Madmen & Sinners
Tim Donahue
Madmen & Sinners, Frontiers Records, 2004
Tim Donahue Guitar, Bass, Keyboards
James LaBrie Vocals
Mike Mangini Drums
Produziert von: Tim Donahue Länge: 63 Min 44 Sek Medium: CD
1. Million miles6. Children of the flame
2. Let go7. The end
3. My heart bleeds8. Wildest dreams
4. Feel my pain9. Master of the mind
5. Morte et dabo10. Madmen and sinners

Mit "Madmen & sinners" hat sich Tim Donahue einen langgehegten Traum in einem ambitionierten Projekt verwirklicht, denn er hat die Musik quasi James LaBrie, dem Sänger von DREAM THEATER, auf den Leib geschneidert und entsprechend komponiert.
Auf Empfehlung LaBrie's kam dann noch der ehemalige EXTREME-Schlagzeuger Mike Mangini zu dem Line-Up, wobei die Drumspur in Boston, die Vocals in Barrie, Ontario aufgenommen wurden und dann alles von Donahue im eigenen Studio zusammengefügt wurde. Was die moderne Technik nicht alles möglich macht!

Naturgemäß klingt einiges ähnlich den Werken von LaBrie's Hausband, insbesondere nach deren letztem Release "Train of thoughts", der doch um einiges metallischer war als die Vorläufer.
Million miles, Children of the flame oder Master of the mind reihen sich hier ein.

Darüberhinaus hat Donahue mit gregorianischen Chören gearbeitet, um eine spezielle, "Kathedralen-Atmosphäre" zu schaffen, was vor allem bei Let go und Morte et dabo deutlich wird, aber auch bei Wildest dreams, wo diese Chöre mit Akustikgitarre und dem gerade in ruhigeren Momenten so unverwechselbaren Organ LaBrie's zu einer wunderbaren Ballade verschmelzen.
Eine weitere Ballade, aufgebaut auf einem schön simplen Gitarrenriff, ist The end.
My heart bleeds klingt am Anfang sogar ein bißchen nach TANGERINE DREAM, einzig Feel my pain ist ein bißchen arg klischeehafter Prog mit übermäßigem Umherzwirbeln in halsbrecherischem Tempo.

Höhepunkt und Quintessenz eines alles in allem sehr gelungenem Prog-Metal-Album ist das fast sechzehnminütige Titelstück, in dem nochmals alle Elemente wie die typischen Prog-Tempiwechsel, Kirchengesang, straighte Metalgitarren und akustischer Schönklang, abwechseln und das ganze noch mit einer leicht düsteren Note versehen wird.
Der Prog-Metal-Fan kann bedenkenlos zugreifen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 29.03.2004