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Blue Rose Records
Zoysia
The Bottle Rockets
Zoysia, Blue Rose Records, 2006
Brian Henneman Vocals, Guitar, Piano
Mark Ortmann Drums, Tambourine
John Horton Guitar, Mandolin, Lap Steel, Barritone Guitar, Piano
Keith Voegele Bass, Vocals, Acoustic Guitar, Ashtray
Susan Marshall, Jackie Johnson Vocals
Produziert von: Jeff Powell Länge: 42 Min 57 Sek Medium: CD
1. Better Than Broken7. Align Yourself
2. Middle Man8. Suffering Servant
3. I Quit9. Feeling Down
4. Happy Anniversary10. Where I'm From
5. Blind11. Zoysia
6. Mountain To Climb

Ich war ja noch skeptisch, im letzten Jahr, beim BOTTLE ROCKETS Konzert, ob das auch wirklich was wird mit einem neuen Studioalbum. Die begeisterungswürdige Live-CD vor ein paar Monaten nährte dann doch neue Hoffnung und jetzt erscheinen mit "Zoysia" tatsächlich die ersten neuen Aufnahmen seit dem 2003er Album "Blue Sky".
Bekanntlich hat sich an der Besetzung seitdem etwas geändert, aber die beiden Neuen, John Horton und Keith Voegele, wussten ja live schon zu überzeugen.
Natürlich bleibt Brian Henneman der Hauptsongschreiber der Band, aber, wie dem Booklet (mit allen Texten) des schönen Digi-Packs zu entnehmen ist, haben die anderen durchaus ihre kompositorischen Beiträge geliefert.
Ging es auf "Blue Sky" etwas beschaulicher zu, kehrt die Band auf "Zoysia" größtenteils zu ihrem früheren Stil, was bedeutet, dass Better Than Broken gleich ordentlich grungt, wie Neil und seine 'verrückten Pferde'. Von seiner Faszination hat Henneman nix verloren, immer noch fesseln einen seine Stimme sowie die Texte und die Art wie er sie vorträgt. Und natürlich seine oft ironischen Selbstbetrachtungen, wie in Middle Man. Auch hier bleibt der Young-Sound beherrschend, mit ein paar Country- und Southern-Zutaten.

Etwas ungewohnt kommt I Quit, zwar typisch unverkennbar gesungen, aber über einem funkigen Rhythmus und mit ein paar souligen Backgroundsängerinnen verziert, die auch ganz schön Pepp einbringen. Sorgt für Spaß und Bewegung.
Happy Anniversary wurde ja schon im Konzert präsentiert und klingt auch hier, in seinem Slow-Country-Rock Gewand, prächtig. Der Text verdeutlicht, warum dieser Song gar nicht so 'happy' klingt, aber dafür immer eindringlicher wird.
Deutlich mehr Country versprüht Blind, das wohl auch auf "Blues Sky" gut gepasst hätte. John Horton unterstützt die launige Schunkelnummer mit Lap Steel und Mandoline ganz hervorragend und versetzt einen problemlos auf eine Veranda irgendwo in Louisiana oder Texas.
Mountain To Climb rockt dann wieder richtig geil, so wie wir das von den Stücken ihre besten Albums "Brand New Year" kennen. Geht so Richtung Love Like A Truck und somit werden hier die Dan Baird Anhänger gut bedient.
Auch mal rein akustisch lassen es die BOTTLE ROCKETS angehen. Trotzdem hat Align Yourself anhand seiner Dynamik und seiner Lyrics schon fast eine Punkrockattitüde.
Suffering Servant ist wieder 1A-Countryrock a la B. R., während man sich mit Feeling Down eher dem Country-Folk widmet und beides mit jeder Menge Feeling und Drive.
Where I'm From zeigt wieder mal Brian Henneman im Zeitlupentempo sinnierend. Erinnert mich etwas an Get Down River ("Leftovers", 2000). Aber so nachdenklich geht's nicht nach Hause, sondern mit dem Titelsong wird noch mal ordentlich aufgesattelt. Es geht flott galoppierend dahin und steigert sich, wieder Neil Young-mäßig, in eine krachende Gitarrenschlacht.

Ich behaupte, ähnlich wie "Blue Sky" bleibt nicht alles hier gleich als Ohrwurm im Kopf, aber mit der Zeit wird man nicht mehr genug kriegen von diesen Songs und "Zoysia" nicht mehr missen wollen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 15.08.2006