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Black Ice
Black Ice, Sony BMG/Columbia Records, 2008
Angus Young Lead Guitar
Malcolm Young Rhythm Guitar
Brian Johnson Vocals
Cliff Williams Bass
Phil Rudd Drums
Produziert von: Brendan O'Brien Länge: 56 Min 46 Sek Medium: CD
01. Rock 'N Roll Train09. Decibel
02. Skies On Fire10. Stormy May Day
03. Big Jack11. She Likes Rock 'N Roll
04. Anything Goes12. Money Made
05. War Machine13. Rock 'N Roll Dream
06. Smash 'N Grab14. Rocking All The Way
07. Spoilin' For A Fight15. Black Ice
08. Wheels

It's a long way to the top (if you wanna Rock 'n' Roll), mit diesem richtungsweisenden Titel hatte 1976 alles angefangen, zumindest, was die Major Label Karriere der Band betrifft, denn bevor dieser Song ihr weltweites Debut "High Voltage" auf Atlantic Records eröffnen sollte, hatten AC/DC in ihrer Wahlheimat Australien bereits zwei Alben am Start und zwar "High Voltage" und TNT", aus derer beider Tracklists letztendlich das Debut (wie auch z. T. noch "Dirty Deeds Done Dirt Cheap") zusammen gestellt wurde, wie wir es alle kennen und lieben.
Die beiden nationalen Releases entwickelten im Nachhinein Kultstatus als begehrte Sammlerstücke. Die 1984 erschienene 5 Track EP "74 Jailbreak" schloss diese Lücke, indem hier zum ersten Mal die fehlenden Tracks von damals veröffentlicht wurden, der Rest ist Rock-Geschichte. Wer AC/DC übrigens für eine rein australische Band hält, der irrt, denn immerhin stammen die meisten der bisherigen Mitglieder der Band gebürtig aus England respektive Schottland.

Ain't no fun waiting round to be a millionaire hieß es noch auf "Dirty Deeds Done Dirt Cheap", doch der weltweite Erfolg war nicht mehr aufzuhalten und wurde bereits in der sog. "Bon Scott Ära" überlebensgroß, durch seinen tragischen Tod und die Wiederauferstehung der Band mit Ex-GEORDIE Brian Johnson und dem Megaseller "Back In Black" noch umso mehr.
In der Folgezeit hatte es die Band dann gelernt, den Hype hochzuhalten, des Öfteren unterbrochen durch mehrjährige, "kreative" Pausen, aber immer wieder durch spektakuläre Events im Gespräch zu bleiben, u. a. zusammen auf Stadiontour mit den ROLLING STONES auf Augenhöhe in 2003.
Spätestens seit dieser Zeit sind die Ticketpreise für ein Konzert dieser Bands jenseits von Gut und Böse. Damals zusammen noch für "schlappe" 80 Euro auf den billigen Plätzen zu sehen, muss man heute allein für AC/DC Minimum ca. 70 Euro hinblättern, für die STONES unlängst sogar 120 Euro, was dem Hype jedoch keinen Abbruch tut. Egal ob Bankenkrise oder Hartz IV, als letzten Samstag (11.10.08) die Vorverkaufskassen für die kommenden 5 Deutschland-Gigs im März 2009 öffneten, waren alle Karten innerhalb von sage und schreibe 12, in Worten zwölf Minuten ausverkauft und die Internetanbieter wegen Netzüberlastung kollabiert.

Beste Voraussetzungen natürlich für das mittlerweile 15. Studioalbum "Black Ice", welches dann am Freitag den 17.10.08 in die deutschen Läden kam, drei Tage früher als z. B. in Nordamerika, wo Neuerscheinungen traditionell montags veröffentlicht werden.
Acht Jahre sind seit ihrem letzten, für mein Empfinden absolut unterbewertetem, Album "Stiff Upper Lip" ins Land gegangen, insofern ist die Erwartungshaltung in der Szene natürlich entsprechend groß, zumal mit Star-Produzent Brendan O'Brien (u. a. Bruce Springsteen, PEARL JAM), Juno-Award-Preisträger Mike Fraser am Mischpult sowie dem SONY-BMG-Label Columbia als neue Heimstatt, absolute Big-Player mit ins Boot geholt wurden.

Leichter gesagt als getan, nach beschaulichem Frührentnerdasein in der holländischen Provinz, geht einem schon Mal die nötige Aggressivität und rotzfreche Schnoddrigkeit eines trinkfesten, aus Schottland nach Down Under emigrierten, halbstarken Rüpels verlustig, immerhin ist Brian Johnson mit 61 der Senior des Quintetts und Angus Young als Nesthäkchen mit 49 eigentlich auch schon der Schuluniform entwachsen.
Entsprechend betulich kommt "Black Ice" dann auch daher, wer Abgehnummern wie Thunderstruck, Whole Lotta Rosie, Let there be rock oder T.N.T. erwartet, wird enttäuscht und sollte lieber zu AIRBOURNE greifen. Der vorab veröffentliche Opener Rock 'N Roll Train stellt nämlich in puncto Härte, Geschwindigkeit und Headbangfaktor, neben vielleicht War Mashine (mein fave des Albums), bereits (fast) das Limit des Albums dar, danach setzt man sich besser auf seine Veranda in den Schaukelstuhl und sieht bei einer gepflegten Gallone Foster's den Kängurus im Outback beim Balzen zu oder genießt mit "Black Ice" als lockere Backgrounduntermalung aus dem Ghettoblaster ganz entspannt den Sonnenuntergang am Ayers Rock.

In Ehren ergraute Blues 'n' Boogie Enthusiasten alter Schule dürften hingegen voll und ganz auf ihre Kosten kommen, immerhin versucht man sich hier und da sogar an STATUS QUO (Anything Goes) oder ZZ TOP (Decibel) Rhythmen.
Mal schaun, wie die Kollegen das sehen.
In diesem Sinne: For those about to rock (we salute you)!

Ralf Frank, (Artikelliste), 17.10.2008

Die neue AC/DC. lang erwartet und von den Fans heiß erfleht, hinterlässt bei mir zwie-gespaltene Gefühle, einerseits schmeckt die CD schal, so wie der dritte Aufguss eines Teebeutels halt schmeckt. Und wenn wir ehrlich sind, seit "Back In Black" haben sich die Australier konsequent selbst kopiert, manche sagen zwar Stil-Treue dazu, ich finde es langweilig.
Andererseits bleibt den Jungs ein Schicksalsschlag wie ihn JUDAS PRIEST mit "Nostradamus" hinnehmen mussten, so erspart.

Für mich hat kein Song bis auf das ungewöhnlich poppige Anything Goes (sind das da Slide Guitars?) einen hohen Wiedererkennungswert. Anders wie METALLICA mit "Death Magnetic" dessen Album rundum gelungen ist, ist den AC/DC-Jungs kein großer Wurf gelungen, die Fans werden es mögen, weil auf Nummer sicher gegangen, aber ich denke der gemunkelte Abschied ist mehr wie an der Zeit, es gibt junge Bands wie BULLET, die das Andenken an die einst größte Heavy Metal Band aller Zeiten mit Respekt hochhalten.

Wie dem auch sei, die Gelddruckmaschine läuft, die Shows der Deutschlandtour waren in 12 Minuten ausverkauft, das Album gibt's in 4 Cover-Varianten, die sich nur mit der Lesebrille bzw. am verschieden gefärbten Logo ausmachen lassen (Bonustracks? Nope! War wohl zu aufwendig. die Fans kaufen es ja eh!), und ich vermute fast, dass wir in 5 Jahren noch einen Aufguss des schon erwähnten Teebeutels serviert bekommen.
Rock 'n' Roll hält eben jung.
Und Teebeutel auf den Augenlidern auch.

Jörg Litges, (Artikelliste)

Zu Zeiten von "For Those About To Rock" war meine Ansicht, dass AC/DC ohne Bon "Have a Drink" Scott nur noch DC (=) seien, schon ziemlich gewagt. Von diesem Standpunkt rücke ich, selbst wenn ich mich damit unbeliebt mache, auch weiterhin nicht ab, denn Scott hat das AC (~) im wahrsten Sinne des Wortes (oder besser des Symbols) mit ins Grab genommen.
Nie mehr gab es solche doppeldeutig-süffisanten Texte und nur noch in einigen Highlights die Brillanz vergangener Songs.
Trotzdem: Ein Leben ohne AC/DC ist unvorstellbar und ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Altenheim-Generationen, denn da dürfen sich die Pflegeeinrichtungen was einfallen lassen. Volksmusik woll'n wir nich hören ...;-)

Kommen wir zu "Black Ice": Ehrlich gesagt hätte es für mich kein neues AC/DC Album gebraucht. Eine Tour, bei der alle, die möchten, zum Zuge kommen, wäre mir lieber gewesen. Eine Tour mit all den Takes, für die wir AC/DC lieben! (Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass auf der, leider ausverkauften, Tour nicht mehr als drei Songs des "Black Ice" Albums pro Gig dabei sein werden. Wozu auch?!)
Insgesamt muss man sich aber überhaupt die Frage stellen: Wozu sollen sich AC/DC neu erfinden?! Es ist vollkommen ok, dass ihr Trademark auf den immer bekannten (und doch immer wieder geilen) Riffs, auf dem harten Rhythm 'n' Blues und einem schier unglaublichen Groove baut.
Allerdings bleibt halt auch nicht mehr viel hängen. "Black Ice" würde ich, nach dem nun dritten Hördurchgang, keinen so hohen Stellenwert zumessen, wie "Stiff Upper Lip". Letztere war um einiges "Roots-betonter", was mir persönlich von Beginn an (AC/DC spielte damals 1976 im Vorprogramm von Ritchie Blackmores Rainbow! -Nicht lange, denn Blackmore war es schon nach kurzer Zeit leid, dass ihn die Vorband geradezu an die Wand spielte ...) sehr entgegenkam.
Ob "Black Ice" jetzt unbedingt noch sein musste, lasse ich mal dahingestellt. Dass die Jungens unter Zwang arbeiteten, lässt sich jedenfalls nicht heraushören. Und solange es ihnen noch Spaß macht: Warum nicht?! Die Welt liegt ihnen zu Füßen. Von einer Demontage des Denkmals, wie böse Zungen (seit wie vielen Alben schon?) behaupten, ist jedenfalls nichts zu spüren. Soweit wird es auch nicht kommen (da hätten die Stones ja schon seit 20 Jahren keine Käufer/Hörer mehr).

Die einzelnen Titel von "Black Ice" will ich gar nicht so doll aufdröseln.
Rock 'N Roll Train kennen wir ja nun schon zur Genüge. Die Nummer hätte schon vor 25 Jahren ein AC/DC Album zieren können! Vom hochgelobten War Machine bin ich weniger begeistert. Das Riff bedient sich ziemlich offensichtlich bei Oldfields/Chapmans Shadow On The Wall und ist halt zusätzlich ein bisschen "ver-AC-DC-iet" worden.
Andere Takes, wie Decibel, dass sehr gute Stormy May Day oder auch Black Ice haben da m. A. nach wesentlich mehr Grip.
Insgesamt ist "Black Ice" aber ein solides Album. Irgendwo zwischen "For Those About To Rock" und "Stiff Upper Lip"; ohne die Klasse von "The Razors Edge" zu erreichen.
Wem AC/DC (notgedrungen auch ohne "Strolch" Scott) ein halbes Leben hindurch genauso treue Begleiter waren wie mir, der wird an "Black Ice" kaum vorbei kommen (und sicherlich auch seine Freude daran haben).
Aber wie gesagt: Eine Tour, auf der nicht nur die Spekulanten zum Zuge kommen, sondern auch das arbeitende Volk, wäre mir lieber gewesen ...

Christian "Grisu" Gerecht, (Artikelliste)

Endlich, nach über acht Jahren, ist das neue Album draußen. Und es überzeugt, sofern man noch immer den alten Zeiten nachtrauert. Wann waren die denn überhaupt zu Ende? Mit dem Tode Bon Scotts, nach dem Meilenstein "Back In Black"?
Wer sich ein wenig mit AC/DC befasst hat weiß, dass "Flick Of The Switch" (1983) bereits eine Abkehr von der Erfolgsformel darstellte und mit seinem harten, trockenen Bluessound nicht wenige Fans vor den Kopf stieß. Die Gebrüder Young hat das nie gekümmert, man zog sein Ding durch. Dass es in der Folge zu einer Reihe von schwächeren, irgendwie uninspiriert wirkenden Alben ("Fly On The Wall" -1985-; "Blow Up Your Video" -1988-; "The Razor's Edge" -1990-) führte, welche kaum mehr als jeweils zwei bis drei akzeptable Tracks enthielten, wen kümmerte das letztlich? Solange Angus & Co live überzeugen konnten, blieb das Nebensache.
Mit "Ballbreaker" (1995) konnten AC/DC zwar insbesondere die deutschen Charts dominieren, doch abermals gab es einige lange Gesichter. Dabei hatten die Aussies das für mein Verständnis beste Werk seit 1980 eingehämmert. OK, "Stiff Upper Lip" (2000) fiel außer dem Titeltrack und Safe In New York City belanglos aus, aber live konnte dieser Umstand erneut wettgemacht werden.

17. Oktober 2008. "Black Ice" dröhnt fristgerecht aus den Boxen und überzeugt wie lange kein AC/DC-Album mehr. Soundmäßig top, überrascht besonders das vielfältige Songmaterial. Anything Goes ist der vielleicht kommerziellste Song ihrer Karriere, aber er rockt sich in die Birne genau so wie einst You Shook Me All Night Long. Die meist in mittlerem Tempo gehaltenen Tracks kicken überwiegend ass ohne Ende. Der Titelsong, Big Jack oder Rocking All The Way sind Garanten für Bewegung vor der Bühne.
Höre ich da eine Slide-Gitarre? Stormy May Day wütet in den Gefilden des Southern Rock und auch das an ZZ TOP erinnernde Decibel lassen bei mir Freude aufkommen. Selbst die Halb-Ballade(!) Rock N Roll Dream kann neben dem von einem pumpenden Bass geprägten Spoilin' For A Fight oder der groovigen Granate Money Made bestehen.
Vier oder fünf schwächere Aufnahmen weniger, und "Black Ice" wäre nach Ewigkeiten ein neuer Band-Klassiker. So ist es leider nur ein erfreulich gutes Album von AC/DC geworden.

Jürgen Ruland, (Artikelliste)

Der Schwachsinn mit den verschiedenen Covern und "erweitertem Booklet" ist ja kaum noch zu überbieten. Bei AC/DC??? Dann wird wieder rumgejammert, wie schlecht es der Musikbranche gehe, aber für so etwas wird sinnlos Geld ausgegeben und Zeug produziert, das entweder in einem Jahr in den Ramschkörben der Drogerien rumfliegt, oder gar wieder eingestampft wird. Als ob der AC/DC-Fan was auf verschiedenfarbige Logos gäbe! Der will ein blutrotes Logo, wie zu Zeiten von "Highway To Hell", und am besten noch ein paar Songs die in die gleiche Phase der Band passen. Nicht so ein Wischi-Waschi, wie auf den letzten Scheiben und schon gar keine Songs in denen das Wort "Jazz" vorkommt. Wo sind wir denn?

Na, der rollt doch gar nicht schlecht heran, der Rock'N Roll Train, denk ich mir. Die Riffs sind klassischster und bester Young-Machart und Brian knödelt auch nicht übel. Der Refrain leiert dann allerdings schon etwas lahm daher.
Die nächsten beiden Songs kommen nicht schlecht. Strotzen zwar stellenweise vor tausende Male gehörte Angus-Riffs - was nicht das Problem ist, wenn der Rahmen stimmt - aber beim Refrain von Big Jack hätte ich mir auch ein paar Ideen mehr von Brian gewünscht. Geht aber noch ganz gut ab.
Richtig schlecht wird's mit Anything Goes. Stumpfsinnig und nahezu poppig stampft der Titel dahin als hätten sich Mick Jagger und STATUS QUO zu einem neuen Let's Work zusammen geschlossen. Brrrr ...
War Machine gefällt mir einigermaßen, wenngleich es, wie das folgende Lied einen schwachen Refrain aufweist. Früher war nicht alles besser, aber bei AC/DC glaubt man das schon. Singt mal den Refrain von Highway To Hell. Oder von Touch to much. Oder selbst von Let Me Put My Love Into You. Geht doch, oder? Von den meisten Songs geht das nicht, weil sie gar keinen richtigen Refrain haben. Und das geht ja schon die ganzen letzten Jahre so. Dazu das Problem, dass man den Brian immer schwerer versteht. Is' ja vielleicht auch nicht so wichtig ...
Für das Riff zu Decibel haben sie sich schwer bei ZZ Top bedient, was aber sicher nicht das Manko des Songs ist. Eine Slide-Gitarre, wie in Stormy May Day ist auch mal eine nette Abwechslung und lässt mich wieder aufhorchen. Bei She Likes Rock 'N Roll muss ich allerdings vorzappen: Das ist mir doch zu albern.
Großartig aufregen tut mich auch danach nichts mehr. In entsprechender Lautstärke kann man sich das Album schon rein- und durchziehen - bis auf ein, zwei Songs - und halbwegs fröhlich dazu nicken, aber ein schaler Nachgeschmack bleibt doch. Ich hätte mir etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht. Hier geht fast jeder Song im selben Tempo, von Anfang bis Ende, dahin und lediglich Angus' - meist zu kurze - Soli sorgen manchmal für Stimmung.

Epi Schmidt, (Artikelliste)

Ehrlich gesagt, allzu viel kann man über "Black Ice" gar nicht vermelden. Richtig Spaß macht dieses neue Album. Denjenigen, die AC/DC schon immer mochten oder gar ob ihrer unwiderstehlichen, stampfenden Riff-Lastigkeit abgöttisch lieben, wird dieses neue Machwerk höchstwahrscheinlich spitze Schreie des Entzückens entlocken. Möglicherweise sind drei oder vier der immerhin 15 Tracks nicht unbedingt nötig gewesen, da hätte wohl eine entsprechende Kürze die sprichwörtliche Würze noch mehr zur Entfaltung kommen lassen. Doch ich möchte hier nicht nörgeln. Im Großen und Ganzen powern AC/DC hier auf verdammt hohem Niveau, haben sich richtig angestrengt, seit langer Zeit mal wieder geile Hooklines und catchy Riffs entworfen, die den Hörer bei entsprechender Lautstärke (und die muss bei AC/DC unzweifelhaft sein) einfach mitreißen müssen. Man könnte fast sagen, die Australier sind zu alter Hochform aufgelaufen. Zumal der Sound, den Producer Brendan O'Brien hier gezimmert hat, vom Allerfeinsten ist. Direkt in die Fresse. Kein Filrlefanz. Pure Transparenz. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und dieser irre Sänger. Das ist es doch, was wir wollen. "Black Ice" sind AC/DC in Reinkultur.

Frank Ipach, (Artikelliste)

Acht Jahre nach dem bei Fans kontrovers diskutierten "Stiff Upper Lip" kehren die Starkstrom-Rocker AC/DC mit "Black Ice" auf die musikalische Bühne zurück und legen - wenn auch keinen Klassiker - dann aber doch ein klasse Album vor.
Musikalisch hat sich nicht viel geändert (warum sollte es auch?), dafür haben Produzent Brendan O'Brien und Mixer Mike Fraser der Band soundtechnisch wieder mehr Druck verliehen als dies noch bei "Stiff Upper Lip" der Fall war. Die Gitarren von Angus und Malcolm Young dominieren den Sound wieder deutlicher als zuletzt und Sänger Brian Johnson klingt wie zu seinen besten Zeiten Anfang der 1980er Jahre.
Insbesondere Songs wie Rock 'N Roll Train, Skies On Fire oder die erste Single War Machine können wahrlich begeistern. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen 12 Lieder schlecht wären, ganz im Gegenteil! Das Album macht von vorne bis hinten Spaß.
"Black Ice" erinnert mich dabei ein wenig an "Blow Up Your Video", weil sich AC/DC auch damals nach zwei eher durchwachsenen Alben (richtig schwach kann die Band einfach nicht) eindrucksvoll zurückmeldeten.
Das tun sie mit "Black Ice" nun wieder.

Marc Langels, (Artikelliste)

AC/DC zogen ja vor kurzem schon viel Aufmerksamkeit auf sich, als ihre für März 2009 angekündigten sieben Deutschlandshows innerhalb von, sage und schreibe, zwölf Minuten restlos ausverkauft waren. Offensichtlich ist ihre Musik so zeitlos, dass sie auch heute noch generationenübergreifend Begeisterung hervorruft. Gut so, da hören die jungen Leute von heute wenigstens mal was Gescheites, zumindest dann, wenn man davon ausgeht, dass nicht nur die Altfans zugegriffen haben.

Es bleibt abzuwarten, ob sich das riesige Interesse an den Konzerten auch positiv auf den Erfolg des gerade erschienenen neuen Studioalbums "Black Ice" auswirkt. Die Herren YOUNG, YOUNG, JOHNSON, WILLIAMS und RUDD haben ohnehin bei jeder Veröffentlichung beste Chancen auf gute Verkaufszahlen in aller Herren Länder. Die Marketingstrategie mit Kartenvorverkauf für die Tour und neuer Scheibe innerhalb weniger Tage wird sicher greifen und den Australiern noch höhere Umsätze bescheren. Da mache ich mir gar keine Sorgen. Ich gönne es ihnen. Außerdem muss sich jeder Fan das Teil gleich mehrfach zulegen, gibt es doch drei unterschiedliche CD-Covers (der Schriftzug ist jeweils anders gefärbt) und eine Luxus-Edition, sowie eine Vinyl-Ausgabe davon. Alle Achtung, das nenne ich Vollbedienung.

AC/DC gehen mit "Black Ice" kein echtes Risiko ein. Zwar schleichen sich, wie in Black Ice und Anything Goes, hier und da ein paar ungewohnte Takte ein, diese kommen aber kaum über den Status von Randerscheinungen hinaus. Ansonsten bedienen sich die australischen Megaseller hauptsächlich bei sich selber und lassen das längst für sie typisch gewordene Gebräu aus Blues und Hard Rock erklingen. Sie zitieren fröhlich aus ihrem eigenen Schaffen und wandeln auf dem sicheren Pfad des Altbewährten. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden, das haben sie früher auch schon ganz gerne getan. Das, was dabei herauskam, hat dieses Vorgehen meistens gerechtfertigt. Alarmierend ist nur, dass es immer häufiger vorzukommen bzw. notwendig zu sein scheint. Mit nicht ganz so tollem Ergebnis. Es droht doch tatsächlich, was ich bei AC/DC nie für möglich gehalten hätte, eine gewisse Eintönigkeit. Letztendlich hat die Band bis jetzt doch noch jedem halbwegs aufgeschlossenen Kritiker bewiesen, dass sie eben nicht seit jeher ein und denselben Song spielt, wofür ich sie geradezu vergöttere. Fällt den YOUNGS langsam nichts Herausragendes mehr ein? Das täte mir doch sehr leid. Vielleicht ist es aber auch bloße Vertragserfüllung.

Die Produktion von "Black Ice" ist zwar druckvoll, macht mir insgesamt aber einen eher glatt gebügelten Eindruck. Kaum einmal sind Ecken und Kanten am Material bemerkbar. Ich kann auf dem gesamten Longplayer keinen einzigen Track ausmachen, der zu einem echten Evergreen werden könnte. Restlos überzeugen kann mich letzten Endes keiner. Ich werde mir den Rundling sicher aus alter Verbundenheit immer wieder mal anhören. Hängen bleiben wird jedoch nicht allzu viel, fürchte ich.

Ich gehe mal davon aus, dass der Fünfer bei seinen kommenden Gigs nicht allzu sehr auf "Black Ice" setzen wird.

Michael Koenig, (Artikelliste)