Fiction At First View
Patrik Skantze
Fiction At First View, Mimo Sound Records, 2006
Patrik SkantzeVocals, Bass, Piano, Keyboards & Guitar
Christopher KorlingDrums & Congas
Eva BjörknerVocals & Flute
Patrick ÖhlinBass & Cello
Produziert von: Patrik Skantze Länge: 56 Min 33 Sek Medium: CD
01. Fiction At First View (Radio Edit)06. My Dreams Of Late
02. Life Provider07. The Plunge
03. A New Morning In-sight08. Craving For Knowledge
04. Strange Days09. Appease
05. Gleam Of Hope10. Fiction At First View

Als ich diese CD das erste Mal in den Händen hielt, durchfuhr mich erst einmal für den Bruchteil einer Sekunde ein Schreck. Hielt ich hier etwa das Nachfolgealbum zum Song She's Like The Wind in den Händen, der vor 20 Jahren alle weiblichen Teenie-Herzen zum Schmelzen brachte?
Zum Glück klärte sich mein Irrtum schnell auf. Es war nicht das neue musikalische Machwerk des Titelhelden aus "Fackeln im Sturm" und "Dirty Dancing" das hier vor mir lag, sondern das des schwedischen Songwriters Patrik Skantze.

Also erst einmal tief durchgepustet und die CD in den Player gesteckt.
Die Scheibe startete gleich mit dem Radioedit des relativ seichten Titelstücks. "Endlich mal wieder ein wirklich schöner Song für den Strand bei Sonnenuntergang und Lagerfeuer" war die erste Reaktion, die mir dabei durch den Kopf schoss. Mit großer Erwartungshaltung ging es dann zum nächsten Track.
Life Provider ist ein eher rockiger Song. "Der ist eher was fürs Auto" war hier mein erster Gedanke. Nachdem ich mir das Instrumental A New Morning In-sight angehört hatte, der zur einen Hälfte aus einem Querflöten- und zur anderen aus einem Gitarrensolo mit Flamenco-Einflüssen besteht, wurde mir klar, dass ich es hier mit einem ganz eigenem Stück Musik zu tun bekommen würde.

Patrik Skantze gilt eher als in sich gekehrter, Ich-bezogener Musiker, der am liebsten alleine an seinen Songs frickelt und dessen Debut-Album deshalb nicht umsonst "Music For My Ego's Sake" hieß.
Patrik bedient sich allerlei musikalischer Stilrichtungen, von Folk bis Prog-Rock ist alles drin enthalten. Er schreckt auch nicht zurück, in einem Song mal ein halbminütiges Schlagzeugsolo einzubauen. Das Album ist wirklich sehr vielseitig und man kann Skantze durchaus einen eigenen Stil zusprechen.
Allerdings habe ich das Album nun vier- bis fünfmal angehört und weiß immer noch nicht so recht, wie ich letztendlich dazu stehen soll. Einerseits sind Patrik Skantzes Lieder in sich tolle Kompositionen. Andererseits - und das ist für mich persönlich ein großes Kriterium für ein gutes Album - fehlt mir auf der Scheibe irgendwie der rote Faden.
Mir fallen auf Anhieb 1 bis 2 Stücke ein, die ich Freunden für eine selbstzusammengestellte CD empfehlen könnte. Die CD im Ganzen durchzuhören empfinde ich aber immer noch als ein wenig anstrengend. Vielleicht ist das aber auch nur sehr subjektiv.

Ich kann euch nur empfehlen, die Songschnipsel auf der Homepage von Mimo Sound Records anzuhören und Euch selbst ein Urteil zu bilden. Ich denke schon, dass die Qualität von Patrik Skantze und seinen Mitmusikern hierzulande einige Freunde finden könnte.

Kay Markschies, (Artikelliste), 14.11.2006