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The Ali Of Rock
The Traceelords
The Ali Of Rock, AFM Records, 2006
Andy Brings Lead Vocals, Guitars
Haan Hartmann Drums
Christof Leim Guitars
Slick Prolidol Bass, Vocals
Produziert von: Andy Brings & Haan Hartmann Länge: 45 Min 44 Sek Medium: CD
1. My Evil Girlfriend8. Sunflower
2. Instead9. Tear Out My Own Heart
3. Room For Improvement10. Everything Is Just Perfect
4. Silver Lining11. Lost
5. She's Back (And She's Mine)12. Some People Are More Comfortable In Hell
6. Mr. Marple13. Too Demanding
7. Watch Me Run14. Christ Of Slick's Haandy

Sorry Leute, aber "The Ali Of Rock" rockt bis auf wenige Ausnahmen immer nur dann, wenn ex-SODOM Thrasher Andy Brings nicht singt. Das sind u.a. die beiden Tracks Silver Lining oder Watch Me Run, die es schön krachen lassen und die von Bassmann Slick gesungen und auch zum Teil geschrieben wurden. Dann gibt es wunderschöne, fette Intermezzi in den diversen Instrumentalteilen oder gnadenlose Gitarrensoli, aber sobald sich Andy hinters Mikro klemmt, wird's soft-popig (erinnert häufig an David Bowie). Kurzkommentar von Kollege Schmidtlein: "Der Brings singt viel zu brav, teilweise klingen sie wie SMOKIE, richtig fetzen tun sie auch nicht. Konsens-CD."

Ist vielleicht etwas zu hart, dem Kollegen standen allerdings auch nur Snippets zur Meinungsbildung zur Verfügung, da kann man mal wieder sehen, wie sich die Industrie mit ihrem merkwürdigen Bemusterungsgebaren von hinten selbst durchs Knie schießt.
Eins ist aber leider nicht von der Hand zu weisen, schrieb ich noch in meiner 2001er "Sex, Money, Rock'n'Roll!" Review: "... ziehen punk'n'prollig, frisch und frech vom Leder, mixen Speed Metal a la MEGADETH mit Glam Rock a la T. REX, beweisen schon mal Schlagerqualitäten..." und "... überwiegend rockt und rollt es aber vom Allergemeinsten, gnadenlose Doublebass sind ihnen ebenso fremd wie Schmalzlockenrefrains, eine gesunde Portion Härte sollte man aber auf jeden Fall vertragen können...", so wird der Schwerpunkt bei "The Ali Of Rock" genau gegenteilig gesetzt, insofern hat Kollege Schmidtlein doch nicht so ganz unrecht.

Dass es auch anders geht, beweisen die T-LORDS z.B. mit Tear Out My Own Heart oder Some People Are More Comfortable In Hell, Brings und Slick bringen in Gemeinschaftsarbeit die nötige Härte und die Songs selber rocken konsequent. Hingegen scheint die Schnulze Room For Improvement das eigentliche Motto des Albums zu sein. Natürlich gibt es immer "Raum für Weiterentwicklung", ich frag mich nur, welche Zielgruppe hier angesprochen werden soll?
Vielleicht hat aber auch Mix- und Mastermind Eroc (ex-GROBSCHNITT), der u.a. auf dem Shanty Mr. Marple Akkordeon (!?!) spielt, ein wenig übers Ziel hinaus geschossen, man weiß es nicht. Würden sich Brings & Co. als Spaßmetaller wie z.B. J.B.O. verstehen (wenn man nach den Texten geht, tun sie das sogar), könnte ich noch einen roten Faden erkennen, so aber bin ich ich zwischen "himmelhoch jauchzend und zu Tränen betrübt" hin und her gerissen. Sunflower z.B. erinnert mich einerseits an Radiomucke wie TOPLOADER, das Solo reißt es dann andererseits wieder raus.

Ok, der Pressetext öffnet die Schublade: "Glam Punk Rock", aber wie gesagt, im Bereich Glam misst man sich mittlerweile eher mit TOPLOADER als mit T. REX, im Bereich Punk eher mit den TOTEN HOSEN als mit den RAMONES und im Bereich Rock/Metal (bis auf die genannten Ausnahmen) eher mit THEY MIGHT BE GIANTS als mit MEGADETH.
Also doch "Konsens-CD"?

Auf jeden Fall haben wir es hier nicht mit "The Ali Of Rock" zu tun, sondern eher mit Henry Maske oder Axel Schulz (b.t.w., letzterer plant doch tatsächlich ein Comeback im Ring, unfassbar, oder?).

Ralf Frank, (Artikelliste), 10.05.2006