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Wunderbar
Yvonne Betz
Wunderbar, Sony BMG, 2006
Yvonne Betz Vocals
Kosho Guitar
Sebastian Flach Bass
Mario Garrucio Drums & Percussion
Mathias Grosch Keyboards & Programming
Jutta Gückel Backing Vocals
Michael Herberger Keyboards & Programming (Wohin du willst & Weck mich auf)
Xavier Naidoo Programming (Wohin du willst)
Produziert von: Mathias Grosch Länge: 56 Min 03 Sek Medium: CD
1. Herz, lauf!8. Irgendwo
2. Wunderbar9. Mieser Sänger
3. Immer weiter10. Zu leben reicht nicht aus
4. Du & ich11. Himmelreich
5. Warum?12. In Gefahr
6. Wieder so ein Tag13. Weck mich auf
7. Wohin du willst14. König Dame
8. Gonna Make The Pony Trot18. Sunshine Of Your Love
9. Sweet Maria's Dreams19. Arcade Eyes
10. Inside Of You

Ich höre ja schon wieder das Genöle, nicht nur unter der Leserschaft, sondern auch der eine oder andere Redaktionskollege wird sagen: was soll denn das hier im Hooked On Music?
Na gut, für Headbanger, Mattenschüttler und Luftgitarristen ist das zweite Soloalbum der auch als Backgroundsängerin der SÖHNE MANNHEIMS fungierenden Yvonne Betz sicherlich nicht. Aber es ist auch kein im Schlagermoloch versinkendes Werk, dazu ist die Interpretin zu versiert und das Material zu anspruchsvoll. Nicht umsonst orientiert sich Frau Betz bei ihrem Songwriting an Künstlerinnen wie Fiona Apple, Kate Bush oder Tori Amos. Und diese Vorbilder, auch wenn sie nicht immer ganz erreicht werden, sind ja nun auch Hooked On Music-kompatibel.

Yvonne Betz hat eben das Pech, dass hierzulande Songwriterinnen in Sachen romantischer, ins Soulfach driftender Pop mehr als rar gesät sind und auch überhaupt keine Tradition haben. So wird man schnell, da es sich ganz offensichtlich nicht um Chansons handelt, in die Schlagerschublade gepackt, in der es natürlich ganz schön müffelt. Aber das hat sie wahrlich nicht verdient, weiß sie doch mit einer sonnigen, klaren Stimme zu überzeugen und hat sie doch spürbar viel Herzblut in dieses Album gesteckt. Auch die Arrangements unter Federführung von Mathias Grosch wissen zu gefallen, besonders Warum?, Wohin du willst und In Gefahr sind geradezu Musterbeispiel elegant-geschmachvoller Popmusik geworden.

Wenn jetzt noch ein bisschen mehr Profilschärfe, mitunter ein paar andere Klangfarben und vielleicht auch ein paar abgedrehte Ideen hinzukommen (wenn schon Tori Amos und Kate Bush als Ansporn dienen), wird Yvonne Betz möglicherweise den deutschen Musikmarkt auf einer Position bereichern können, die trotz vieler weiblicher Protagonisten noch unterbesetzt ist: Die der weiblichen Songpoetin im Popbereich.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 04.05.2006