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The Great Compression
Bitune
The Great Compression, Headroom Records, 2009
Sascha WeigandVocals & Guitar
Christian WosimskiGuitar
Thomas BartscherBass
Martin BartscherDrums
Produziert von: Bitune & Willi Dammeier Länge: 45 Min 00 Sek Medium: CD
01. The Great Compression07. This Is Mine
02. Red Light08. Other Side
03. Get Out Of My Head09. Into The Fire
04. Shut Down10. Shattered Revolt
05. Dissolve The World11. Can't Stop
06. First Time

Manche Bands begleiten einen Rezensenten über Jahre hinweg und es ist spannend, mitzuerleben, welche Entwicklungen dabei vonstatten gehen. Gerade auch wenn dies abseits des Mainstream geschieht ist das um so interessanter, da man dann das Gefühl hat, diesem Prozess wenn schon nicht exklusiv (zum Glück) aber doch nicht nur als einer von Millionen beiwohnen zu dürfen, was das Erlebnis noch intimer und intensiver macht. BITUNE aus Eschwege waren in der Vergangenheit vor allem auf den Bühnen dieser Republik und im Vereinigten Königreich (nicht ohne Grund, dazu später mehr) zu Hause (u.a. als Support von BILLY TALENT oder DIE TOTEN HOSEN) und haben auch ein paar EPs und den Longplayer “After The Fire“ auf der Habenseite.

Ein steter Begleiter war (neben dem Hooked On Music ?) dabei Produzent Willi Dammeier und auch Ace von SKUNK ANANSIE, der, von Anfang an begeistert, immer mit Hand an den Sound gelegt hat und sicherlich auch die eine oder andere Tür in Großbritannien zu öffnen half. Musikalisch passen die Nordhessen ohnehin gut auf die Insel. Fielen in früheren Tagen bei dem Alternative Rock von BITUNE ab und an einmal Begriffe wie Emocore oder Nu Rock, so darf nun konstatiert werden, dass die Band deutlich reifer und erwachsener geworden ist. Nicht, dass die alten Sachen deshalb entsorgt werden müssen, die hatten in ihrer Zeit ihren Platz und waren damals weitaus besser als der Output viele bekannterer Artverwandter. Aber man hat sich nicht mit “more of the same“ begnügt, sondern geht noch signifikanter in Richtung Melodie, Kontrolle und tiefere Gefühle, ohne dabei an Druck zu verlieren.

Schon der eröffnende Titelsong spielt sich sogleich in Kopf und Bauch, ebenso Red Light und die Auskoppelung Get Out Of My Head zeigt, wie eine vernünftige Alternative Single zu klingen hat. Alles wirkt nicht mehr so rau und ruppig wie früher, ohne deshalb gleich kantenlos glatt geschliffen zu sein. Im Wesentlichen gelingt die Balance zwischen Anspruch und Eingängigkeit, wobei man sich auch nicht scheut, einmal in Richtung Indie Pop zu schlendern (Other Side). Sehr häufig funkt einem der Name PLACEBO durch den Kopf (Shut Down, Dissolve The World) und das ist in diesem Falle durchaus als Kompliment zu werten. Nachdem auch der Schlussakkord mit Can’t Stop vor dem seichten Gewässer bewahrt wurde, bleibt festzustellen, dass BITUNE mit “The Great Compression“ ihr bisheriges Meisterstück abgeliefert haben, das Eschwege unversehens in die Nähe von Manchester, London und Sheffield verlegt.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 17.09.2009