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Talk To Me
Philipp Fankhauser
Talk To Me, Memphis International Records, 2004
Philipp Fankhauser Guitars, Vocals
plus viele Gastmusiker
Produziert von: David Less Länge: 41 Min 28 Sek Medium: CD
1. Ain't Gonna Give It Up6. Flyin' High (Yesterday)
2. Cut Off My Right Arm7. Welcome To The Real World
3. Members Only8. Who's Gonna Sing The Blues For You?
4. Talk To Me9. Going To Dallas
5. Home Town (Thun)10. Down In The Valley

In der Schweiz gibt's weitaus mehr coole Leute als man denken möchte. Davon konnte ich mich am letzten Wochenende erst wieder überzeugen und jetzt dreht sich hier bei mir die neue Scheibe des Herrn Philipp Fankhauser, seines Zeichens Bluesgitarrero und 15 Jahre sind seit seiner ersten CD "Blues For The Lady" schon ins Land gegangen.
Fast schon ein Trademark, versammelt er auch hier wieder eine Riege von Musiken um sich, um seine Vorstellungen des Blues umzusetzen. Die Liste der über 20 (!) Musiker die hier mitgewirkt haben, würde diesen Rahmen sprengen, aber das die schon mit Cracks wie John Lee Hooker, Robert Cray, Al Green, Otis Rush, Etta James und noch etlichen mehr gearbeitet haben, soll doch erwähnt werden. Entsprechend professionell läuft es hier auch ab.

Wenn man schon Fankhauser heißt, ist einem ein funky Groove nicht fern und so geht das bei Ain't Gonna Give It Up gleich fetzig los. Die Rhythmusabteilung legt einen dermaßen anmachenden Beat vor, dass es für Gitarren und Bläser ein Leichtes ist, mit Soli und kurzen Einwürfen zu glänzen. Nichtsdestotrotz spielen auch die auf höchstem Niveau.
Etwas bluesiger folgt Cut Off My Right Arm, das ebenso wie das später folgende Flyin' High vom inzwischen verstorbenen Mentor Fankhausers, Johnny Copeland, geschrieben wurde.

Diese "schwarze Stimme" würde viel eher auf einen farbigen Sänger als auf einen Herrn aus der Schweiz schließen lassen. Wohl nicht zuletzt ein Ergebnis der vielen Zusammenarbeiten mit den Größen des Blues, sowie seiner Aufenthalte in Amerika.
Das kommt in einer bluesig angehauchten Ballade wie Members Only natürlich erst richtig gut. Im Prinzip ein Piano-Stück, fallen vor allem die herrlichen Trompeten-Einwürfe bei dieser Nummer sehr positiv auf.
Ja, die Herren mögen's auch, zu rocken. Das hält sich zwar immer noch im gezügelten Bereich, aber ein Texas-Rock im Stile eines SRV wie im (selbstverfassten) Titelsong macht doch richtig Spaß, wenn die beteiligten Könner sich die Solo-Bälle zuwerfen.
Bei Home Town kommt einiges an Percussion-Instrumenten zum Einsatz, die zusammen mit rhythmischen Akustikgitarren einen hypnotischen Beat zelebrieren, als wenn einige Planwagen durch, sagen wir, Nevada, holpern. Die sind Richtung Texas unterwegs und bei Flyin' High kommen sie dort auch an. Schöner Boogie, wie gehabt im grünen Bereich und trotzdem lässt man sich gerne mitziehen. Interessant wie die Trompeten den Part den anderswo die Blues-Harps" inne haben übernehmen.

Seinem Namen gerecht wird Fankhauser wieder bei dem funkigen Welcome To The Real World. Ja, da würden sich manche Blues-Brothers wohl auch gerne schmücken. Ob Hammondorgel-Solo oder scharfe Bläsersätze, alles sitzt hier auf den Punkt.
Die Ballade Who's Gonna Sing The Blues For You? kann mit der ersten nicht ganz mithalten, aber der Gesang ist nach wie vor beeindruckend.
Going To Dallas ist dafür wieder bestens geeignet müde Knochen in Bewegung zu bringen. Das shuffelt und swingt und treibt und lässt einem praktisch keine andere Wahl als die Hüften, oder was auch immer, zu schwingen.
Solomon Burkes Down In The Valley wurde live in der "Muehle Hunzigen" in Bern aufgenommen und das bekommt dem Track durchaus gut. Philipp Fankhauser klingt noch "schwärzer" als eh schon auf diesem Album und die Band spielt wunderbar dynamisch und mit viel Elan. Also wenn da keine Stimmung in dem Laden war, weiß ich auch nicht mehr.

Also ein rundum perfekt gemachtes Blues-Funk-Soul-Album, das auch Nicht-Blues-Fans ans Herz gelegt werden kann.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 22.06.2004