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Spitfire Records
Craveman
Ted Nugent
Craveman, Spitfire Records, 2002
Ted Nugent Guitars, Vocals
Tommy Clufetos Drums, Vocals
Marco Mendoza Bass, Vocals
Produziert von: Ted Nugent, Drew & Chris Peters Länge: 56 Min 16 Sek Medium: CD
1. Klstrphnky8. I Won't Go Away
2. Crave9. Pussywhipped
3. Rawdogs And Warhogs10. Going Down Hard
4. Damned If You Do11. Wang Dang Doodle
5. At Home There12. My Baby Likes My Butter On Her Gritz
6. Cum'n Gitya Sum Ò'this13. Sexpot
7. Change My Sex14. Earthtones

Nachdem der Heavy Metals Wild Man, Freizeitlederstrumpf und Lagerfeuerbocuse in jüngster Zeit eher durch latenten Rassismus und obskure Buchveröffentlichungen von sich Reden machen konnte (seine Jagd- und Grilltips "Kill it and grill it" sind sozusagen in aller Munde), schickt das "Michigan Motormouth" sich mit seinem neusten Long- und Loudplayer an, verloren gegangenes Terrain wieder wett zu machen. "Craveman" (böse Zungen würden dies mit "Lustgreis" übersetzen) ist bereits die 31. Veröffentlichung des rüstigen 53-jährigen, dafür klingt sie jedoch frischer und wilder, als viele seiner jüngeren Werke.
Und vor allem: Es rockt gewaltig!!!

Bereits der Opener KLSTRPHNKY (ursprünglich Clusterfunk) setzt Zeichen. Wenn man Nugent hier zwischen den brachialen Riffs völlig irre "Birdy, Birdy, Birdy" kichern hört, wird klar, woher der Motor City Madman seinen Spitznamen hat. Das Stück wurde übrigens von Ex-DAMN YANKEES Jack Blades mitgeschrieben und stammt angeblich sogar aus den Sessions zu dem nie erschienenen dritten Album dieser Band (ebenso wie Damned if you do, bei dem auch Tommy Shaw, STYX, mitverantwortlich zeichnet). Wenn das zutrifft, ist uns allen ein mögliches Killeralbum entgangen, obwohl ich bei dem NuMetal angehauchtem KLSTRPHNKY so meine Zweifel habe.
Doch auch die ersten Akkorde des Titelsongs Crave (auch wieder aus der Feder von Nugent und Blades) schlagen in die gleiche Kerbe, also wer weiss. Nach dem ruppigen Intro wird dann aber endlich der echte Nugent losgelassen und für den Rest des Albums nicht wieder eingefangen.

Die Gibson Birdland kommt voll zur Geltung, ein prima Grundriff, der das Zeug zum Klassiker besitzt und ein kreischender Ted, der kurz vor dem ultimativen Durchknall zu stehen scheint, trommeln dir sechs Minuten lang das Fell aus den Ohren.
Auch bei den meisten anderen Stücken hat sich Ted tatkräftige Unterstützung im Songwriting geholt, so z.B. Damon Johnson von u.a. BROTHER CANE, seinen alten Weggefährten Michael Lutz, Alto Reed von Bob Seger und natürlich seine Bandgefährten, die nicht nur schreiben und spielen, sondern auch mal Lead singen dürfen, so Marco Mendoza bei At Home There.
Drummer Tommy Clufetos brachte gar seinen Vater mit und ließ ihn bei Pussywhipped ein wenig ins Saxophon pusten, aber keine Angst, das Stück ist außerdem eh nicht ganz ernst zu nehmen.
Ansonsten klaut Uncle Ted häufig und gerne bei sich selbst und seinen alten Klassikern wie u.a. Great White Buffalo, Stranglehold und Tailgunner (wobei ja bereits letzterer vom ersteren geklaut war) oder Wang Dang Sweet Poontang, wobei die Reminiszenz bereits beim Titel Wang Dang Doodle, deutlich gemacht wird.
Aber auch ZZ TOP werden bei Going Down Hard flüssig vereinnahmt und bei My baby likes my butter on her gritz musste ich nächtelang grübeln, bis mir die Ähnlichkeit zu Janis Joplins Move Over (in der SLADE Fassung) wie Schuppen aus den Haaren fiel.

Als Abschluß lässt Ted eine liebe alte Tradition wieder aufleben und lässt die überwiegend recht heftige Grundstimmung mit einem groovigen Instrumental, Earthtones, ausklingen, welches Erinnerunngen an Homebound, Hybernation oder Renegade wach werden lässt.
Einzelne Stücke hervorzuheben ist allerdings müßig, denn auf "Craveman" gibt es nicht einen Ausreißer, mein Favorit ist allerdings Rawdogs and Warhogs, welcher sich bereits jetzt schon nahtlos in das unverzichtbare Liverepertoire eingereiht hat und vom Publikum z.B. des diesjährigen Sweden Rock frenetisch gefeiert wurde.

"Craveman" hat das Zeug zum Klassiker und stellt bereits jetzt schon eine ganze Reihe von Teds früheren Werken in den Schatten. Aber nicht nur der traditionelle Nugent Fan dürfte seine Freude an dem Album haben, auch jeder Jungmetaller sollte der Scheibe eine Chance geben und zumindest mal reinhören.
In diesem Sinne:
KILL IT AND GRILL IT!!!

Ralf Frank, (Artikelliste), 07.09.2002