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Live At The Spring Valley Inn, 1983
The Beat Farmers
Live At The Spring Valley Inn, 1983, Clarence Records, 2003
Buddy Blue Guitar, Vocals, Drums, Harp, Kazoo
Rolle Love Stand-Up & Electric Bass
Country Dick Montana Drums, Vocals, Guitar, Gruntin' & Belchin'
Jerry Raney Guitar, Vocals, Drums, Harp
Länge: 66 Min 37 Sek Medium: CD
1. Never Going Back12. Sloppy Drunk
2. Trying To Get To You13. Sunday Morning
3. Jump Right Back14. Reason To Believe
4. Lonely Blue Boy15. Big Rock Candy Mountain
5. Beat Generation16. Big Ugly Wheels
6. Selfish Heart17. Upsettin' Me
7. Assembly Line Rock18. I Still Miss Someone
8. Lonesome Hound19. Lost Weekend
9. Dim Lights, Thick Smoke And Loud, Loud Music20. You Can't Judge A Book By The Cover
10. Big River21. Mondo
11. Showbiz

"Good things come to those who wait", hat ein Zeitgenosse der BEAT FARMERS, Mr. Jason Ringenberg, mal gesungen und mit dieser CD hier bewahrheitet sich dieser Satz wieder mal.
Wer das Glück hatte die BEAT FARMERS live zu erleben, wird mir recht geben, das es eine der fantastischsten Live-Bands überhaupt gewesen ist. Jedenfalls wenn man auf Rock'n'Roll und Party und Bier steht.
(Wer sollte das sein? In dieser Redaktion definitiv keiner!)
1988 und 1990, jeweils in der Frankfurter Batschkapp, durfte ich die Band erleben und zehre heute noch davon. Wer jemals Country Dick Montana auf den Schultern eines Besuchers durch die Menge hat reiten sehen, bis ans hintere Ende zur Bar (dort irgendwas Hochprozentiges gekippt) und wieder zurück oder ihn auf dem Rücken auf der Bühne liegend und eine Flasche Bier zwischen den Füßen haltend und deren Inhalt in weitem Strahl in seinen Mund ergießend, wird das nie vergessen. Neben aller Show und Verrücktheiten war es auch noch eine verdammt geil rockende Band, die sich bei Country wie im Punk, bei Rock'n'Roll und Rockabilly bediente und aus vier hervorragenden Musikern bestand. Die letzten Alben waren nicht mehr so durchgehend gut wie ersten, aber live waren sie einfach unschlagbar!

Das Kapitel BEAT FARMERS endete leider mit dem Tod von Country Dick Montana. Am 8.11.1995 erlag er einem Herzinfarkt auf der Bühne in Whistler, Brit. Columbia, Schlagzeug spielend während des dritten Songs des Abend.
So, weit genug ausgeholt...

Als einen Glücksfall muss man es betrachten, dass jetzt noch mal diese Aufnahmen hier auftauchen. Aufgenommen 1983 im Spring Valley Inn, quasi der "Wurschtkessel" der Beat Farmers. In dieser "Mark I" Besetzung, also noch mit Buddy Blue an der Gitarre und Gesang wurde die Show als Demo für Plattenfirmenbewerbungen aufgenommen und zeigt alle Qualitäten die die Band über die Jahre auszeichnete. Den typischen harten Country-Rock'n'Roll von Never Going Back, die Country-Songs eines Johnny Cash, wie Big River und I Still Miss Someone (wie immer in Dicks unnachahmlicher Art interpretiert) und mit Buddy Blue waren auch noch verstärkt Rockabilly- und Elvis Songs im Repertoire, z.B. Trying To Get To You und Dim Lights, Thick Smoke And Loud, Loud Music.
Mit ihrer Version von Reason To Believe beweisen sie wieder mal, dass die besten Springsteen-Songs von anderen Interpreten gespielt werden - hier eben von den Beat Farmers.

Auch der Spaß, den die Band schon damals auf der Bühne verbreitete, ist zu spüren und Country Dicks Entertainerqualitäten kommen schon durch. Mann, was konnte der fluchen! Nicht von ungefähr wurde auf dem Live-Album "Loud and Plowed and... Live!" einer seiner Aussprüche "retuschiert". Und das im Jahre 1990! (Diese Scheibe ist eine weitere Pflicht! Schon allein mit welcher abgrundtiefen Verachtung Dick am Schluss von Lucille, die Countrynummer nicht der Rock'n'Roll Song, "you BITCH!" ausspuckt, ist hörenswert).
Manche dieser Songs sind auf beiden Live-Alben vertreten und doch gibt es keinen Weg vorbei: Wer auch nur eine Scheibe der Beat Farmers besitzt, braucht auch diese Live-CD! Vom Charakter und historischem Wert her würde ich sie durchaus mit den "Star Club"-Aufnahmen der BEATLES vergleichen.

"Live At The Spring Valley Inn, 1983" macht von Anfang bis Ende puren Spaß, egal ob Country Dick Montana mit einer Stimme tiefer als der Grand Canyon sich als Crooner gibt, ob mal zwischendurch die Kazoo (eine Art Tröte) als Solo-Instrument eingesetzt wird, oder einfach abgerockt wird.
Oder, wie es Buddy Blue in seinen sehr unterhaltsamen Liner-Notes ausdrückt: "I wouldn't advise playing this for any Eminem-Worshipping modern teens - those damned kids today!"

Wie gesagt, für mich ist diese Veröffentlichung ein Segen und wenn irgendjemand Filmmaterial von den Beat Farmers hat (VHS oder DVD): Bitte bei mir melden!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 11.01.2004