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Ruf Records
New Used Car
Sue Foley
New Used Car, Ruf Records, 2006
Sue Foley Electric & Acoustic Guitars, Vocals, Percussion
Graham Guest Keyboards
Mike Turenne Bass
Tom Bona Drums
Corey Macfadyen Percussion
Produziert von: Corey Macfadyen & Sue Foley Länge: 45 Min 08 Sek Medium: CD
1. New Used Car7. Mother
2. Make It Real8. Long Tomorrow
3. When I Came Back To You9. Litlle Things
4. Absolution10. Found My Love
5. Sugar11. Deep Freeze
6. Do It Again12. Change Your Mind

Da muss ich mich doch, angesichts des Covers, schon wieder ärgern...
Ich hatte mach ja, letztes Jahr erst, über die Covergestaltung von Ana Popovics Live CD/DVD wenig erfreut gezeigt. Die Ana mag ja eine ganz Schnuckelige sein, aber sie spielt halt nun mal Blues und bei dem Bild fällt mir alles mögliche ein, aber kein Bluesgitarristin. Jetzt kommt die neue Sue Foley raus, zugegeben eine etabliertere Sängerin/Gitarristin, mit einem ähnlich unpassenden Foto auf der Front.
Jetzt ist meine Meinung natürlich nicht allgemeingültig, aber wenn ich im Laden eine CD sehe, auf der mich das Covermotiv eher an Amanda Lear denn an eine tolle Bluesgitarristin erinnert, ist es fraglich, ob ich mich damit näher beschäftige.
So das musste jetzt erst mal raus.
[Was Ana betrifft, 100% Zustimmung der Geschmackspolizei aus München, das Design auf "New Used Car" finde ich jedoch gelungen, weil irgendwie mondän, chic, elegant, wenn auch natürlich wenig bluesig. Fred]

So, ansonsten kann Entwarnung gegeben werden: Die Sue ist dem Blues treu geblieben. Im Gegensatz zum letzten Album, "Change", geht's diesmal wieder elektrisch zur Sache und mit dem Titelsong fetzt es auch gleich bestens los. Lautstärke aufdrehen! Mit reichlich Elan, sowie ein paar R&B-Zutaten, animiert der Song zum mittanzen und Sues Gitarrensound und -spiel überzeugt bereits hier.
In der Tat hat ihr die Arbeit an ihrem "Guitar Woman" Projekt wohl weiteren Schub gegeben, so scharf kommen die Gitarreneinwürfe, auch in so balladesken Nummern wie dem rauen Make It Real.
Ja, das geht teilweise schon ganz schön in den Rockbereich, wenn diese Truppe Gas gibt, was mir sehr gut gefällt.

Auch cool, leicht lasziv groovend ist für Sue und ihre Band kein Problem, wie When I Come Back To Ya locker unterstreicht. [Und das Cover! Ätsch] Mag ein paar popige Ansätze haben, aber das braucht halt so ein Titel zu dem man wunderbar in der Sonne herumschlendern möchte - wenn denn der Frühling endlich käme...
Als weiteren Pluspunkt empfinde ich, neben der Gitarre, erneut die Orgel- bzw. Pianozutaten von Graham Guest. Ob herrliche B3-Sounds oder cool klimperndes Piano, immer klingt das richtig gut und ergänzt die Saitenarbeit von Frau Foley perfekt.
Gesanglich hab ich mich mittlerweile an den leicht spröden Stil dieser Sängerin gewöhnt, ja mag ihn sogar richtig. Klingt manchmal ähnlich wie Bonnie Raitt, wenn die richtig bluesig ist.
Etwas Swing und leichte Jazzanflüge gefällig? Sugar versorgt euch bestens.
Bei Long Tomorrow präsentiert sich die Künstlerin solo, nur mit akustischer Gitarre, in dieser melancholischen Ballade. Es bleibt also nicht ganz so rockig, wie der Opener zu künden mag, die Qualität bleibt bestehen. Ob lockere Countryrock-Anleihen a la Do It Again oder schwere Blues-Balladen wie Mother, Stil und Klasse vereinen sich mit dem guten Klang.

Dem Album mag vielleicht eine "rote Linie" fehlen, aber dafür wird man mit Blues, Rock, Swing, Jazz und weiteren Stilen prächtig versorgt und einen rauen, erdigen Charakter weisen fast alle Stücke auf, wodurch man sich problemlos am 'easy listening' vorbei manövriert. Und trotzdem könnte dieses Album ob seiner Unbeschwertheit die Platte für Bluesfreunde in diesem Frühling werden. Wenn er denn noch kommt...

Epi Schmidt, (Artikelliste), 16.04.2006