden kann. Mit ausführlichem Booklet und mehrfach klappbaren Digi-Pack ist die Doppel-CD gebührend ausgestattet und sorgt für zusätzliche Freude an dieser Veröffentlichung.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 01.08.2009