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Eagle Records
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Warpaint Live
Black Crowes
Warpaint Live, Eagle Records, 2009
Chris RobinsonVocals, Harmonica, Guitar
Rich RobinsonGuitar, Vocals
Luther DickinsonGuitar
Steve GormanDrums, Percussion
Adam MacDougallKeyboards
Sven PipienBass, Vocals
Charity WhiteBacking Vocals
Mona Lisa YoungBacking Vocals
Länge: 96 Min 35 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Goodbye Daughters Of The Revolution07. Movin' On Down The Line
02. Walk Believer Walk08. Wounded Bird
03. Oh Josephine09. God's Got It
04. Evergreen10. There's Gold In Them Hills
05. Wee Who See The Deep11. Whoa Mule
06. Locust Street
CD 2:
01. Poor Elijah / Tribute To Johnson (Medley)04. Don't Know Why
02. Darling Of The Underground Press05. Torn And Frayed
03. Bad Luck Blue Eyes Goodbye06. Hey Grandma

So, nun doch noch ein "Warpaint" Review im HoM. War ja doch nicht so der Bringer, die Studioscheibe, oder? Jedenfalls nicht das Comebackalbum, welches sich Viele vorgestellt haben. Aber mit Wünschen und Vorstellungen hat man als Fan der Band, spätestens nach "Three Snakes ..." aufgehört. Ab da waren weder Alben noch Konzerte "berechenbar".
Da es mittlerweile "Warpaint Live" gibt, widmen wir uns gleich diesem Werk, denn die BLACK CROWES sind in erster Linie eine Live-Band. Immer gewesen. Zwar hatte man erst spät die erste Live-Platte veröffentlicht, aber inzwischen wurde ja mit "Freak'n'Roll ...Into The Fog" schon weiteres Live-Material nachgeschoben. Warum also jetzt gleich das letzte Album auch nochmal als Bühnen-Variante? Zumal die nächste Studioplatte, angeblich, schon in der Pipeline ist? Tja, besagte Wünsche und Vorstellungen...
Wie gesagt, sind die CROWES eine Live-Band und das beantwortet einige Fragen und weckt Gespanntheit. Mir gefällt es auch gleich ein ganzes Stück besser, wie Goodbye Daughters Of The Revolution hier rüberkommt. Der neue Gitarrist, Luther Dickinson, vormals bei den NORTH MISSISSIPPI ALLSTARS, ist hervorragend integriert und ergänzt sich mit Rich Robinson besser als etwa ein Audley Freed. Eine schöne raue Slide-Gitarre trägt den Song zusammen mit Chris Robinsons immer noch charismatischen Gesang. Die weibliche Unterstützung ist ja schon obligatorisch.
Wie sie aber so sind, die "Krähen", wird da nicht gleich "nachgerockt", sondern eine schleppende Groove-Stampf-Nummer namens Walk Believer Walk übergegangen. Macht trotzdem, ob seines mächtigen Sounds, ganz gut Stimmung. Hier, wie auch im folgenden Oh Josephine, erinnert mich Adam Mac Dougals vibrierender Orgelsound wohltuend an selige Ed Harsch-Zeiten. Wunderschön! Überhaupt sind die Sounds aller Beteiligten vom Feinsten.

Je öfter ich das Album höre, desto besser gefällt es mir. Songs wie Evergreen gingen anfangs kaum an mich, aber jetzt mag ich die Nummer schon richtig gern. Geil hier wieder, die Slide-Gitarren! Natürlich versteigen sich die Typen öfter und gerne zu kleinen Jam-Einlagen, die auch mal fast ALLMANsche Ausuferungen erreichen können. In Wee Who See The Deep etwa. Leichte Ähnlichkeiten zu WISHBONE ASH kann man in der Ballade Locust Street finden. Mir persönlich geht das "It's alright, sister, it's alright, brother" Gefasel von Chris, in Movin' On Down The Line etwas gegen den Strich und die Nummer erholt sich, für mich, davon nur schwer. Immerhin kommt mit Wounded Bird doch wieder etwas mehr Drive rein, das schiebt schon ganz gut, und bei God's Got It gerät man in einen 12-Takt-Blues-Shuffle, der mit am meisten Bewegung auf dieser ersten CD auslöst.
Bei There's Gold In Them Hills darf man sich dann entspannt zurücklehnen und dieser gefühlvollen Ballade zuhören. Aber auch hier gelingt das besser als beim Studiowerk.
Für die zweite CD ist man ja schon eingestimmt und so bringt das groovige Poor Elijah bereits Stimmung und mit Darling Of The Underground Press folgt ein Live-Klassiker der Band, der schon von Jahrzehnten - ja solange ist das schon her - als Jam-Grundlage diente. Immer wieder gern gehört.
Verzückt verzieht sich mein Gesicht zu den ersten Tönen von Bad Luck Blue Eyes Goodbye, der Killer-Ballade vom Zweitwerk der BLACK CROWES. Gerade live gelingt der Song immer noch deutlich intensiver und so auch hier. Klasse! Ein Höhepunkt sicher die STONES-Nummer Torn And Frayed. Sowieso schon ein starker Song, wird der hier noch, gegen Ende, richtig aufgepeppt und mit reichlich Slide-Gitarre (Dickinson?) zum kochen gebracht.
Wer jetzt gedacht hat, na zum Schluss werden sie uns jetzt sanft rausschaukeln, sieht sich getäuscht, denn Hey Grandma rockt mit erhöhtem Tempo und voller Power. Versöhnt für die ein oder andere Länge auf diesem Album, dem man ein paar Durchläufe gönnen muss, aber dann bekommt man richtig Gefallen daran und zieht es sicher der Studioversion vor.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 28.06.2009