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Viva Dictators!
The Dictators
Viva Dictators!, Escapi Music, 2005
Handsome Dick Manitoba Vocals
Ross The Boss Guitar
Andy Shernoff Bass & Vocals
Scott "Top 10" Kempner Guitar
J.P. "Thunderbolt" Patterson Drums
Produziert von: Andy Shernoff Länge: 60 Min 51 Sek Medium: CD
1. Intro10. Next Big Thing
2. New York, New York11. Minnesota Strip
3. Haircut And Attitude12. What's Up With That
4. Master Race Rock13. Faster & Louder
5. Avenue A14. I Am Right
6. Baby Let's Twist15. Stay With Me
7. Weekend16. Two Tub Man
8. Pussy And Money17. Cars And Girls
9. Who Will Save Rock & Roll

Irgendwie gehört diese Band zu New York wie die Freiheitsstatue oder das Empire State Building. Ok, mag mancher sagen, ganz so alt sind die DICTATORS dann doch noch nicht, aber angesichts einer nunmehr 31jährigen Bandgeschichte darf man sie wohl durchaus als Rock-Dinos bezeichnen, waren sie immerhin schon vor den RAMONES oder SEX PISTOLS aktiv.
Man kann sie auch als eine der herausragenden Namen des Proto-Punk bezeichnen. Was ist nun schon wieder Proto-Punk, höre ich da aus dem Hintergrund fragen. Gar nicht so einfach zu definieren, jedenfalls waren die Vertreter des sogenannten Proto-Punk, der sich im wesentlichen aus dem Rock'n'Roll und Garagen-Rock der Sechziger Jahre entwickelt hat, wie die NEW YORK DOLLS, VELVET UNDERGROUND, IGGY & THE STOOGES, MC 5 oder die MODERN LOVERS Inspiration und Wegbereiter für den Punk, der auch auf soziale Missstände aufmerksam machen wollte und Wut, Ärger und Frustration in Töne packte.

Angesichts der langjährigen Geschichte der DICTATORS (inklusive einiger Besetzungswechsel, versteht sich) nimmt sich der Output an regulären Tonträgern doch ziemlich bescheiden aus: so ist "Viva Dictators!" erst die achte Scheibe seit 1975 (dabei sind noch zwei Liveplatten mit inbegriffen). Der Vorgänger, "D.F.F.D." war das Comeback nach sage und schreibe 20 Jahren. Dies verdeutlicht, dass die Band schon immer ihr Hauptaugenmerk auf die Bühnenpräsenz gelegt hat.
Auch der jetzige Release "Viva Dictators" ist kein neues Studioalbum, sondern - wie überraschend - live in - wie überaus erstaunlich - New York aufgenommen. Die DICTATORS, bei denen nun auch wieder Ross The Boss mit von der Partie ist, der immerhin mal bei MANOWAR die Axt geschwungen hat, spielen was sie schon immer gespielt haben: eingängiges, sofort mitsingbares Material zwischen Proto-Punk und Punk'n'Roll, das sich glücklicherweise nirgendwo anbiedern will und keinen neuen Trends hinterherhechelt. Das "glücklicherweise" hat hier nichts mit Konservativismus zu tun, sondern mit Glaubwürdigkeit. Denn nichts ist schlimmer, als alternde Musiker, die jahrelang auf dem Pferd geritten sind und dann versuchen, auf einen abfahrenden Zug aufzuspringen (und dabei unter die Räder kommen).

Die DICTATORS hauen dem Hörer jedenfalls jede Menge simple, aber schlüssige Hooks, rollende Riffs und auch erstaunlich viele Gitarrensoli um die Ohren. Keine Ahnung, ob solch eine Musik einen jungen Punker vor dem Ofen (haben Punker Öfen? wer kann hier Auskunft geben?) hervorlockt, aber die Fans, die mit der Band groß und allmählich grau geworden sind, werden es lieben.

Jedenfalls lassen sich die DICTATORS nicht verbiegen und wissen den Spaß, den sie noch bei der Sache haben, überzeugend herüberzubringen.
Übrigens dauert diese Scheibe zweimal so lang wie eine handelsübliche Punkrockscheibe - auch das ist ein Grund, sich auch im Jahre 2005 die DICTATORS noch mal zu gönnen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 18.08.2005