Goldener Trash
Angelika Express
Goldener Trash, Eigenverlag, 2009
Robert DrakogiannakisVocals, Guitar, Bass & Drums
Produziert von: Robert Drakogiannakis Länge: 47 Min 52 Sek Medium: CD
01. Was wollt ihr alle09. Messy Girl
02. Du trinkst zu viel10. Lottogewinn
03. Goldener Trash11. Platte für Platte
04. Dich gibt's nicht12. Fernsehgucken zu zweit
05. Sie ist intellektuell13. Nie wieder Punkrock
06. Halb so schlimm14. Lass uns tanzen
07. I sing english15. Ich schenke dir die Zeit
08. Copyright Killer

“Es geht hier um Trash und nicht um Schrott. Wenn du das nicht verstehst, dann geh’ lieber nach Hause.“ So heißt es im Titellied der neuesten Scheibe der inzwischen zum Ein-Mann-Unternehmen geschrumpften ANGELIKA EXPRESS (zumindest im Studio, live ist man zu dritt unterwegs) und das kann durchaus programmatisch verstanden werden. Man hat einen ungewöhnlichen Ansatz, aber durchaus etwas zu sagen. Der Silberling wurde übrigens nicht von einer Plattenfirma finanziert, sondern von privaten Unterstützern, den “Angelika Aktionären“. Die haben in den Zeiten der Finanzkrise immerhin ein Indie-Pop-Produkt mit auf die Beine gestellt, das wertbeständiger sein dürfte, als manche Investmentbank.

Recht gewitzt pendelnd zwischen Dancefloor, Beat, Power Pop und Punk groovt sich Robert Drakogiannakis durch den Zeitgeist, um diesen ebenso plakativ zu illustrieren wie kritisch zu hinterfragen (Was Wollt Ihr Alle?; I Sing English). Es geht um LCD-Fernseher (Fernsehgucken Zu Zweit), exzessiven Alkoholgenuss (Du Trinkst Zu Viel), eine Hymne auf Raubkopierer (Copyright Killer) und Robert D. schafft es sogar, Arthur Rimbaud und Johnny Rotten in ein Lied zu packen (Sie Ist Intellektuell). Und zum Ende hin wird es, völlig ironiefrei, sogar noch recht gefühlsselig (Lass Uns Tanzen; Ich Schenke Dir Die Zeit).

“Goldener Trash“ ist letztlich hohe Singer-/Songwriter-Kunst in etwas modernerer, grellerer, bunterer und tanzbarer Verpackung. Mit Mut zum Plakativen, Freude am Augenzwinkern und Lust am Schepperbeat. Gewollt schräg, ohne dabei billig zu wirken.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 02.03.2009