Absolutely Live! Vol. 1
The Barry McCabe Band
Absolutely Live! Vol. 1, Eigenvertrieb, 2002
Absolutely Live! Vol. 1, Eigenvertrieb, 2002
Barry McCabe Lead Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Ramblin' Rudy Bass, Backing Vocals
Cederic Leonardi Drums
Gäste:
Bas Klein Harmonica
Bo Monroe Drums
Gina & Monique Backing Vocals (Sweet Little Angel)
Peter Bogert & Phil Mills Hammond Organ
Ralph Schraven Electric & Acoustic Guitars
Sean Maguire Bass & Backing Vocals
Simone Mesman Backing Vocals
Produziert von: Barry McCabe Länge: 68 Min 42 Sek Medium: CD
1. Intro (0:15)8. Night Time People (10:18)
2. Someone I Used To Know (5:32)9. Tempted (5:15)
3. Never Say Die (4:53) OhrBonus Tracks:
4. Full Moon On Main St. [F. James] (8:14)10. Stay With Me [Wood/Stewart] (4:38)- Studio outtake
5. Freddie Wants A Cadillac (4:30)11. Walkin' Blues [R. Johnson] (5:36) - Live from Radio Enschede, Holland
6. Talk To Your Daughter [J.B. Lenoir] (4:36)12. Alberta [S. Eaglin] (5:55) - Originally released "For Fans Only", live in Schweden
7. Sweet Little Angel (4:36)13. Nobody's Girl [L.J. McNally] (4:04) - Studio outtake

Für mich, nach der irischen Fußball-Nationalmannschaft, die zweite, irische, Entdeckung dieses Jahres: Barry McCabe mit seiner Band.
Natürlich ist die Musik und der Stil der BMC Band genau so wenig "modern", wie der Fußball der irischen Nationalmannschaft, aber... who cares?

Auf dem CD-Cover fehlen jegliche Hinweise auf Plattenfirma, Produzent, Aufnahmedatum etc. Anscheinend alles in Eigenregie gemacht.

Das Intro ist eine Ansage auf einem Flughafen und fast erwartet man, dass Back In The U.S.S.R. von den Beatles folgt.
Stattdessen hört man Barry McCabe rufen: "You're ready to boogie?". Und schon geht's los mit Someone I Used To Know und es erinnert mich gleich an Shin Kicker auf Rory Gallagher's "Stage Struck" - Klasse Boogie mit tollem Refrain. Sofort fängt man an mitzusingen.
Noch öfter werde ich auf dieser Scheibe an Rory erinnert, auch wenn Barry nicht dessen Virtuosität erreicht.

Never Say Die ist ein weiterer Boogie-Stampfer der in 70ern auch Status Quo gut zu Gesicht gestanden hätte. Richtig gut.

Das einzige was mich an dieser CD stört, ja fast ärgert, weil sie dann noch ein Stück besser sein könnte, ist: Da fehlt's einfach an Bass. Wenn Barry zum Solo ansetzt, müsste eigentlich noch eine Rhythmusgitarre dahinter spielen - oder eben der Bass (s. Rory Gallagher) diesen Part übernehmen. Hat da vielleicht Barry selbst produziert und seine Gitarre zu weit nach vorn geschoben?
Welchem Gitarristen würde es nicht so gehen...?
Bei einem ruhigen Blues wie Full Moon On Main St. fällt das natürlich weit weniger auf. Es braucht etwas, bis mir klar wird, dass es bei den Gedanken an Thin Lizzy und Gary Moore, es sich natürlich auch um Iren dreht. Gefällt mir gut!

Barry McCabe schreibt im CD-Booklet zu jedem Song ein paar interessante Zeilen über Entstehung oder Sinn hinter dem jeweiligen Song.
Hier wird auch geklärt wie's zu der Fülle von Stones-Riffs auf Freddie Wants A Cadillac kommt (inkl. Slide-Guitar).
Eine weitere Vorliebe hat Barry McCabe mit Rory Gallagher gemein: Die Liebe zum Blues und der eben auch mal akustisch. Talk To Your Daughter ist, nach der Version von Robben Ford, eine der besten.
An der Mundharmonika: Mark Feltham, ääh sorry, Bas Klein!

So, jetzt klingt's aber mal nicht irisch, sondern eher britisch: Sweet Little Angel klingt stark nach Eric Clapton, wenn der den Blues mal hat. Eindringlich, aber ohne Schmalz.

Für Night Time People werden die Zügel wieder gehörig angezogen, und die BMC Band legt einen Swamp-Blues hin, der sich gewaschen hat! Irgendwo zwischen CCR's Suzie Q und George Thorogood. 10 Minuten lang!

Kurzes Gitarren-Intro - "Let's Boogie" ruft Barry und ab geht's in den nächsten Boogie'n'Roll: Tempted treibt noch mal voll nach vorne - Slide-Guitar und Gesang klingen hier wieder sehr nach Rory Gallagher.
Ich denke diese Band muss man echt mal live sehen!

Bonus Tracks gibt's auch noch und das Intro des ersten gehört wohl zu den bekanntesten der Rockmusik: Stay With Me wird in bester Faces-Manier im Studio abgerockt. Klar, der Gesang kommt nicht an den von "Roddie" heran, aber die Slide-Guitar kommt schon nahe an die von "Woody".
Jetzt folgt laut Booklet Walkin' Blues, allerdings handelt es sich unverkennbar um Alberta von Snooks Eaglin. Klingt wie ein late-late-night Goodbye Blues.
Dann aber doch noch: Robert Johnson's Walkin' Blues. Wieder sehr im Gallagher-Stil mit toller Slide!
Nobody's Girl ist nochmal ein Studio-Outtake. Eine sehr schöne Country-Ballade, die durchaus von Jackson Browne stammen könnte.

Tja, es tut mir fast schon weh: Ein weiterer toller Sänger/Gitarrist der dazu verdammt ist sein Leben "on the road" zu fristen und kaum eine Chance hat, an CD-Verkäufen viel zu verdienen, geschweige denn in die Charts zu kommen.
Aber so würde es Rory Gallagher (R.I.P.) heutzutage wohl auch gehen.
"Rory On", Barry!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 20.06.2002