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Alligator Records
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in-akustik
The Soul Truth
Shemekia Copeland
The Soul Truth, Alligator Records, 2005
Shemekia Copeland Vocals
Steve Cropper Guitar
Bob Britt Guitar
David Santos, Shake Anderson Bass
Steve Potts, Chester Thompson Drums
Tom Roady Percussion
Jim Horn Alt-, Tenor- & Baritone Sax
Harvey Thompson Tenor Sax
Charles Rose Trombone
Steve Patric Trumpet
Chuck Leavell Keyboards
Felix Cavaliere, Eddie Gore Organ
Reggie Wooten Guitar
Carl Marsh Synthesizer
Dobie Gray Duet Vocal (Used)
Mark Williams, N-Nandi Bryant, Lisa Cochran Background Vocals
Produziert von: Steve Cropper Länge: 47 Min 42 Sek Medium: CD
1. Breakin' Out7. You Can't Have That
2. Who Stole My Radio?8. Uptown Line
3. Poor, Poor Excuse9. Givin' Up You
4. All About You10. Used
5. Better Not Touch11. Honey Do That Voo-Doo
6. Strong Enough12. Something Heavy

Die Tochter der Texas-Blueslegende Johnny Copeland (ja, mit dem Stempel wird sie trotz aller Klasse noch eine Weile leben müssen) legt mit "The Soul Truth" ihr viertes Album vor und den Vergleichen mit Aretha Franklin, Etta James und anderen Blues- und Soul Größen wird sie immer mehr gerecht.
Um so eine aufstrebende Frau gruppiert sich denn auch gerne eine Riege von Helfern. Hat ihr schon beim ersten Album ein Dr. John unter die Arme gegriffen, ist diesmal Steve Cropper federführend, sowohl was Gitarren angeht, als auch bei der Produktion.
Und richtig gut klingt's!

Bei Breakin' Out fühlt man sich sofort zu den BLUES BROTHERS und Aretha Franklin versetzt. Da klingt mir Shemekias Stimme zwar noch etwas zu "jung", aber sie macht bereits deutlich, was für eine außergewöhnliche Sängerin sie ist. Wenn irgendwann 'Blues Brothers 2010', oder so ähnlich, gedreht wird, wird man an dieser Frau nicht mehr vorbei kommen.
Steve Croppers Handschrift ist unverkennbar. Egal ob Rhythmusparts oder das Solo in Who Stole My Radio, der Gitarrist der BLUES BROTHERS BAND und exzellente Studiomusiker hat dieses Album deutlich geprägt. Dieses kleine Soulman-Lick im zweiten Song ist nur ein Beispiel.
Außen herum stehen natürlich auch nur erstklassige Musiker. Ob ALLMAN BROTHERS-, STONES-Keyboarder Chuck Leavell, GENESIS- und Zappa-Drummer Chester Thompson oder Jim Horn am Saxophon. Letzterer zeichnet auch überwiegend für die rattenscharfen Bläserarrangements verantwortlich.

Spätestens beim dritten Titel, dem leicht nach Dark End Of The Street klingenden Poor, Poor Excuse, ist man von dieser Stimme vollkommen hin und weg. Da können Studio-Asse dabei sein, soviel wollen - diese junge Mitzwanzigerin stellt sie in den Schatten. Die etwas aufgesetzten Background-Vocals hätts in dem Song gar net gebraucht.
Ich kenne kaum eine Sängerin in dem Alter, die es schafft, einem so die Gänsehäute rauf und runter laufen zu lassen. Eine ganz heiße Anwärterin auf den Soul-Thron.
Dazu swingt und groovt es natürlich wie die Hölle. Wer könnte bei All About You auch nur eine Sekunde stillsitzen? Bläser-gepusht, von einem unnachgiebigen Beat getrieben und von zwei Gitarren die wie Zahnräder in einander greifen gefordert, geht's gnadenlos ab.
Vom Soul ist der Funk naturgemäß nicht weit entfernt und entsprechend "funkt" es in Better Not Touch mit einem pulsierenden Drive. Mitverantwortlich dafür ist GENESIS-Drummer (wenn Herr Collins mal wieder am Bühnenrand rumkasperte) Chester Thompson an der Schießbude, der ja auch zu den Besten seines Fachs gehört. Muss man denn den Steve Cropper immer heraus hören? Ist wohl so. Wer zahllose Stax-Alben bespielt hat, dessen Stil kennt man halt.
Einer der besten Songs ist die ansprechende Ballade Strong Enough, in der Shemekia nach einem "One-Night-Fehltritt" ihren Lover anfleht, doch bitte stark genug zu sein, um es nicht noch mal geschehen zu lassen, da ihr die Kraft dazu fehlt. Wiederum stören mich die, eingeblendet wirkenden, Background-Vocals etwas, aber das kann dem Lied seine Klasse nicht nehmen. Fast gebannt folgt man den Worten dieses brodelnden Vulkans, der sich immer mehr in diesen Song reinsteigert.
Da fällt das leicht rock'n'rollige (schönes Piano, Chuck!) You Can't Have That fast etwas aus dem Rahmen. Doch auch hier holt Miss Copeland das Maximum heraus und zeichnet sich erneut aus. Trotzdem gefällt sie mir in den Soul-Nummern deutlich besser. So etwas wie dieser Titel ist wohl bei jemandem wie Candye Kane besser aufgehoben.
In Uptown Line kommen fast gerappte Vocals zum Einsatz und Shemekias Gesang strahlt hier eine Erfahrenheit aus, als wäre sie mindestens doppelt so alt. Während Steve Cropper eine vibrierende elektrische Sitar beisteuert, übernimmt Bob Britt das rau gehaltene Slide-Guitar Solo.
Dann wird wieder ordentlich dem Funk gefrönt: Givin' Up You pendelt irgendwo zwischen Play That Funky Music und diversen James Brown Nummern. Der Song könnte durchaus auch Tanzmuffeln Beine machen. Die Soli sind diesmal fest in Croppers Hand.

Solch wunderschöne Soul-Balladen wie sind einem vor einigen Jahren eigentlich von dem überstrapazierten Geheule der Careys und Houstons, und wie sie alle hießen, verleidet worden. Mit dem Song könnte man sich wieder damit anfreunden, zumal wenn Texas R&B/Soul-Legende Dobie Gray (Drift Away) sich zum Duett einfindet.
Erneut leichte Rock-Zitate finden sich in Honey Do That Voo-Doo, wo auch mal ein paar STONES-Rhythm-Parts auftauchen. Ansonsten bleibts aber im R&B-Bereich und swingt in bestem Good-Time-Feeling. Nix falscher Zauber!
Das abschließende Something Heavy bestreiten Shemekia Copeland und Steve Cropper, an der Akustik-Gitarre, allein. Da bietet sich ein Blues-Thema natürlich bestens und der powervollen Stimme Shemekias lässt die sparsame Instrumentierung Raum noch mal richtig aufzutrumpfen.
Von dieser Dame wird man noch einiges hören, da bin ich mir sicher.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 21.08.2005