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In Absentia
Porcupine Tree
In Absentia, Lava Records/WEA International, 2002
Steve WilsonVocals, Guitar, Keyboards, Progamming
Colid EdwinBass
Gavin HarrisonDrums, Percussions
Richard BarbieriKeyboards, Synthesizers
Produziert von: Steve Wilson Länge: 84 Min 26 Sek Medium: Do-CD
1. Blackest eyes9. The creator has a mastertape
2. Trains10. Heartattack in a layby
3. Lips of ashes11. Strip the soul
4. The sound of Muzak12. Collapse the light into earth
5. Gravity eyelids13. Drown with me
6. Weddings nails14. Chloroform
7. Prodigal15. Strip the soul (video edit)
8. 3

Obwohl die Mannen um Mastermind Steve Wilson bereits seit Anfang der Neunziger Jahre immer wieder hervorragende Alben herausbringen, die die Vorzüge von KING CRIMSON, PINK FLOYD, MARILLION mit einer Prise Härte und einer stärkeren düsteren Note vereinen, sind sie bisher über den Status eines Geheimtips nicht hinausgekommen.
Es gibt einige Anzeichen dafür, dass sich dies für die Briten mit dem neuesten Werk "In Absentia" (in Europa als Box-Set mit einer zweiten Disk mit drei Bonustracks erhältlich) ändern könnte.

In Zeiten, da Retrorock zunehmend angesagt ist, interessieren sich jetzt nicht mehr nur die PORCUPINE TREE-Fangemeinde und einige Kritiker für den Wilsonschen Kosmos, gerade die Auskopplungen Blackest eyes und Strip the soul, letzteres auch auf MTV unterwegs, dürften auch Hörern einen Zugang erschließen, die die Band bisher noch nicht kannten.
Diesmal wird auf all zu ausufernde Spielereien verzichtet, ohne deshalb sich seiner Stärken zu beschneiden: Es wird nur alles auf das Wesentliche reduziert.

Der Opener Blackest eyes überrascht mit einem harten, straighten Gitarrensound, mündet jedoch immer wieder in die für Steve Wilson typischen sanften Melodielinien, die in der Tradition der BEATLES und Phil Spector stehen. Der zweite Track, Trains, kommt geradezu singer-/songwriterartig daher, während Lips of ashes in den Harmonien an CROSBY, STILLS & NASH erinnert.
Auf das warme The sound of Muzak hin, wird man dann bei Gravity eyelids in die 'twilight zone' entführt. Die weiche Melodik wird immer wieder durch düstere Keyboardsounds und unheimlich dräuende Gitarren gebrochen.
Weiter stechen noch die wunderschöne Ballade Heartattack in a laybay sowie das gewaltig Schub gebende Strip the soul hervor, während Collapse the ligth into earth mit einem zu ausufernden Arrangement doch etwas verzuckert.
Auf der Bonus-CD überzeugt vor allem Chloroform, mit dem PORCUPINE TREE-typischen Spannungsaufbau.

Man merkt dem Album einfach an, dass Steve Wilson nicht nur sein Konzept, die Welt von PORCUPINE TREE hörbar und damit erlebbar zu machen zielstrebig verfolgt, sondern dass er sein Handwerk in puncto Songwriting versteht. Daher ist dies auch ein Album als Gesamtkunstwerk geworden und keine Aneinandersammlung von Songs, aus denen vielleicht eine Single hervorsticht.

Insgesamt ist festzuhalten, dass es sich bei "In Absentia" um eines der ersten Highlights an Veröffentlichungen des noch jungen Jahres 2003 handelt (bei uns kam das Album am 18.01.2003 auf den Markt).
Bleibt zu hoffen, dass der Band endlich die Anerkennung zu Teil wird, die sie schon längst verdient hat.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 16.02.2003