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Fencesound Music
Don't Sing
Don't Sing
BROSKRO SKROBRO
Steve Brockmann
Don't Sing! & Broskro Skrobro, Fencesound Music, 2001 & 2002
"Don't Sing!":
Steve Brockmann All Guitars, Keyboards, Bass, Percussion, Fingered Drums
Gast:
Luppi Brockmann Bass (Streets)
"Broskro Skrobro":
Steve Brockmann All Guitars, Keyboards, Bass, Percussion, Schellenkranz, Fingered Drums
Gerhard "Gerdchen" Skrodzki Guitars, Vocals, Bass
Gäste:
Luppi Brockmann Bass (Take The Next Train, Waste Of Time)
Thomas Melzer Vocals (Take The Next Train)
Stefan Wruck Vocals (Take The Next Train)
Produziert von: Steve Brockmann Länge: 46 Min 42 Sek & 45 Min 29 Sek Medium: CD
"Don't Sing!":
1. No se Bailar (No Es Culpa Mia)7. Streets
2. Yellow & Black8. In My Dreams (I Did It All)
3. Plain Sailing9. The Watcher
4. Suffer 10. Tearqualizer
5. Defination11. Peace, Love & Understanding (+Money)
6. On The Rhodes Again12. The Movie
"Broskro Skrobro":
1. New Level 7. Take The Next Train
2. The Moon 8. Stand Back
3. Drift Away 9. Reflection
4. Don't Follow Me 10. Slowmover
5. Please Don't Leave Me Now 11. Waste Of Time
6. Stranger To Myself 12. The Fast

Die meisten modernen Gitarrenvirtuosen kommen ja bekanntlich, bis auf wenige erwähnenswerte Ausnahmen wie z.B. ARTESGUITARS, aus den Staaten, und davon noch zum Teil aus der gleichen Musikschmiede, z.B. von Joe Satriani. Mit Steve Brockmann schickt sich nun ein deutsches Nordlicht an, den illustren Kreis aufzumischen.
In der norddeutschen Musikszene ist Steve Brockmann, Jahrgang 1965, kein Unbekannter, so war er mit seinen diversen Bands wie z.B. LEVEL B oder HEARTLAND auf vielen Bühnen zwischen Sylt und Niedersachsen zu sehen und bestritt unter anderem das Vorprogramm für Bands wie URIAH HEEP, MOODY MARSDEN BAND oder HAWKWIND.
Nach einem fehlgeschlagenem Intermezzo, auf kommerziellen Pfaden sein Glück zu suchen, besann sich Steve jedoch rechtzeitig auf seine Wurzeln und konzentriert sich nun vorwiegend auf die Arbeit in seinem Studio und diverse Projekte, wie z.B. sein Instrumental Album "Don't Sing!" oder dem Studioprojekt "Broskro Skrobro".

"Don't Sing!" war eine Befreiung von jeglicher Erwartungshaltung, diese Musik entstand also ausschließlich als "künstlerische Selbstbefriedigung", "Art for Art's Sake" outet sich Steve und das war auch gut so, denn das Ergebnis kann sich hören lassen.
Auf dem Album, welches Steve zwischen März und Juni 2001 in seinem Bredstedter "Fencesound" Studio, quasi in Personalunion komponiert, produziert, eingespielt und gemastert hat, spielt er, bis auf eine Ausnahme, neben den elektrischen und akustischen Gitarren auch Keyboards, Bass und Percussions.
Obwohl Steve eigentlich mal als Keyboarder angefangen hat, steht mittlerweile natürlich die Gitarrenarbeit im Vordergrund, vornehmlich in rockigen Gefilden a la Satriani angesiedelt. Steve überrascht den Hörer aber auch schon mal mit Latinhooks a la SANTANA (No Se Bailar (No Es Culpa Mia) was soviel bedeutet wie "Ich kann nicht tanzen, aber ich kann nichts dafür"), kernigem Heavy Metal (Streets), Keyboard Nummern a la Jan Hammer (On The Rhodes Again, programmatischer Titel inkl. vertrautem Vinylknistern), Fusion (Tearqualizer) oder irischen Weisen (Plain Sailing), wobei er stets als virtuoser Multi-Instrumentalist zu überzeugen versteht.
Freunde instrumentaler Rockmusik, für die auch der Prophet im eigenen Lande etwas gilt, sollten hier zumindest nachhaken und sich die Hörproben auf Steves Homepage zu Gemüte führen, die CD ist dann nur noch einen Mausklick entfernt.
P.S.: Das Album wurde mittlerweile von Steve überarbeitet, d. h. remastered und auch mit einem neuen Cover versehen (siehe links).

Mit einem weiteren Mausklick landet man bei "Broskro Skrobro", dem aktuellen Projekt von Steve Brockmann und Gerhard "Gerdchen" Skrodzki (36).
Die beiden spielten bereits in den 80er Jahren bei LEVEL B zusammen und seit 1997 gingen sie mit dem Gedanken schwanger, eventuell die alte Band wieder aufleben zu lassen. Zuerst schien die Reunion bereits in trockenen Tüchern, die Band kam zusammen, erarbeitetet u.a. Songs wie z.B. eine neue Version des LEVEL B Klassikers Take The Next Train, aber die räumliche Entfernung der Mitglieder, die es in den Jahren z.B. nach Bredstedt, Braunschweig, Berlin oder Lübeck verschlagen hatte, ließen den Plan letztendlich doch scheitern.
Steve und Gerdchen kamen überein, das Projekt als Duo durchzuziehen. Da Steve aber gleichzeitig an diversen anderen Projekten beteiligt war, u.a. an "Don't Sing!", und Gerdchen seine Zeit auch zwischen Beruf und Berufung wie z.B. die Band AGAPORNIS aufteilen musste, dauerte es von 1997 bis Juni 2002, bis man die zwölf Tracks für "Broskro Skrobro" zusammen hatte. Die Produktion des Albums fand wieder in Steves Heimstudio statt und dauerte dann gerade mal drei Wochen.

Obwohl "Broskro Skrobro" deutlich mehr Classic Rock orientiert ist als "Don't Sing!", kann die Ähnlichkeit beider Alben nicht verleugnet werden. Auch hier finden sich unüberhörbare Anlehnungen an Satriani oder auch mal Vai, Folk- oder Latin-Einflüsse, ansonsten findet man aber "Inspirationsquellen", wie Steve und Gerdchen ihre Einflüsse selbst liebevoll umschreiben, wie z.B. BLUE ÖYSTER CULT, RUSH, DEEP PURPLE, URIAH HEEP, LED ZEPPELIN, YES oder PINK FLOYD, die jedoch nicht nachgeahmt, sondern behutsam und eigenständig verarbeitet werden. "Komponiert wurden die Stücke gemeinsam, wobei der Sänger des jeweiligen Stückes in der Regel die Grundidee hatte und der andere dann seinen 'Senf' dazu gab" erklären die beiden.
Neben einigen wenigen Instrumentalstücken dominiert der Gesang deutlich das Album, was den eigentlichen Unterschied zu "Don't Sing!" ausmacht. Er erinnert dabei zuweilen an einen näselnden Steve Howe (Steve B.) oder auch schon mal an ELOYs Frank Bornemann (Gerdchen), was dem Ganzen manchmal einen sympathischen Krautrock-Touch verleiht. Steve Brockmanns technische Fähigkeiten als Multi-Instrumentalist und Produzent bewahren das Album jedoch vor einer solchen Schublade.
Erwähnenswert sind hier besonders die sogenannten "Fingered Drums", d.h. er spielt die Drums in Echtzeit über sein Keyboard ein, welches gesampelte Schlagzeugsounds ansteuert, das Ergebnis ist wirklich verblüffend.

Das Album konnte bereits eine respektable Presseresonanz einheimsen, so punktetet "Heavy oder Was" mit 11 von 12 Punkten in ihrer Januarausgabe und das will schon was heißen. Für meinen Geschmack etwas zu hoch bewertet, aber nichtsdestotrotz ein hörenswertes Album.
Auch hier gilt: Anchecken und bestellen, sowie tonnenweise Infos zu Steve Brockmann und allem drum herum auf der Fencesound Music-Homepage nachlesen.

P.S.: Die Steinmetzarbeiten zum "Broskro Skrobro"-Cover stammen übrigens von Gerdchen, der auch als Maler und Bildhauer tätig ist und die Sandsteinplatte mit dem Logo angefertigt hat.

Ralf Frank, (Artikelliste), 19.02.2003