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Stage Addicted
Stage Addicted, Fox Music Records, 2008
Thomas NeukirchVocals, Guitar
Heiko WilhelmusGuitar
Ingo NeukirchBass
Benjamin KrämerDrums
Produziert von: W. Brammertz & 32/20 Blues Band Länge: 63 Min 24 Sek Medium: CD
01. Willie And The Hand Jive09. Ain't There Somebody Gone
02. What I Wanna Do10. Cold Cold Feeling
03. Without Her11. Willie The Wimp
04. Too Tired12. Devil's Gone
05. Nine To Five13. Skunks Of War
06. Oh Well14. Cradle Rock
07. Get Over Here15. Too Much Alcohol
08. Forget About You

Ich hab's natürlich nicht geschafft, inzwischen ein Konzert dieser Band zu sehen, obwohl mir doch das letzte Album, "Yeah Battery", ausgesprochen gut gefallen hat. (Kleine Ehrenrunde: Die 32/20 BLUES BAND hat ihren Namen natürlich vom entsprechenden Robert Johnson Song 32/20 Blues, der mir in letzter Zeit sowohl von GOV'T MULE als auch von Bob Dylan in den Player kam)
Ich hab die Kerle im Verdacht, dass sie nicht so oft in Bayern spielen. Oder krieg ich es nie mit? Vielleicht ändert sich das ja jetzt mit der neuen, liberal angegilbten, Staatsregierung ...
Anyway, damit die Band aber nicht so livehaftig an mir vorbei geht, hat die 32/20 BLUES BAND ein - ja, auch von den Fans gewünschtes - Live-Album eingespielt: "Stage Addicted" - Live und ohne doppelten Boden und ohne jegliche Overdubs. Somit also ohne jede Hoffnung einen Meilenstein von internationalem Gewicht zu setzen. Das kann uns aber wurscht sein, denn die Band schert sich auch nicht darum, sondern steigt sofort mit ihrem kernig-kraftvollen Sound in Willie And The Hand Jive ein und wer noch die Schmuseversion von Herrn Clapton im Ohr wird von diesem Bo-Diddley-Beat (dem auch der Song gewidmet ist) sicher leicht überrumpelt. Die Stimme klingt bereits rau und hat zu diesem Zeitpunkt sicher schon einige Konzerte hinter sich und die Slide geht auch schon ganz schön "dirty" zur Sache.
What I Wanna Do hat bereits das letzte Album gut ge-kick-startet und sorgt auch hier für zusätzliche Fahrt. Without You swingt zwar zurückhaltender, aber von "ruhig" kann auch hier kaum die Rede sein. Da wird zeitweise schon ordentlich die Kelle geschwungen. Und auch Albert Collins' Too Tired kommt - hier natürlich mit dem Schuss Texas - recht rockig daher. Gefällt mir gut, wie gut die Gitarristen harmonieren und sich fein abgestimmt ergänzen. Selbst dann, wenn es rockiger wird. Der eine oder andere kleine "Hänger" sorgt für authentisches Live-Flair.

Eine Band für Bluespuristen waren diese Jungs wohl noch nie, dafür sind sie zu rockig, zu rau. Auch FLEETWOOD MACs Oh Well hält sich nicht sklavisch an das Original, aber spätestens, wenn zum Solo das Gaspedal durchgetreten wird, verschwendet man daran keinen Gedanken mehr. Dann geht's einfach nur ab! Ein bisschen kommt auch hier wieder der Gallagher-Einfluss der Band durch.
Dem Iren fühlt sich die Band sowieso stark verbunden, was man auch im folgenden Slide-Blues Get Over Here gut hören kann. Für Harmonie-Soli brauchte Rory schon einen Mark Feltham an der Blues-Harp. Die 32/20 BLUES BAND hat den Komfort der zwei Gitarristen und die können so, in Forget About You, prächtig abgehen. Zusammen oder getrennt. Macht mächtig Spaß!
Ain't There Somebody Gone kennen wir bereits vom letzten Studioalbum und auch hier kommt die Nummer mit der Atmosphäre von "streunenden Katzen". Hätte ich mir lediglich noch etwas länger gewünscht. Aber es kommt ja noch genug Stoff.
Davon gefällt mir das J. GEILS-mäßige Willie The Wimp und das flotte Devil's Game (erneut von Albert Collins) mit am besten.
Und natürlich Gallaghers Cradle Rock, welches mir schon auf "Yeah Battery" sehr gefallen hat.

Ich finde zwar, der Druck ist auf dem Studioalbum kräftiger, aber trotzdem kommt auch hier umgehend Stimmung auf und bei manchen Teilen wähnt man sich gar wie beim guten alten Rory.
Dieses Feeling kann man übrigens noch intensivieren, wenn man die Band im kommenden Jahr auf der Bühne das 35-jährige Jubiläum von Gallaghers "Irish Tour" Live-Album in dessen Gesamtheit feiern sieht und hört. Das wird sich dann in etwa so anhören, wie hier beim Cradle Rock oder wie beim folgenden Too Much Alcohol. Sehr authentisch und mit dem würdigen Feeling gespielt.
Das völlige Live-Erlebnis wird man nur im Konzert bekommen, aber einstimmen (oder nachfeiern) kann man sich hier schon mal vortrefflich. Und wenn man, mit George Thorogood, mal sagt: "I drink alone", dann hat man mit "Stage Addicted" den passenden Soundtrack dazu.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 23.11.2008