Link Plattenfirma:
Sanctuary Records Group
Link Vertrieb:
SPV
The Neat Singles Collection Volume Two, Sanctuary / SPV, 2002
Länge: 142 Min 65 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Sabre - Miracle man 11. Tobruk - Wild on the run
2. Persian Risk - Ridin' high 12. Tyson Dog - Eat the rich
3. Hellanbach - All systems go (full scale emergency) 13. Emerson - Something special
4. Black Rose - Knocked out 14. Jess Cox - One in a million
5. Alien - Could have done better 15. Valhalla - Still in love with you
6. Jess Cox - Bridges 16. Crucifixion - Green eyes
7. Venom - Die hard 17. Venom - Warhead
8. Raven - Break the chain 18. TNT - Back on the road
9. Saracen - We have arrived 19. Glasgow - Stranded
10. Avenger - Too wild to tame
CD 2:
1. Sabre - On the loose 11. Tyson Dog - Dead meat
2. Persian Risk - Hurt you 12. Emerson - Stars in Hollywood
3. Jess Cox - Check it out 13. Jess Cox - Bad time girl
4. Venom - Acid queen 14. Valhalla - Jack
5. Venom - Bursting out 15. Crucifixion - Moonrising
6. Raven - The ballad of Marshall Stack 16. Crucifixion - Jailbait
7. Raven & UDO - Born to be wild 17. Venom - Lady lust
8. Saracen - A face in the crowd 18. Venom - Seven gates of hell
9. Avenger - On the rocks 19. TNT- Rockin' the night
10. Tobruk - The show must go on 20. Glasgow - Heat of the night

Wer NWOBHM sagt, muss auch NEAT sagen.
Oder
Wer war zuerst da, NEAT oder der NWOBHM?
Was oben ist, ist auch unten steht in der Tabula Smaragdina und damit wollen wir es genug sein lassen mit unnützer Philosophie. Fest steht, dass gerade NEAT Records mit ihrem Engagement vielen aufstrebenden jungen Bands eine Chance gegeben haben, ohne die der Erfolg der NWOBHM sowie demzufolge des Heavy Metals überhaupt, nicht möglich gewesen wäre. Während andere gleich den Sprung zu einem Major Label schafften, versanken viele der Independent Bands wieder in der Versenkung, aber ihre Namen haben bei den Fans heute noch Kultstatus wie andernorts gefallene Krieger oder Heilige.

Ende der 70er, Anfang der 80er war der Markt reif für Heavy Metal und der Fan saugte gierig alles in sich auf, wessen er habhaft werden konnte. Der Fan von damals war ein Jäger und Sammler und unter den "Die Hard Fans" war es eine honorige Pflicht, quasi eine vollständige Sammlung vorzuweisen, jede Band, jede Veröffentlichung und jedes Interna zu kennen.

Man traf sich bei Konzerten und man erkannte seines Gleichen.
Das Kennenlernritual war analog zu einem Quartettspiel oder ähnlich der bekannten TV-Werbung: "Mein Haus, mein Boot, meine Frau".
Und die raren Singleveröffentlichungen von NEAT waren die Joker, vorzugsweise, wenn sie nicht auf den Longplayern enthalten waren.
"Hasse die neue Single von RAVEN oder VENOM oder TYGERS OF PAN TANG"? Wer da verneinen musste, war gleich ein armes Würstchen.
Wer aber mit: "Klar, habe ich. Hast du denn die BITCHES SIN, JAGUAR oder FIST"? kontern konnte, war der King.
Die Lokalmatadoren waren bereits an ihrem Ornat zu erkennen, d.h. Jeanskutten vollgespickt mit seltenen Buttons und Aufnähern und eine ordentliche Kutte wurde bestaunt und beschnuppert. Es wurde getauscht und vertickt, fast erwachsene Menschen führten sich auf wie auf dem Schulhof beim Sammelbildertausch.

Logo, es war nicht alles NEAT was glänzt, andere Mütter haben auch schöne Töchter, "Metal For Muthas", "Roksnax" oder "Heavy Metal Heroes" wurden genauso Kult wie der NEAT Sampler. "Lead Weight", die Amis wurden mit "Metal Massacre" oder "US Metal - Unsung Guitar Heroes" aktiv, Skandinavier, Spanier, Italiener, Holländer und nicht zuletzt die Deutschen drängten in großer Zahl auf den Markt.
Die Zahl der Longplayer-Veröffentlichungen stieg täglich an, darunter natürlich eine Menge Schrott. Für den Käufer musste ein verlässliches Qualitätssiegel die Spreu vom Weizen trennen und das war neben den Reviews in frühen Metal Magazinen wie Aardschock, Rock Power oder Rock Hard, eben ein Plattenlabel wie NEAT.

Während sich gerade die erste CD der "The Neat Singles Collection Volume Two" in meinem Player dreht (um die es hier eigentlich geht), kommen mir die ganzen Erinnerungen an meine Sturm und Drangzeit hoch, als wäre es gestern gewesen. Und das ist einer der Gründe, warum man diese Compilation einfach haben muss, es lässt sich dabei vortrefflich in Erinnerungen schwelgen. Ganz nebenbei bekommt man natürlich auch endlich seine Sammlung komplett, denn wer kann tatsächlich von sich behaupten, alle dieser begehrten Singles, Maxis und EPs von damals sein Eigen nennen zu können. Klar, viele davon habe ich natürlich, einige haben aber leider unter zahlreichen Komafeten gelitten und ein gut erhaltener Ersatz ist auf einer Plattenbörse kaum zu bezahlen, wenn man ihn überhaupt findet.

Als feine Doppel-CD mit fast zweieinhalb Stunden Spielzeit, d.h. fast 40 Tracks von SABRE bis GLASGOW, mit RAVEN, JESS COX, HELLANBACH, VENOM, PESIAN RISK und vielen anderen, fast vergessen geglaubter Urgesteine des NWOBHM, interessanten Liner Notes und einer Discography aller erschienen NEAT Singles, erhält man ein Stück Zeitgeschichte, welche viele von uns live miterlebt haben.
VOLUME THREE steht schon in den Startlöchern und VOLUME ONE beim Dealer eures Vertrauens oder Onlineshops. Eine ultimative Sammlung, mit der man später noch die Enkel zum Wahnsinn treiben kann.
In diesem Sinne.

Ralf Frank , (Artikelliste), 11.02.2003