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The Man Comes Around
Johnny Cash
American Recording IV: The Man Comes Around, American Recordings, 2002
Johnny Cash Vocals, Acoustic Guitar
Randy Scruggs, Smokey Hormel, Mike Campbell, Marty Stuart, John Frusicante, Jeff Hannah, Kerry Marx, Tom Bresh Acoustic Guitar
Benmont Tench Piano, Organ, Mellotron, Harmonium, Pipe Organ
Roger Manning Jr. Chamberlain, Mellotron, Piano, Harmonium
Billy Preston Piano
Fiona Apple Vocals
Nick Cave Vocals
Don Henley Vocals
Produziert von: Rick Rubin Länge: 52 Min 05 Sek Medium: CD
1. The Man Comes Around9. Sam Hall
2. Hurt10. Danny Boy
3. Give My Love To Rose11. Desperado
4. Bridge Over Troubled Water12. I'm So Lonesome I Could Cry
5. Hung My Head13. Tear Stained Letter
6. First Time Ever I Saw Your Face14. Streets Of Laredo
7. Personal Jesus15. We'll Meet Again
8. In My Life

Zum vierten Mal hat sie zugeschlagen - die Kombination Johnny Cash und Rick Rubin.
Wieder ist ihnen ein Album gelungen, das an direktem Sound kaum überbietbar scheint, so "straight" kommt der Sound und, vor allem, Johnny Cashs Stimme aus den Boxen.

Zu Beginn von The Man Comes Around ertönt Johnnys Stimme, als hinge er an der Herz-Lungen-Maschine, dann geht's aber mit einer treibenden Akustikgitarre in den knochentrockenen Song der ansonsten nur noch durch die Piano-Bass-Akkorde von Benmont Tench zusätzlich dramatisiert wird. Sollte ein Klassiker werden.
Ebenso sparsam instrumentiert kommt das von Trent Reznor geschriebene Hurt daher. Leicht brüchige, aber klar dominierende Vocals von Mr. Cash. Der Song wäre sicher auch was für Nick Cave. In eine fast unerträgliche Spannung steigert sich der Song, bevor er ruhig ausklingt.
Give My Love To Rose hat Johnny Cash selbst geschrieben - und das merkt man. Steht ganz in der Tradition seiner großen Country Balladen, wie etwa Flesh & Blood.

So, jetzt wird's natürlich haarig: Bridge Over Troubled Water kennt man natürlich ganz anders. Nicht von ungefähr haben bis heute wenige den Vergleich mit Art Garfunkels glockenklarem Gesang aufgenommen. Johnny Cash geht das natürlich auf seine Art an und erhält auch noch Unterstützung von Fiona Apple, aber so recht harmonieren will es doch nicht. Im Gesamtkontext des Albums aber erträglich.
Stings Hung My Head ist da nicht ganz so vorbelastet und der Text passt dem Protagonisten wohl auch besser. Der "dunklen" Stimmung des Albums bleibt der Song treu.
Bei First Time Ever I Saw Your Face wird's dann richtig melancholisch. Die Kirchenorgel trägt ihren Teil bei zu diesem "Requiem".
Düster bleibt es, allerdings mit mehr Drive. Wie ein aufkommendes Unwetter klingt Personal Jesus. Es hat natürlich nicht die Power des Originals von DEPECHE MODE, aber wenn Johnny Cash singt: "Lift up the reciever, I make you a believer", ist man schon versucht den Telefonhörer abzunehmen.
Der Anfang von In My Life ist natürlich auch geläufig und John Lennon wäre bestimmt auch stolz, aber insgesamt geht es dem Lied ähnlich wie Bridge over...: Das Original ist zu geläufig und die Interpretation ist dann doch nicht innovativ genug.
Da sieht's bei Sam Hall schon anders aus. Hier bewegt sich Johnny auf sicherem Terrain. Eine Country-Nummer bester "Cash-Manier", inkl. Honky-Tonk-Piano.

Erinnert sich jemand daran, wenn John Lennon am Ende von One After 909 (auf dem "Let It Be" Album) anfängt "Danny Boy..."? Johnny Cash bringt hier seine, melancholische, Version dieses irischen Traditionals. Nur begleitet von einer "Kirchenorgel".
Eine weitere bekannte Melodie ertönt: Desperado. Mr. Cash hat wohl vor nichts Angst! Hier läuft's allerdings anders ab - der Song passt doch besser zu Cash als Bridge... oder In My Life und kommt auch.... doch nicht ganz ohne die EAGLES aus: Don Henley steuert ein paar gänsehauterzeugende Backing Vocals bei.
Und noch ein Klassiker: I'm So Lonesome I Could Cry von Hank Williams. Heimspiel! Nick Cave ist hier der Gast, der zunächst die zweite Strophe übernimmt und später dann im Duett mitsingt.

Je länger diese CD läuft, desto mehr zieht sie einen ihren Bann!
Jetzt ist wieder mal einer von Johnnys Songs an der Reihe, zugleich der einzige, bei dem ein Schlagzeug mitspielt. Somit ist es auch der "fetzigste" auf diesem Album. Dieser Honky-Tonk würde auch einem Frankie Miller gut stehen.
Streets Of Laredo ist natürlich auf geläufig. Ja, solche Lieder liegen J.C. halt - wenn es um Tod und Begräbnisse geht, ist er in seinem Element. Da glaubt man ihm jedes Wort.
Der Blues-Swing-Jazz We'll Meet Again ist der krönende Abschluss dieser Scheibe. Macht richtig Spaß Johnny bei dieser Nummer zu zuhören. Am Ende setzt die ganze "Cash-Gemeinde" zum finalen "We'll meet again".
Well, I hope so, Johnny!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 24.02.2003